PLM-System: Wie es die digitale Transformation unterstützt

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Bislang ging es bei der digitalen Transformation hauptsächlich darum, Technologien der Industrie 4.0 nutzbar zu machen. Damit waren durchaus ehrgeizige Ziele verbunden. Leider erfüllten die Projekte die hohen Erwartungen oft nicht. Vor allem große Unternehmen kämpfen mit der Modernisierung ihrer über Jahre gewachsenen Technologie-Stacks und den Kosten für die Vereinfachung ihrer IT-Anwendungen und der IT-Infrastruktur. Wie sich das ändern lässt.
PLM-System

Quelle: GettyImages

Product Lifecycle Management (PLM) stand in vielen Unternehmen nie im Mittelpunkt der Transformationsprojekte. Diese beschränkten sich vorrangig auf andere Bereiche – vor allem in der Produktion. Ein PLM-System wurde hier sehr vernachlässigt und stellt bei den meisten Unternehmen ein stark auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasstes Silo dar mit Software, die jahrelang nicht aktualisiert wurde.

PLM-System: Für mehr Wachstum und Innovation

Die Pandemie hat dazu geführt, dass die meisten Unternehmen über weniger Mitarbeiter und weniger IT-Budget verfügen als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig haben sie immer noch mit der gleichen veralteten Technologie und nicht verbundenen PLM-Altsystemen zu kämpfen. In der Vergangenheit haben Transformationsprojekte nicht nur Jahre gedauert, viel gekostet und sind dabei schlecht geendet. Sie haben auch die wertvollste Ressource eines Unternehmens verbraucht: seine talentiertesten Mitarbeiter. Viele gaben entnervt auf oder bewarben sich bei anderen Firmen.

Hier stellt sich die Frage, warum Entscheider diese Projekte nicht einfach sein lassen und sich die Ausgaben sparen. Die einfache Antwort lautet, dass es in der Geschäftswelt keine Auszeiten gibt. Jeder CEO weiß, dass er in einer von zunehmender Disruption und beispielloser Marktunsicherheit geprägten Umgebung konkurriert. Unternehmen müssen neue Werte generieren und gleichzeitig Wachstum sowie Innovationen mit verbesserter Effizienz vorantreiben. Jedoch stehen meist zu wenig Ressourcen und Zeit zur Verfügung, um bessere Ergebnisse erzielen zu können.

Was sich bei der Kommunikation ändern muss – und warum

Um ein Unternehmen erfolgreich zu transformieren, muss zunächst das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Veränderungen geschaffen werden. Wenn die Mitarbeiter die Hindernisse, mit denen sie konfrontiert sind, nicht verstehen, werden sie für das Projekt nicht hinreichend motiviert sein und sich nicht genügend einbringen. Auch wenn die Geschäftsleitung das Thema unterstützt und mit viel Geld fördert, werden die Mitarbeiter sich an althergebrachte Verhaltensmuster halten. Möglicherweise nehmen sie sogar eine Abwehrhaltung gegenüber den Veränderungen ein.

Dadurch können eine toxische Kultur und verstärkte vertikale Silos entstehen, die wiederum verhindern, dass Prozesse im gesamten Unternehmen transformiert werden. Dabei handelt es sich nicht nur um Personensilos, sondern auch um Datensilos – zum Beispiel isolierte PLM-Altsysteme, die den Aufbau einer agilen, kollaborativen und wettbewerbsfähigen Organisation verhindern. Es ist daher entscheidend, dass alle Akteure an einem Strang ziehen und jeder versteht, an welchen Stellen Veränderungen notwendig sind.

Hindernisse bei der Transformation

Der Schwerpunkt sollte darauf liegen, Prozesse nachhaltig so zu transformieren, dass das Unternehmen flexibler und widerstandsfähiger wird. Das sollte zwar selbstverständlich sein, aber wenn der Begriff „digital“ fällt, geraten viele scheinbar rationale Menschen in Abwehrhaltung. Die Nutzung von IT-Technologie wird zwar immer noch allgegenwärtiger, jedoch handelt es sich bei der notwendigen Transformation vor allem um eine Transformation der Geschäftsprozesse.

Die entgegenstehenden Hindernisse variieren dabei von Fall zu Fall; deswegen ist eine objektive und unvoreingenommene Perspektive unabdingbar. Es kann sich beispielsweise um die fehlende Elastizität in der Lieferkette handeln, um die fehlende Beherrschung der Komplexität neuer Produkte oder um das Fehlen eines kollaborativen Digital Threads oder einer vollumfänglichen Digital-Twin-Strategie. Oft ist das Hindernis das PLM-System selbst, beziehungsweise die Art und Weise, wie es mit anderen essenziell wichtigen Systemen harmoniert.

PLM-System
Eine offene, einheitliche PLM-Plattform bietet für digitale Transformationen viele Vorteile. Zum Beispiel bringt sie verschiedene Teams zusammen, die vorher nicht miteinander interagiert haben.
Bild: DKosig, GettyImages

Um zu transformieren, muss ein objektiver Konsens darüber bestehen, warum bestimmte Entwicklungen oder Zustände als Hindernisse gelten und wie sie abgebaut werden können. Alle Beteiligten müssen sich darüber einig sein. Wird auf solche Gefahren lediglich mit dem Einsatz von Technologie reagiert, Industrie-4.0-Technologie auf ein rein taktisches, isoliertes Problem angewandt oder nur mehr Geld für Software Add-ons ausgegeben, sind das Zeichen dafür, dass es am Verständnis für das eigentliche Problem fehlt: die Transformation der Geschäftsprozesse.

