Nano für die Sinne

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Nano für die Sinne

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Gestochen scharfe Projektionen, ein Licht, das weißer ist als weiß, Lacke, die klingen, wenn sich die Temperatur ändert: Auf der nano tech 2010 in Tokyo präsentieren Fraunhofer-Forscher Nanotechnik als Fest für die Sinne.

Die Vitrine leuchtet mystisch; das weiße Licht scheint aus dem Nichts zu kommen; eine Lichtquelle ist – zumindest auf den ersten Blick – nicht zu sehen. Erst beim genauen Hinsehen wird die Ursache der scheinbar übersinnlichen Erscheinung sichtbar: Eine Leuchtdiode, kleiner als ein Stecknadelkopf, emittiert durch tausende von Linsenstrukturen, die nur einige hundert Nanometer klein sind, strahlendweißes Licht.

"Das Erzeugen von weißem Licht ohne Farbeffekte am Rand war lange Zeit ein kaum lösbares technisches Problem", erklärt Dr. Michael Popall vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg. "Weißes Licht entsteht, indem man die Komplementärfarben Rot, Grün und Blau mischt. Bei der klassischen Beamer-Technik traten dabei unerwünschte Brechungen auf, das Ergebnis waren bunte Schlieren am Rand der Projektion." Die Technik, die der Forscher vom 17. bis 19. Februar auf der nano tech 2010 in Tokyo präsentiert, liefert nicht nur brillante Farben, sondern auch reines Weiß: "Kleinste rote, blaue und grüne Leuchtdioden auf engstem Raum erzeugen das Licht, das mittels einer Konzentratoroptik gebündelt und anschließend durch eine nanostrukturierte ORMOCER-Optik homogenisiert wird", erläutert Popall, der an der Entwicklung des Werkstoffs maßgeblich beteiligt war.

Fraunhofer_1.jpgORMOCERe seien ein ideales Material für die Herstellung von Mikrooptiken, resümiert der Forscher: "Sie sind nicht nur ausgezeichnete Lichtleiter, sondern auch leicht zu verarbeiten – nicht so spröde wie Glas und nicht so weich wie Polymer." Tatsächlich sind ORMOCERe ein Hybrid aus anorganischen und organischen Bestandteilen, die auf molekularer Ebene vernetzt sind. Mit diesem Material lassen sich Dinge realisieren, die noch vor ein paar Jahren undenkbar waren: ultraflache und ultrakleine Optiken für Mikrokameras oder Beamer, die in die Hosentasche passen. Das Design der neuen Optiken haben Experten vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena entwickelt.

Nanotechnik eröffnet dabei nicht nur dem Auge eine neue Dimension, sie macht auch Dinge hörbar, die bisher niemand wahrnehmen konnte: Temperaturänderungen beispielsweise. Ein neuer Lack, den Forscher vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA entwickelt haben, sorgt dafür, dass Oberflächen klingen, wenn sie wärmer werden oder abkühlen. Der Trick: Im Lack befinden sich Carbon-Nanotubes, die elektrisch leitfähig sind. Ist eine Oberfläche mit diesem Lack beschichtet, so lässt sie sich durch Anlegen einer elektrischen Spannung aufheizen. Diese Temperaturveränderung ist hörbar, weil beim Erwärmen der Oberfläche daran angrenzende Luft zu schwingen beginnt.

Auf der nano tech 2010 In Tokyo präsentiert das ISC ein Spektrum optischer Materialien – von Gläsern über ORMOCERe und deren Nanotechnologie bis zu Kunststoffen. Das IOF steuert hochpräzises optisches Design und Mikrotechnologie bei, das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP physikalische Beschichtungstechnik. Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden zeigt Bearbeitungsverfahren, beispielsweise das Pressen von Glasoptiken oder das Beschichten mit Hilfe von Nanolithographie. Das IPA präsentiert den techischen Einsatz von Carbon-Nano-Tubes.

Weitere Informationen finden Sie unter www.isc.fraunhofer.de

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Auf dem NEST-Gebäude der Empa und Eawag in Dübendorf, Schweiz, wird das DFAB HOUSE offiziell eröffnet. Es ist das weltweit erste bewohnte Haus, das nicht nur digital geplant, sondern – mit Robotern und 3D-Druckern – auch weitgehend digital gebaut wurde. Die eingesetzten Bautechnologien entwickelten Forschende der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit Industriepartnern.

Thomson Industries hat Kugelgewindetriebe auf den Markt gebracht, die bei identischen Leistungspunkten entweder eine mehr als doppelte Tragzahl oder die 10-fache Laufleistung im Vergleich zu herkömmlichen Kugelgewindetrieben bieten sollen. Zum Einsatz sollen sie in Achssteuerungsanwendungen, beispielsweise in Spritzgussanlagen, Druckpressen und in Bearbeitungsmaschinen kommen.

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Neue Konzepte für Brückeninspektionen Mehr Sicherheit mit Drohne und digitalem Zwilling

Neue Konzepte für Brückeninspektionen

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

    * Jederzeit kündbar

    Entdecken Sie weitere Magazine

    Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

    Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.