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Hochschule Anhalt (FH) veranstaltet die größte „Mapping-Party“ Deutschlands.

Am 2. August 2009 findet im Landkreis Tirschenreuth die größte Mapping-Party Deutschlands statt. Ziel der Party ist es, die Weltkarte "Open Street Map" weiter zu entwickeln. Bei einer Mapping-Party treffen sich die Teilnehmer mit ihren GPS-Empfängern, um in einem bestimmten Gebiet sämtliche Daten, wie etwa Straßenverläufe, Häuser oder Hydranten aufzunehmen. Je mehr Interessierte teilnehmen, um so besser. Die Benutzung kostenfreier hochaktueller Geodaten ist der Traum vieler Anwender. Updates für Navigationssysteme, Kartenwegweiser zu Veranstaltungen oder Stadtpläne ohne Datenkosten rücken nun in erreichbare Nähe.

Die Bedeutung von Geodaten, also Daten, die einen Raumbezug aufweisen, hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Das Geschäft mit Geodaten verzeichnet Wachstumsraten, die nur von den Bereichen Nanotechnologie oder Biotechnologie übertroffen werden. Produkte wie Navigationssysteme oder Google Earth sind nur zwei Beispiele unter vielen. Auch steigt der Bedarf an digitalen Karten, zum Beispiel als Weginformation für Feste oder Partys. Jedoch verlangen typische Anbieter hierfür oft erhebliche Preise. Das Ziel, diesem zu begegnen, hat sich das Projekt "Open Street Map" seit vier Jahren gestellt. Open Street Map (www.openstreetmap.de), das übersetzt soviel wie "offene" oder "frei nutzbare" Straßenkarte bedeutet, möchte eine Weltkarte erschaffen, die jeder kostenlos verwenden darf.

Prof. Dr. Koppers von der Hochschule Anhalt (FH) leitet das zeitgleich stattfindende GIS-Camp in Flossenbürg: "Die Methode zur Sammlung der notwendigen Daten dazu erinnert an das inzwischen weithin bekannte Wikipedia. Jeder kann dazu beitragen, die Karten seiner Umgebung ein bisschen besser zu machen – und jeder darf die daraus entstehenden Ergebnisse kostenfrei nutzen." Dennis Straten, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Anhalt (FH), erklärt: "Eine Methode, Geodaten für die Kartenerstellung zu erheben, besteht in der Verwendung des GPS (Global Positioning System). GPS-Empfänger können die Position an beinahe jedem Ort auf der Erde bestimmen. Auf Grund der rasanten technischen Entwicklung der letzten Jahre sind diese Geräte mittlerweile auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich geworden." Sie werden auch in anderen Geräten wie Handys oder Pulsuhren integriert und werden zunehmend von privaten Benutzern angewendet. Auch diese Geräte können für die Kartenerstellung genutzt werden. Die mit den Empfängern erfassten Rohdaten lassen sich mit frei verfügbarer Software (Open Source) am Computer ausgelesen und für die Kartenerstellung verwenden. Diese Datenerfassung kann man auch gemeinschaftlich betreiben. Treffen sich die Kartierungswilligen (auch Neulinge sind ganz herzlich willkommen) mit dem Ziel, in einer konzertierten Aktion größere Bereiche zu erfassen, so spricht man in Ableitung des engl. Begriff "Map" für Karte von Mapping-Partys.

Ähnliches soll also am 2. August 2009 im Landkreis Tirschenreuth stattfinden. Es soll die größte Mappingparty werden, die bis dato in Deutschland veranstaltet wurde. Das Ziel ist hoch gesteckt, jedoch erreichbar. Der Landkreis Tirschenreuth soll der erste Landkreis in Deutschland sein, der vollständig in Open Street Map kartiert ist.

Das Ganze findet im Umfeld des GIS-Camps statt. Dies ist eine Veranstaltung für Studenten, Anwender und Experten verschiedener Fachrichtungen, die alle etwas mit Geoinformationen zu tun haben oder den Umgang damit erlernen wollen. Fachlicher Rat ist für die Kartierungswilligen also nah. Um an der Mapping-Party teilzunehmen, wäre ein funktionsfähiger GPS-Empfänger von Vorteil, ist aber nicht Voraussetzung, da auch Leihgeräte zur Verügung stehen. Eine Einweisung in die Technik und Methode findet durch die Experten des GIS-Camps statt.

Weitere Informationen: www.gis-camp.de

 

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