Lineartechnik im Einsatz

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Als Komplettanbieter für jeden Anwendungsfall bietet Rollon nicht nur Teleskope, sondern auch ein komplettes Sortiment an Führungsschienen sowie Linearachsen. Das Produktspektrum ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen und umfasst mittlerweile acht Linearführungsfamilien. Hinzu kommen sechs Achsfamilien in zahlreichen Baugrößen und hunderten Varianten. Von Frank Thomas

Als Komplettanbieter für jeden Anwendungsfall bietet Rollon nicht nur Teleskope, sondern auch ein komplettes Sortiment an Führungsschienen sowie Linearachsen. Das Produktspektrum ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen und umfasst mittlerweile acht Linearführungsfamilien. Hinzu kommen sechs Achsfamilien in zahlreichen Baugrößen und hunderten Varianten.  Von Frank Thomas

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Die Lösungen für die Lineartechnik von Rollon bewähren sich in den unterschiedlichsten Branchen und vielfältigen Anwendungen – zum Beispiel im Sondermaschinenbau, der Halbleiterindustrie und in wissenschaftlichen Testanlagen.
Konstrukteuren und Maschinenbauern bietet das umfassende Rollon-Portfolio eine maßgeschneiderte Problemlösung für nahezu alle Einsatzzwecke. In allen Produktbereichen steht ein genau abgestimmtes Spektrum für verschiedene Traglasten und in mehreren gängigen Größen zur Verfügung. So erhält der Anwender immer Lineartechnik in der passenden Größe und muss nicht mangels Alternativen überdimensionieren. Verschiedene Längen und Zubehör zur Verbindung mehrerer Linearführungen runden die Produktpalette ab. Für individuelle Lösungen gibt es unterschiedliche Stufen, die sämtlich auf Basis des umfangreichen Know-hows der Rollon-Produktentwickler umgesetzt werden. So sind unkomplizierte Anpassungen wie individuelle Bohrbilder nach Zeichnung oder spezielle Beschichtungen schnell und ohne Lieferverzug umsetzbar. Wird das Produktprogramm als Baukasten genutzt, entstehen Problemlösungen, die dicht am Serienprodukt liegen und deshalb kurzfristig verfügbar sind.

Teleskopschienen für die Halbleiterproduktion im Reinraum

Teleskopschienen von Rollon bewähren sich zum Beispiel in der Halbleiterindustrie – und zwar in einem mobilen Lastengestell für Probecards. Bei Probecards handelt es sich um die Schnittstelle zwischen einem elektronischen Testsystem und den Wafern selbst. Für den Transport der schweren und zugleich kostbaren Prüfadapter hat das Unternehmen Turbodynamics ein halbautomatisches Gefährt entwickelt, den sogenannte Trolleypullator: Das mobile Gestell auf Rädern ist am oberen Ende mit einem höhenverstellbaren Auszug versehen. Am Ende dieses Auszugs ist ein Greifer montiert; mit seiner Hilfe lässt sich die Probecard aufnehmen und für die Dauer des Transports sicher verriegeln. Der Auszug ist ein elementarer Bestandteil des mobilen Geräts und muss entsprechend zuverlässig funktionieren – und zwar auch bei hohen Traglasten und einer relativ großen Kraglänge von 900 Millimetern.
Auf der Suche nach der richtigen Schienenführung wandten sich die Entwickler von Turbodynamics an Rollon. Die Wahl fiel auf eine doppelte Teleskopschiene der Baureihe DSD 28-0530 NIC, die in beide Richtungen verfahren kann. Sie zeichnet sich durch eine hohe Tragzahl sowie einen ruhigen und präzisen Lauf aus. Der Vollauszug besteht aus zwei Führungsschienen als festes und bewegliches Element und einem S-förmigen Zwischenelement. Dieses hat ein hohes Flächenträgheitsmoment und eine hohe Steifigkeit bei schlanker Bauweise. Hieraus resultiert eine hohe Belastbarkeit mit geringer Durchbiegung im ausgefahrenen Zustand. Für den Einsatz im Trolleypullator wurden die Schienen an die besonderen Gegebenheiten angepasst, denn die Halbleiterfertigung erfolgt im Reinraum. Entsprechend lieferte Rollon die Teleskopschienen mit einer vernickelten Oberfläche und einem besonderen Schmierfett. Zudem wurde gemäß der Vorgaben von Turbodynamics eine individuelle Anschlagsbegrenzung realisiert.