Heute gilt es, auf Basis einer Low-Code-Plattform die notwendigen Geschäftsprozesse unternehmensspezifisch zu realisieren und nicht immer weitere Softwarekomponenten zu kaufen, die nicht interagieren. Das Aufbrechen von Silos aus Altsystemen sowie die Verbindung von Daten über den gesamten Lebenszyklus führt in der Regel zu mehr Effizienz und Qualität sowie zu einer besseren Zusammenarbeit. Mit der nächsten Welle neuer Stand-alone-Anwendungen lassen sich die Geschäftsprozesse nicht transformieren. Das gilt vor allem dann nicht, wenn sie nicht auf die Kernprobleme ausgerichtet sind und nicht integriert über eine Plattform arbeiten, die alle am Prozess Beteiligten einschließt und die für das zwingend notwendige Datenmanagement sorgt.

Überwindung konkurrierender Prioritäten

Nur weil ein Entscheidungsträger objektiv richtig liegt, bedeutet das noch lange nicht, dass ihm die anderen auch folgen. Bei jeder Transformation gibt es konkurrierende Prioritäten. Jeder Bereich hat sein eigenes Budget, seine eigenen Ressourcen und seine eigenen Probleme. Der Wert der Veränderung muss jedem Team, das von der angestrebten Transformation betroffen ist, verständlich sein. Alle Unstimmigkeiten bezüglich der Transformation und konkurrierenden Prioritäten oder Programmen müssen ausgeräumt werden.

PLM-System: Ein fortlaufender Prozess

Die Finanzierung digitaler Transformationen setzt in der Regel ein Projektende voraus. Tatsächlich ist es aber so, dass die Transformation erst dann endet, wenn das Unternehmen aufhört zu existieren. Jede Transformation ist eine Art Reise. Ändern sich die geschäftlichen Anforderungen und die Marktrealitäten, ändern sich auch die Hindernisse. Dessen sollte man sich bei der Zielsetzung bewusst sein. Erfolgreiche Unternehmen akzeptieren, dass die digitale Transformation ein fortlaufender Prozess ist und dass ihre Transformationsbemühungen niemals aufhören.

Stufenweise Transformation

Um Hindernisse zu identifizieren und die strategische Roadmap der Transformation regelmäßig zu überprüfen sowie gegebenenfalls zu modifizieren, empfiehlt sich die Unterteilung in Etappen. Das erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit, da sich Risiken durch die Konzentration auf kurzfristige Ziele minimieren lassen. Darüber hinaus entsteht mit jedem Erfolg eine Dynamik, die zu mehr Akzeptanz im gesamten Unternehmen führt. Im Gegensatz zu groß angelegten Transformationen ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass Unternehmen durch kleine Schritte in die richtige Richtung eine schnellere Investitionsrendite und ein besseres Time-to-Value erreichen. Alle Phasen laufen über die gemeinsame Plattform, sodass Prozesse sowie Daten integriert und nicht separiert vorliegen.

Digitale Transformation mit plattformbasiertem PLM-System

Eine offene, einheitliche PLM-Plattform bietet für digitale Transformationen viele Vorteile. Zum Beispiel bringt sie verschiedene Teams zusammen, die vorher nicht miteinander interagiert haben. Auf diese Weise wird eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit erst möglich.

Dazu Jeff Hojlo, Program Director, Product Innovation Strategies bei IDC: „Der Gedanke einer einheitlichen digitalen Plattform, die alle organisatorischen Bereiche innerhalb und außerhalb des Unternehmens miteinander verbindet, war noch nie so wichtig wie heute. Für Fertigungsunternehmen, die in allen Bereichen widerstandsfähig und flexibel sein wollen, wird dieser Ansatz bei zukünftigen Störungen, einschließlich potenzieller Pandemien, erfolgsentscheidend sein. Es ist einfach so, dass Individuen und Organisationen am besten funktionieren, wenn sie zusammenarbeiten und gemeinsam innovativ sind.“

Ein PLM-System sollte daher aus einer integrierten Suite von Anwendungen bestehen, die einen durchgängigen Digital Thread über den gesamten Produktlebenszyklus ermöglicht – vom Konzept über die Konstruktion, Fertigung, den Service und verschiedene Domänen bis hin zur erweiterten Lieferkette. Jeder, der über die entsprechende Zugriffskontrolle verfügt, kann auf Daten an jeder Stelle des Digital Threads mit verbesserter Visualisierung und Rückverfolgbarkeit zugreifen und so die Zusammenarbeit verbessern. Die Anwender haben die Möglichkeit, nachhaltige Anpassungen vorzunehmen sowie komplette Unternehmensanwendungen zu erstellen, um etwaige Lücken zu schließen.

Und das Wichtigste: Für eine echte digitale Transformation benötigen Unternehmen eine Plattform, die nicht nur über eine flexible sowie skalier- und erweiterbare Architektur verfügt. Sie muss auch auf einem offenen Ansatz basieren, der es erlaubt, externe Systeme bei Bedarf einzubinden. Nur so kann die digitale Transformation auch in gewachsenen, heterogenen Umgebungen gelingen.

Lesen Sie auch: PDM-Software: Worauf Unternehmen achten sollten

PLM-System
Bild: Aras Software GmbH

Der Autor, Dr.-Ing. Michael Pfenning, ist Senior Product Manager bei Aras Software GmbH.

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