Selbstständige Konstrukteure: Im Süden gefragt, im Westen am besten bezahlt

Was verdienen selbstständige Konstrukteure und in welcher Region werden sie am häufigsten gesucht? Welche Konstruktionssoftware ist dabei am gefragtesten? Eine Studie von GULP, einem führenden Personaldienstleister in den Bereichen IT, Engineering und Finance, zeigt es.

Den Schwerpunkt hat die Konstruktionsbranche im Süden Deutschlands, doch dort werden die selbstständigen Konstrukteure nicht immer am besten bezahlt. Zur Analyse wurden sowohl Freiberuflerprofile als auch Projektanfragen bei GULP mit dem Schwerpunkt Konstruktion ausgewertet. 

Produzierende Unternehmen, Automobilfirmen sowie Maschinen- und Anlagenbauer sehen sich mit immer schneller werdende Innovationszyklen und der wachsenden Konkurrenz aus Fernost konfrontiert. Selbstständige Konstrukteure sind in den Betrieben eine wichtige Stütze, um diese Herausforderungen zu meistern. Am häufigsten sind sie dabei für Projekte im Süden der Bundesrepublik gesucht: Jede fünfte Projektanfrage läuft für den Großraum München, beziehungsweise die Postleitzahl-Region 8. Nur ein klein wenig geringer ist die Nachfrage für Projekte rund um Stuttgart (Postleitzahl-Region 7). Dieses Bild zeigt sich nicht zuletzt durch die Automobil-Riesen BMW, Audi, Daimler und Porsche sowie zahlreiche Zulieferer-Firmen. Auch der Maschinen- und Anlagenbau ist besonders in Baden-Württemberg präsent. Auf Platz drei liegt das Postleitzahlen-Gebiet 6 rund um Frankfurt. 

„An diese regionale Verteilung haben sich die Konstrukteure offensichtlich auch mit ihrem Privatleben angepasst, denn sie wohnen mehrheitlich im Süden der Bundesrepublik“, ergänzt Stefan Symanek, Leiter Marketing bei GULP. „Vier von zehn selbstständigen Konstrukteuren leben entweder im Großraum Stuttgart (19,4 Prozent) oder München (19,2 Prozent).“

Was fordern selbstständige Konstrukteure?

Durchschnittlich 63,27 Euro netto pro Stunde haben die selbstständigen Konstruktionsexperten in ihr GULP-Profil eingetragen, darin sind jedoch Posten wie Reisekosten oder Spesen noch nicht miteinberechnet. Dieser Betrag liegt 22 Euro pro Stunde unter dem Durchschnitt aller bei GULP registrierten Freelancer. Stefan Symanek relativiert: „In diesen Gesamtdurchschnitt fließen jedoch auch die Stundensätze der bei uns registrierten IT-Experten ein, die generell bei einem etwas höheren Stundensatzniveau liegen als ihre industrienahen Kollegen.“

Die Aufschlüsselung der Stundensatzforderungen nach Regionen zeigt jedoch, dass die freiberuflichen Konstruktionsexperten nicht unbedingt dort am besten verdienen, wo es auch die meisten Projekte gibt. Auf Rang eins liegt im innerdeutschen Vergleich das Postleitzahlen-Gebiet 4, also das Ruhrgebiet und das Münsterland, mit einem Durchschnittsstundensatz von 69,76 Euro. Die Projekt-Hochburgen im Süden Deutschlands landen in Sachen Stundensatzforderungen nur auf den hinteren Rängen: Im Postleitzahlen-Gebiet 8 wurden im Schnitt 65,59 Euro gefordert, was Platz 5 ergibt. Der Großraum Stuttgart (Postleitzahlen-Gebiet 7) landet mit 62,43 Euro auf dem vorletzten Platz. „Den Preis bestimmen also immer noch Angebot und Nachfrage“, resümiert Stefan Symanek. „Zwar mag es im Süden der Bundesrepublik leichter sein, an Projekte zu kommen, doch wer reisebereit ist oder nicht in Süddeutschland lebt, kann auch in anderen Regionen zu seinem Geld kommen.“

CAD-Tools: Catia und Autodesk Inventor liegen vorn

Im Zuge der Studie wurde ebenfalls untersucht, welche Software für Computer-Aided-Design (CAD) in den Projektausschreibungen am häufigsten gesucht wurde. CATIA liegt mit einem Anteil von 24 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Autodesk Inventor (21 Prozent). Solidworks kommt mit 14 Prozent auf Rang drei. „Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Bild hier deutlich geändert“, so Stefan Symanek. „Während laut einer Marktstudie von 2010 noch in mehr als jeder zweiten Projektanfrage nach CATIA-Experten gesucht wurde, ist es heute nur noch in jeder vierten der Fall. AutoCAD wurde zwischenzeitlich vom 3D-Schwesterprogramm Autodesk Inventor abgelöst und Solidworks arbeitete sich vom damals letzten Rang auf den dritten Rang vor.“

Weitere Ergebnisse der Marktstudie „Selbstständige Konstrukteure“ gibt es in der GULP Knowledge Base.

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