Jahresausblick: Trends in Robotik, Automatisierung und Industrie-IT

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Was erwartet Unternehmen in diesem Jahr in den Bereichen Robotik, Automatisierung und Industrie 4.0? Nikolai Ensslen, Geschäftsführer und Gründer von Synapticon, Anbieter von Embedded-Lösungen für cyberphysikalische Systeme, gibt einen Ausblick.
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Was erwartet Unternehmen in diesem Jahr in den Bereichen Robotik, Automatisierung und Industrie 4.0? Nikolai Ensslen, Geschäftsführer und Gründer von Synapticon, Anbieter von Embedded-Lösungen für cyberphysikalische Systeme, gibt einen Ausblick.

2015 erwartet Ensslen noch mehr Dynamik in der Entwicklung: Die Robotik-Industrie drehe sich zunehmend um das Thema autonome Transportrobotik, so dass noch in diesem Jahr die Vorstellung und teils auch Markteinführung vieler neuer Logistiklösungen zu erwarten sind. Im Bereich der Consumer Electronics wird die Vernetzung von Produkten und die erweiterte Verwertung von Sensordaten in nächster Zeit ein Schlüsseltrend sein, wodurch Produkte des täglichen Lebens immer intelligenter werden. Industrie 4.0 bleibt auch 2015 das große Thema in der Automatisierungstechnik – der Dialog soll sich aber zunehmend auf das Kernthema Interoperabilität fokussieren.

Für Unternehmen gelte es, Weichen zu stellen. Es werde darauf ankommen, neben dem inzwischen in der Automation bekannteren Standard OPC-UA auch andere, etablierten und bewährten Technologiestandards zu berücksichtigen. Denn Interoperabilität für die Automatisierungstechnik der Zukunft heißt Interoperabilität mit dem Rest der IT-Welt.

Transportrobotik bringt Innovationsschub

Zudem soll laut Ensslen das Thema Transportrobotik eine zentrale Rolle spielen. Der Markt werde noch in diesem Jahr mit Produktneuheiten bereichert, die für einen Innovationsschub in der Logistikbranche sorgen soll: „Viele Robotik-Startups, auch im Umfeld unserer Dependance im Silicon Valley, beschäftigen sich derzeit mit Transportrobotik. Die Unternehmen haben zuvor viele Millionen US-Dollar an Venture-Kapital eingesammelt, um die Entwicklung neuer Produkte finanzieren zu können. In naher Zukunft, teils schon in diesem Jahr, werden mithilfe von Technologie aus der Servicerobotik zahlreiche neue Logistiklösungen entstehen.“, berichtet Ensslen.

Intelligentere Consumer-Produkte

Im Consumer-Bereich werden derzeit viele existierende Produkte des täglichen Lebens durch die Integration mit modernen mobilen IT-Endgeräten, also Smartphones und Tablets, weiterentwickelt. Hier gebe es noch sehr viel Potenzial für sinnvolle Anwendungen, die sich auf den ersten Blick noch nicht gleich erschließen. Ensslen rechnet noch in diesem Jahr mit vielen Innovationen.

Daten sammeln und auswerten für Mehrwertmodelle

Das zugrundeliegende Kernprinzip dieser Entwicklung bestehe darin, Daten, die beim Betrieb von Geräten ohnehin bereits gesammelt werden, aufzubereiten und zu analysieren und für Mehrwertfunktionen zu nutzen. „Ein schönes Beispiel aus unserem Kundenportfolio wäre der E-Bike-Antrieb von Fazua. Mit sogenannten Health-Trackern und Health-Apps verbunden, entsteht auf einmal ein ganzes Ökosystem an Möglichkeiten. Fahrprofile können mit Fitnessdaten verknüpft werden, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Etwa zu Trainingszwecken oder zur Gesundheitsvorsorge, kann das ganze zudem mit anderen Webdiensten im Bereich Remote Coaching oder Telemedizin verbunden werden“, erklärt Nikolai Ensslen.

Die heute verfügbare, mobile Rechenkapazität und eine immer bessere Mensch-Maschine-Interaktion bilde in vielen Bereichen die Basis für Innovationen, die den Alltag leichter machen sollen. Bisher „weniger intelligente“ Geräte des täglichen Lebens werden durch Vernetzung intelligenter gemacht, um das Nutzererlebnis zu verbessern und Mehrwert zu schaffen. „Von diesen Entwicklungen sollte man sich in der Industrie – Stichwort Industrie 4.0 – auf jeden Fall inspirieren lassen“, so der Synapticon-Geschäftsführer.

Industrie 4.0: breitere Interoperabilität ist nötig

Der Begriff Industrie 4.0 stehe seit seiner Erfindung für die intelligente Vernetzung von Produktentwicklung, Produktion, Logistik und Kunden. Diskutiert wurden unter dieser Überschrift in der Vergangenheit jedoch auch viele andere Themen. „Jetzt kommt es darauf an, diese High-Tech-Strategie nicht nur als Marketingschlagwort zu nutzen, um den Industriestandort Deutschland oder dessen Unternehmen zu vermarkten.“, fordert Ensslen. Nach seiner Meinung muss der Fokus nun auf die Produktentwicklung und die Integration von Interoperabilitätstechnologien gelegt werden, damit der Informationsaustausch zwischen Maschinen, IT, Produkten und Anwendern in Zukunft auch tatsächlich besser funktioniert.

„Die Big Player in der Automatisierungstechnik strengen sich – mehr oder weniger – bereits an, Lösungen meist auf Grundlage von OPC-UA-basierender Middleware und Cloud-Diensten zu realisieren. Auf diesen Zug werden auch weitere Hersteller aufspringen, was zunächst auch sinnvoll erscheint. Die hier agierenden Unternehmen sollten allerdings nicht die Augen verschließen vor anderen, teils leistungsfähigeren Standards, die in anderen Branchen außerhalb der Automatisierungstechnik bereits etabliert sind“, gibt Ensslen zu bedenken und fügt hinzu: „DDS wäre hier aus unserer Sicht unbedingt als Alternative oder zumindest als Erweiterung zu OPC-UA zu berücksichtigen. Dies gilt umso mehr, zumal man in der Robotik künftig voll und ganz auf diese – in der Offshore-, Aerospace- und Medizintechnik-Industrie bereits über Jahre hin ausgereifte Technologie – setzen wird: ROS 2.0, die nächste Generation des weltweit inzwischen massiv verbreiteten Open-Source-Roboterbetriebssystems, wird ebenfalls auf DDS aufbauen.“

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