08 2011

AUTOCAD & Inventor Magazin 2011/08

Liebe Leser,

vor kurzem ist eine Ära zu Ende gegangen: Das Unternehmen Mensch und Maschine (MuM) aus Wessling bei München hat sich endgültig vom Distributionsgeschäft verabschiedet. Damit wird der im deutschsprachigen Raum Anfang 2009 begonnene Umbau des Autodesk-Vertriebsgeschäfts nun auch auf das restliche Europa ausgeweitet. MuM-Chef Adi Drotleff ist jetzt die Distribution los und kann sich voll und ganz auf das Systemhaus-Business konzentrieren, das in seinen Augen eine höhere Wertschöpfung und Umsatzrendite bietet. Begonnen hatte alles 2009, als man sich bei MuM dafür entschieden hat, sein Distributionsgeschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufzugeben und auf ein reines Systemhausgeschäft umzustellen. Die exklusive Betreuung der Fachhandelspartner in den drei Ländern übernahm im Gegenzug der Broadliner Tech Data. Die Design-Software-Sparte von Tech Data, Datech, war es nun auch, die für rund 25 Millionen Euro das restliche europäische MuM-Distributionsgeschäft akquiriert hat und so zum weltweit größten VAD (Value Added Distributor) von Autodesk aufgestiegen ist. Mit dem Deal setzt MuM seine vor über zweieinhalb Jahren begonnene Marktoffensive fort. Mensch und Maschine kann sich mit dieser Weichenstellung nun voll und ganz auf die drei Segmente Software, Systemhaus DACH und Systemhaus Europa konzentrieren. Ziel von MuM-CEO Adi Drotleff ist es, die Konzern-Rohertragsquote, die 2008 noch bei 25 Prozent lag, bereits 2012 auf rund 50 Prozent zu verdoppeln. Den MuM-Aktionären dürften diese Aussichten sicherlich gefallen.

Und was gibt es neues bei Autodesk? Der amerikanische Sofware-Anbieter verstärkt beispielsweise sein Cloud-Computing-Engagement. Was letztes Jahr mit AutoCAD WS begonnen hatte, wird jetzt spürbar ausgebaut: Autodesk startet mit Autodesk Cloud eine Sammlung webbasierter Funktionen, Produkte und Services. Die Lösungen aus der „Wolke“ erweitern die Desktop-Möglichkeiten der Anwender um mehr Mobilität, neue Ansichts- und Datenaustausch-Funktionen sowie um mehr Rechnerleistung. Einige Cloud-Anwendungen stehen dabei allen Autodesk-Kunden kostenfrei zur Verfügung. Nach dem überwiegend kostenlosen Dienst iCloud von Apple sehe ich dies als Zeichen dafür, dass auch andere Hersteller ihre Cloud-Dienste – zumindest Standard-
Applikationen – ihren Kunden ohne weitere Kosten anbieten werden. Mit dieser Strategie will ein Hersteller möglichst viele Anwender dazu veranlassen, auf den Cloud-Computing-Zug aufzuspringen und langfristig an das Unternehmen binden. Bei Autodesk sind nicht alle Services kostenfrei, einige Cloud-Anwendungen stehen nur Kunden mit einem Wartungsvertrag (Subscription) zur Verfügung, zum Beispiel hochperformante Funktionen für Rendering, Entwurfsoptimierung und erweiterte Zusammenarbeit. Autodesk Subscription stellt dafür drei GByte Online-Speicher pro Wartungsvertrag-Lizenz bereit, um Kunden überall und zu jeder Zeit Zugriff auf Pläne und Dokumente zu ermöglichen. Subscription-Kunden erhalten unter anderem über Autodesk Cloud Rendering-Funktionalitäten, ein intuitives Simulations-Tool und Werkzeuge für Energieeffizienz-Analysen. Durch Cloud Computing ist all dies ohne Supercomputer oder Serverfarmen möglich. Klingt gut. Und ich bin gespannt, wie Autodesk-Kunden dies annehmen werden. Mehr dazu finden Sie auf den Seiten 6 und 68 bis 70.

Rainer Trummer, Chefredakteur

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