Materialforschung: Treibstoff sparen durch innovative Beschichtungen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Materialforschung: Treibstoff sparen durch innovative Beschichtungen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
cornet

Flugmotorenbauteile könnten bald um 50 Prozent leichter werden. Das wiederum bedeutet geringeren Treibstoffverbrauch um etwa 1 Prozent. Führt man die Rechnung fort für nur 10 Prozent aller Flugzeuge weltweit, würden jährlich 1,5 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) weniger Flugbenzin verbrannt werden. Das ist nun vorstellbar – dank der Ergebnisse aus der internationalen Gemeinschaftsforschung CORNET (Collective Research Networking), die am 10. Mai 2012 am Institut für Fertigungstechnik und Hochleistungs-Lasertechnik der Technischen Universität Wien präsentiert wurden.


Leichtere Motoren sind jetzt möglich, weil Forscher eine innovative Oberflächentechnologie für Titanaluminide entwickelt haben. „Dieser relativ neue Konstruktionswerkstoff ist aufgrund seiner guten mechanischen Eigenschaften und des geringen Gewichts in der Energie-, Luftfahrt- und Automobiltechnik von allerhöchstem Interesse“, betont der Projektleiter, Prof. Michael Schütze von der DECHEMA – Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. (Frankfurt a.M.) Allerdings im Betrieb bei hohen Temperaturen oxidiert er und wird spröde. Dem deutsch-österreich-französischen Forschungskonsortium ist es gelungen, diese Versprödungsneigung mit einer stabilen Schutzschicht zu verringern und eine nahezu konstante Festigkeit und Zähigkeit auch bei Temperaturen um 900°C zu erhalten. Damit können Ingenieure auch Anwendungen konstruieren, die hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen – und dabei beispielsweise in Turbinen Nickelbasiskomponenten durch die leichteren Titanaluminide ersetzen.


Bereits 15 Unternehmen, die die gesamte industrielle Technologiekette abbilden – ausgehend von den Legierungsherstellern bis zu den Flugtriebwerksherstellern – verfolgten die Forschungsarbeiten. Vor allem mittelständische Unternehmen (KMU) haben noch wenig Erfahrung mit der Verarbeitung dieser relativ neuen Materialien, brauchen aber dringend das Know-how, wenn sie sich als Zulieferer hochwertiger moderner Komponenten auf dem Markt behaupten wollen. In den projektbegleitenden Ausschüssen wurden technische Fragen und Entwicklungen entsprechend den Anforde-rungen der KMU diskutiert und während der Forschungsarbeiten berücksichtigt. Die beteiligten mittelständischen Unternehmen konnten bereits während der Projektlaufzeit die gewonnenen wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse nutzen.


An dem CORNET-Projekt waren insgesamt acht Forschungsinstitute beteiligt. Die Koordination übernahmen zwei Forschungsvereinigungen aus dem Innovationsnetzwerk der AiF: die DECHEMA (federführend für das Gesamtprojekt) und die FVV – Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen e.V. sowie von der österreichischen Seite die MCL – Materials Cluster Styria. „Mit dieser innovativen Beschichtungstechnologie sichern sich die europäischen Motorenhersteller ein Stück weiter die Spitzenposition im globalen Wettbewerb“, resümiert Schütze und betont den interdisziplinären Ansatz der Forschung: „Die Anwendung von Titanaluminiden in Triebwerken stimuliert auch andere Anwendungen, zum Beispiel Gasturbinen in Kraftwerken oder Hochtemperaturkomponenten im Automobilbau. Es lohnt sich auch hier weiter zu forschen, das Potenzial für mehr Effizienz und Einsparungen ist da.“


CORNET ist ein europaweites Netzwerk aus Ministerien und Organisationen, die Gemeinschaftsforschung für KMU fördern, und wird von der AiF koordiniert. In transnationalen Kooperationen aus Wirtschaft und Wissenschaft wird technologisches Know-how branchenorientiert weiterentwickelt. Dieses CORNET-Projekt wurde in Deutschland vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) durch die AiF und in Österreich vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) finanziell gefördert.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Neue Konzepte für Brückeninspektionen Mehr Sicherheit mit Drohne und digitalem Zwilling

Neue Konzepte für Brückeninspektionen

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

    * Jederzeit kündbar

    Entdecken Sie weitere Magazine

    Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

    Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.