Kreislaufwirtschaft im Automobilbau: Negative CO2-Bilanz bis 2030

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Kreislaufwirtschaft im Automobilbau: Negative CO2-Bilanz bis 2030

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Renault will seinen Standort in Flins umgestalten. Dort entsteht Europas erste Fabrik, die Konzepte der Kreislaufwirtschaft konsequent für die Automobilbranche nutzbar macht.
Kreislaufwirtschaft: Re-Factory von Renault

Quelle: Olivier Martin-Gambier

  • Der französische Automobilhersteller Renault gestaltet seinen Standort in Flins um.
  • In der Re-Factory Flins kommen Konzepte für die Kreislaufwirtschaft zum Einsatz mit dem Ziel einer negativen CO2-Bilanz bis 2030.
  • Ein wettbewerbsfähiges Industriemodell für nachhaltige Mobilität soll das Wertschöpfungspotenzials des Fahrzeug während seiner gesamten Lebensdauer ausschöpfen.
  • Bis 2030 will das Unternehmen am Standort mehr als 3’000 Arbeitsplätze schaffen.

Die Groupe Renault will ihren Standort in Flins zur Schaffung der Re-Factory, Europas erster Fabrik für Kreislaufwirtschaft, die der Mobilität gewidmet ist, umgestalten. Bis 2030 soll eine negative CO2-Bilanz erreicht werden. Dieses Projekt, das Teil der Transformationsstrategie der Gruppe ist, soll es Renault ermöglichen, von einer rasch wachsenden Wertquelle zu profitieren und gleichzeitig seinen industriellen Fußabdruck in Frankreich zu bestätigen. Im Einklang mit den Verpflichtungen der Gruppe wird die Re-Factory die Renovierungsaktivitäten von Choisy-le-Roi begleiten. Renault plant Unterstützungs- und Ausbildungsprogramme für die Mitarbeiter von Flins und Choisy-le-Roi und will bis 2030 mehr als 3’000 Personen auf dem Gelände beschäftigen,

Jean-Dominique Senard, Präsident des Verwaltungsrats von Renault, erklärt: „Diese Ankündigung ist das Ergebnis der bemerkenswerten Arbeit der Renault-Teams und der konstruktiven Gespräche mit unseren Stakeholdern, einschließlich der lokalen Behörden. Die Re-Factory ist ein neuer Lebenshauch für Renault, seine Mitarbeiter und für die Dynamik der gesamten Region. Dieses Projekt basiert auf unserem bahnbrechenden Engagement für die Kreislaufwirtschaft, auf unseren Werten, unserem Know-how und entspricht voll und ganz unserem Bestreben, unsere Branche positiv zu verändern“.

Die Klimakrise und die Erwartungen der Kunden haben die Groupe Renault veranlasst, ihre Strategie stärker auf die Qualität und Langlebigkeit ihrer Produkte sowie die Reduzierung ihrer Kohlenstoffemissionen auszurichten. Die Groupe Renault sei überzeugt, dass die Kreislaufwirtschaft ein äußerst starkes Wachstumspotenzial berge. Das Unternehmen wolle der Konkurrenz einen Schritt voraus sein.

Europäische Referenz für die Kreislaufwirtschaft

„Mit der Re-Factory wird Flins zu einer europäischen Referenz in der Kreislaufwirtschaft. Die Re-Factory wird die Gruppe in die Lage versetzen, auf die Herausforderungen zu reagieren, vor denen die Akteure der Mobilitäts- und Automobilindustrie heute — und erst recht morgen — stehen. Diese Anlage, die bis 2030 eine negative CO2-Bilanz anstrebt, steht im Einklang mit der globalen Strategie des Konzerns, indem sie Kreislaufwirtschaft, Emissionsreduzierung, Entwicklung von Kompetenzen und die Schaffung neuer wertschöpfender Aktivitäten miteinander verbindet“, fügte Luca de Meo, CEO von Renault, hinzu.

Die Re-Factory, die zwischen 2021 und 2024 realisiert werden soll, wird ein großes Netzwerk von Partnern aus verschiedenen Sektoren (Start-ups, akademische Partner, Großkonzerne, lokale Behörden usw.) umfassen und um vier Aktivitätszentren herum strukturiert sein. Das dort vorhandene Know-how wird den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs unterstützen und die Hauptkomponenten der Kreislaufwirtschaft berücksichtigen.