Höchste Präzision im Sondermaschinenbau

Bei manchen Anwendungen kommen gleich eine Reihe von Rollon-Lösungen zum Einsatz – so zum Beispiel bei den automatischen Prägepressen des Sondermaschinenbauers Utsch. Die Pressen werden für die Kennzeichenfertigung benötigt und international nachgefragt. Jede Maschine ist individuell gestaltet und ausgestattet. Für die verbaute Lineartechnik ergeben sich hohe Anforderungen an Präzision und Haltbarkeit. Früher setzte Utsch auch Produkte anderer Hersteller ein, die sich aber im rauen Praxisbetrieb als zu empfindlich herausstellten. Seit der Hersteller generell auf Rollon setzt, gab es keine Probleme mehr. Lineartechnik von Rollon kommt zum Beispiel in einer Anlage für einen schwedischen Kennzeichenhersteller zum Einsatz. Dabei sorgen die wartungsarmen und präzisen SNK-Führungen aus der Easyslide-Familie für schnelle und störungsfreie Bewegungsabläufe in der Maschine. Die käfiglose Kugelumlaufführung SNK ermöglicht große Hübe bei besonders flacher Bauform. Dank der geschliffenen Laufflächen der Schiene sind Verfahrgeschwindigkeiten bis 1,5 m/s möglich, was für die nötige Dynamik sorgt. Darüber hinaus kommen Linearführungen aus den Produktfamilien X-Rail und Compact Rail zum Einsatz. Außerdem transportiert eine verschleiß- und geräuscharm arbeitende Linearachse vom Typ E-SMART 50 aus der Produktfamilie Smart System die Kennzeichenzuschnitte in die richtige Position für die Prägewerkzeuge. Die Linearachsen des Smart-Systems erreichen trotz einfachster Konstruktion höchste Standards. Der Antrieb erfolgt durch einen stahlverstärkten Zahnriemen aus Polyurethan mit AT-Zahnprofil.

Verkehrssicherheit: Attrappen ­realistisch bewegen

Aber auch in der Forschung kommt Lineartechnik von Rollon zum Einsatz – zum Beispiel am Zentrum für Wissenschaftliche Services und Transfer (ZeWiS) der Hochschule Aschaffenburg. Dort wurde im Rahmen der Masterarbeit  von Andreas Blank (betreut von Prof. Dr.-Ing. Klaus Zindler) eine Testvorrichtung entwickelt, die sich künftig für die Erprobung von neuartigen Fahrzeugsicherheits- und Fußgängerschutzsystemen nutzen lässt. Bei der Testvorrichtung handelt es sich um eine Anlage in Portalbauweise inklusive einer Schwenkvorrichtung für eine hängende Schaumstoffattrappe. Letztere wird über einen positionsgeregelten Synchronmotor zielgenau bewegt. Lineareinheiten von Rollon sorgen für die automatische und vor allem zeitgenaue Bewegung von Fußgängerattrappen.
Die dazu benötigte Linearachse musste vielfältige Anforderungen erfüllen: Bei einer Hublänge von maximal 11 Metern sollte sie eine maximale Geschwindigkeit von 5 m/s (18 km/h) und eine Beschleunigung von mindestens 5 m/s² ermöglichen – diese Werte gestatten die realistische Nachstellung eines rennenden Fußgängers. Wichtig war zudem eine hochpräzise Ausrichtung des Schlittens, wobei die Positioniergenauigkeit des Attrappenschwerpunktes bei ±2 Zentimetern liegen sollte. Außerdem musste eine ausreichende Stabilität gegenüber Krafteinwirkungen gegeben sein, und auch ein häufiger Transport der Testvorrichtung sollte der Linearachse nichts anhaben können. Die Wahl fiel auf die ELM 80 SP – eine besonders robuste Lineareinheit, die zudem witterungsbeständig ist. Denn die ELM 80 SP ist korrosionsbeständig und lässt sich zusätzlich mit einer Bandabdeckung ausstatten – wichtig für eine Testanlage, die vor allem im Freien genutzt wird. So gilt in diesem Fall genauso wie auch bei vielen anderen Anwendungen: Alle Anforderungen auf ganzer Linie erfüllt – beste Noten für die Lineartechnik von Rollon. (anm)

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