26.10.2021 – Kategorie: Architektur & Bau

Masse-Feder-System: Warum es immer noch für ungestörten Musikgenuss sorgt

Masse-Feder-System dämpft Schwingungen von U-BahnQuelle: Getzner Werkstoffe

Ein Masse-Feder-System dämpft wirksam die Schwingungen einer U-Bahn-Linie, die wenige Meter neben einem Konzerthaus in Wien verläuft.

  • Eine U-Bahn-Linie verläuft in unmittelbarer Nähe eines der weltweit renommiertesten Konzerthäuser.
  • Deshalb kommt ein Masse-Feder-System zum Zuge, das zur herausragenden Akustik im Konzerthaus des Wiener Musikvereins beiträgt.
  • Elastische Lager von Getzner Werkstoffe schützen das Wiener Musikvereinsgebäude vor Lärm und Schwingungen.

Millionen Menschen in mehr als 90 Ländern sehen sich jedes Jahr das Wiener Neujahrskonzert an. Der Goldene Saal im Wiener Musikvereinsgebäude ist einer der akustisch besten Säle weltweit und der ganze Stolz des Konzerthauses. Als 2002 der Bau eines U-Bahn-Tunnels nur vier Meter von dem Gebäude entfernt vonstatten ging, lieferte der Schwingungsschutzspezialist Getzner Werkstoffe die Sylodyn-Punktlagerungen für das Masse-Feder-System (MFS) und garantierte damit weiterhin ungestörten Musikgenuss. Nachdem das System nun seit 17 Jahren in Betrieb ist und einer Belastung von rund 450 Millionen Tonnen standhielt, überzeugt es nach wie vor mit seiner unverändert hohen Leistung.


Effizient und lange haltbar: Das Masse-Feder-System mit Sylodyn-Punktlagern und einer vertikalen Eigenfrequenz von 5,5 Hz.  
Bildquelle: Getzner Werkstoffe

Masse-Feder-System auch nach 17 Jahren unverändert leistungsfähig

2019 hat man gemessen, ob das Masse-Feder-System mit den 192 Sylodyn-Punktlagern nach wie vor die hohen Anforderungen aus Planungs- und Bauphase erfüllt. In Versuchen mit unterschiedlichen Zugtypen wurden die Eigenfrequenz des Masse-Feder-Systems sowie die Abstrahlung von Schwingungen auf die Fahrbahnplatte, den Tunnelboden und die Tunnelwand sowie die Fahrbahnplatten-Einfederung beim Passieren der Züge gemessen. In drei Konzertsälen, darunter auch im Goldenen Saal, hat man die Sekundärluftschall-Immissionen in einer Höhe von 2,5 m ermittelt.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: „Auch nach 17 Jahren war die Schwingungsisolierung immer noch so effizient wie am ersten Tag. Nach wie vor werden sämtliche Bewertungskriterien für die Schwingungsimmission erfüllt“, erklärt Markus Heim, Projektleiter bei Getzner Werkstoffe. „Bei der vertikalen Eigenfrequenz der impulsangeregten Fahrbahnplatte des Masse-Feder-Systems wurden keine Veränderungen gegenüber den Abnahmeprüfungen im Jahr 2003 festgestellt!“ Die dynamischen Eigenschaften der Sylodyn-Lager sind in all den Jahren gleichgeblieben.

Neue Züge, neue Herausforderungen

Grund für die erneuten Messungen im Jahr 2019 waren die veränderten Bedingungen: Die Wiener U-Bahn setzt inzwischen modernere Züge ein, von denen Geräusche und Schwingungen auf andere Weise als bei den früheren Zügen abgegeben werden. Auch die Gebäudestruktur hat man inzwischen angepasst, etwa mit dem Einbau neuer Fenster. Markus Heim: „Angesichts der veränderten Bedingungen wollten wir das Langzeitverhalten des MFS prüfen, das seit dem Tunnelbau insgesamt schon ca. 450 Millionen Tonnen durch 250 Züge pro Tag und Gleis standhalten musste.“

Masse-Feder-System

Im Goldenen Saal wurden die Sekundärluftschall-Immissionen gemessen: Die Eigenschaften des Lagermaterials haben sich in den 17 Jahren nicht verändert. 
Bildquelle: Getzner Werkstoffe

Hohe Ansprüche

Dabei waren die Anforderungen schon damals sehr hoch. Damit der Bau einer neuen U-Bahn-Strecke neben dem Gebäude des Wiener Musikvereins 2002 die Genehmigung erhielt, galt es zunächst mit entsprechenden Untersuchungen nachzuweisen, dass sich der Lärm- und Schwingungspegel in den berühmten Konzertsälen nicht erhöhen würde. „Unsere Lösung hat eine vertikale Eigenfrequenz von 5,5 Hz – die geringste vertikale Eigenfrequenz, die je mit einem MFS aus Elastomerlagern erzielt werden konnte“, erläutert Markus Heim, der auch für die Systementwicklung bei dem österreichischen Anbieter zuständig ist. Somit werden die Besucher im Konzerthaus vor störenden Schwingungen und Geräuschen von der nahegelegenen U-Bahn-Strecke optimal geschützt.

Bild oben: Der U-Bahn-Tunnel ist nur vier Meter vom Musikvereinsgebäude entfernt. Im Bild die zwei eingesetzten Zugtypen. Bildquelle: Getzner Werkstoffe

Weitere Informationen: www.getzner.com/musikverein

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