Die vier Zentren der Aktivität

  • Re-Trofit: Diese Abteilung fasst alle Aktivitäten zusammen, die es ermöglichen, die Lebensdauer der Fahrzeuge und ihre Nutzung zu verlängern, in Koordination mit der Abteilung Re-Cycle, um eine effiziente Verwaltung des Teileflusses von gebrauchten Teilen und Materialien innerhalb desselben Standorts zu gewährleisten. Sie wird eine Factory VO für die Aufarbeitung von Gebrauchtfahrzeugen, eine „Retrofit“-Funktion für die Umrüstung von Verbrennerfahrzeugen auf andere, weniger CO2-intensive Energien, Reparaturdienste für Fahrzeugflotten und neue Mobilität sowie einen Service für die Herstellung seltener Teile unter Verwendung von 3D-Druckern integrieren. Die Abteilung wird sich auch auf ein Test- und Prototypingzentrum für die Dauerhaltbarkeit von Fahrzeugen stützen, um Materialien für das Design zukünftiger Fahrzeuge zu verbessern und Fahrzeuge während der Nutzung zu optimieren.
  • Re-Energy: Dieser Cluster plant die Entwicklung von Anwendungen, die sich aus elektrischen Batterien und neuen Energien ergeben, in industriellem Maßstab (einschließlich der Optimierung der ersten Batterielebensdauer, der Entwicklung von Anwendungen der zweiten Lebensdauer, wie zum Beispiel stationäre Energiespeicherung, End-of-Life-Management verbrauchter Batterien und die Entwicklung von technischen und Versorgungslösungen für neue Energien wie Wasserstoff).
  • Re-Cycle: Diese Abteilung, die die Aktivitäten von Choisy le Roi integriert, wird alle Aktivitäten der Gruppe zusammenfassen, die zu einem effizienten Management der Ressourcen und ihrer Ströme beitragen, um die Lieferung von Teilen und Materialien in kurzen Kreisläufen zu fördern und einen wachsenden Anteil an recycelten oder wiederverwendeten Materialien zu integrieren (Installation einer Linie zur Demontage von Altfahrzeugen, Ausweitung der Wiederaufarbeitung, Wiederverwendung und des Recyclings von Materialien).
  • Re-Start: Um das industrielle Know-how zu verbessern und weiterzuentwickeln, aber auch um Forschung und Innovation in der Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen, plant dieser Cluster die Unterbringung eines Inkubators sowie einer Universität und eines Ausbildungszentrums. Diese vier Einheiten werden so konzipiert sein, dass sie mit ihrem Umfeld (Tochtergesellschaften, Kunden, Partner usw.) interagieren und in einer vernetzten und komplementären Weise operieren

Kreislaufwirtschaft: Wie die Abteilungen zusammenspielen

Diese vier Einheiten sollen so konzipiert sein, dass sie mit ihrem Umfeld (Tochtergesellschaften, Kunden, Partner usw.) interagieren und in einer vernetzten und komplementären Weise arbeiten. So wird beispielsweise das Re-Trofit-Zentrum in der Lage sein, gebrauchte Teile an das Re-Cycle-Zentrum zu schicken und im Gegenzug erneuerte oder zur Wiederverwendung aufbereitete Teile zu erhalten. Das Re-Cycle-Zentrum wird auch die anderen Zentren mit Teilen und Materialien versorgen und gebrauchte Batterien aus dem Re-Energy-Zentrum beschaffen, um sie für eine neue Verwendung im zweiten Leben vorzubereiten.

Bild: Luca de Meo, CEO von Renault (l.) und Jean-Dominique Senard, Präsident des Verwaltungsrats von Renault, präsentieren die Re-Factory. Foto: Olivier Martin-Gambier

Weitere Informationen: https://group.renault.com/en/news-on-air/news/re-factory-the-flins-site-enters-the-circle-of-the-circular-economy/

Video: https://www.youtube.com/watch?v=FHH2l9Oo2W4&feature=emb_logo

Erfahren Sie hier mehr über additive Fertigung von ESD-konformen Teilen im Automobilbau.

Lesen Sie auch: „Automatisiertes Roboterdesign: Was im Gelände am besten funktioniert“

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