Nachhaltigkeit: Wie argumentieren Architekten?

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Vor allem in Deutschland (34 Prozent), aber auch in Großbritannien (22 Prozent) machen die Architekten die Erfahrung, dass ihre Kunden Nachweise einfordern: Werden die geplanten Baumaßnahmen wirklich zu einem nachhaltigen Gebäude führen?
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Um Bauherren zu überreden nachhaltig zu bauen, muss der Architekt mit Argumenten punkten, die ihre Auftraggeber vom Nutzen dieser Mehrinvestition wirklich überzeugen. Eine europaweite Architektenbefragung zeigt deutliche Unterschiede in den einzelnen Ländern auf: Welche Argumente am besten ankommen, hängt von der jeweiligen Mentalität und Baukultur ab. Die Deutschen etwa wünschen einen konkreten Nachweis der Nachhaltigkeit einer Maßnahme. In Polen und vielen westeuropäischen Ländern lassen sich die Bauherren dagegen vor allem von der Aussicht auf die langfristige Rentabilität des grünen Bauens locken. Dies zeigen Ergebnisse des europäischen Architektenbarometers – einer quartalsweise erhobenen Studie von Arch-Vision, bei der 1’600 Architekten in acht europäischen Ländern befragt werden.

Jeder dritte Architekt in Polen und Großbritannien und jeder fünfte Architekt aus Frankreich und den Beneluxstatten berichtet, dass sich ihre Kunden durch den Hinweis für das nachhaltige Bauen erwärmen, dass sich grüne Investitionen rechnen. Vor allem in Italien und Großbritannien ist auch der Hinweis auf die Langzeitperformanz eines nachhaltig errichteten Gebäudes ein wichtiges Argument im Austausch mit dem Kunden.

Vor allem in Deutschland (34 Prozent), aber auch im pragmatischen Großbritannien (22 Prozent) machen die Architekten die Erfahrung, dass ihre Kunden konkrete Nachweise einfordern: Werden die geplanten Baumaßnahmen wirklich zu einem nachhaltigen Gebäude führen? Auch Testberichte über nachhaltige Bauprojekte kommen in diesen beiden Ländern am besten an.

Die auffällig einseitige Ausrichtung der deutschen Aufraggeber auf Beweise hat nur zum Teil mit der berühmt-berüchtigten deutschen Gründlichkeit zu tun. Sicher spielt die Dominanz der Energieeffizienzauflagen hierzulande eine wichtige Rolle: Niemand möchte gerne hinterher Ärger, weil sein fertiges Haus nicht EnEV-konform ist. Hier zeigt sich das Übergewicht der Energieeffizienz in der deutschen Nachhaltigkeitsdebatte – im übrigen Europa verbinden die Auftraggeber am Bau den Begriff Nachhaltigkeit darüber hinaus auch mit dem Nutzen einer langfristig lohnenden Gesamtperformanz.

Für die europäische Baubranche unterstreichen die Ergebnisse nochmals den Nutzen einer zielgruppengerechten Kundenansprache: Architekten, Bauindustrie und Hersteller von Bauprodukten sind gefragt, ihre Kommunikationstools nach den jeweiligen nationalen Nachhaltigkeitskulturen auszurichten. Bei einer Sache sind sich die Architekten und ihre Kunden aber europaweit einig, wie weitere Ergebnisse von Arch-Vision zeigen: Nachhaltige Baustoffe gelten nur dann als glaubwürdig, wenn sie ein Nachhaltigkeitssiegel vorweisen können. 

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