06 2012

AUTOCAD & Inventor Magazin 2012/06

Liebe Leser,

chinesische Unternehmen sind weltweit führend wenn es um die Massenproduktion von Gütern geht. Dies ist hinreichend bekannt. Beste Beispiele sind Produkte der Unterhaltungs-, Foto-, Haushalts- oder Bekleidungsindustrie. Wussten Sie aber auch, dass China mit einem Umsatz von 563 Milliarden Euro (2011) mit Abstand der weltweit größte Maschinenproduzent ist? Zwar handelt es sich derzeit noch überwiegend um Maschinen im unteren Preissegment, aber dies soll sich in den nächsten Jahren ändern. „China will seine Abhängigkeit von ausländischen Technologien weiter reduzieren und in einigen Bereichen Innovationsführer werden“, erklärte kürzlich VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner anlässlich der Vorstellung einer Studie über Chinas Innovationsstrategien. Ziel Chinas sei es, bis 2015 auch „State-of-the-Art“-Technologie zu liefern. Und dies dürfte den deutschen Maschinenbauern gar nicht schmecken. Denn Chinas Offensive verspricht nichts Gutes für uns. Mit dem zwölften Fünf-Jahres-Plan will China nämlich im Zeitraum bis 2015 seine Investitionen für Forschung und Entwicklung mehr als verdoppeln. Sieben strategische Bereiche sollen massiv gefördert werden, um eine globale Technologieführerschaft zu erreichen: umweltfreundliche Fahrzeuge, neue Energiequellen, High-End-Equipment, Energieeffizienz, neue Materialien, Bio-Technologie und neue IT. Also genau die Technologien, die für die nächsten Jahren als Schlüssentechnologien gelten.

Sicherlich werden chinesische Maschinenbauer bei der Herstellung ihrer Produkte auch auf deutsche Zulieferer mit ihren Präzisionsprodukten zurückgreifen. Aber – und das ist die Kehrseite der Medaille der chinesischen Innovationsoffensive – es entsteht auch eine staatlich geförderte Marktmacht neuer Wettbewerber. Auf diese veränderten Bedingungen müssen sich unsere heimischen Maschinenbauer nun zügig einstellen und die eigenen Strategien überprüfen und neu ausrichten. Dabei sollte man die Aktivitäten der chinesischen Wettbewerber genau beobachten und analysieren. Wer möchte schon eine böse Überraschung erleben?

Kommen wir zum Bausektor. Häuser so zu bauen wie Autos, mit dieser Forderung hat Patrick McLeamy vor ein paar Jahren das revolutionäre Potenzial des Building Information Modeling auf den Punkt gebracht. Für Planer und Bauherrn lag das damals allerdings noch in weiter Ferne, obwohl Standard-Datenformate und einheitliche Datenmodelle über den ganzen Lebenszyklus hinweg auch im Bauwesen nahtlose Prozesse versprachen. Aber was da von Softwareanbietern und Spezialisten verkündet wurde, konnte sich in der Praxis nie richtig etablieren. Datenaustauschformate wie IFC sind zwar nicht von der Bildfläche verschwunden, aber sie haben auch die von einigen in sie gesetzten Hoffnungen nie richtig erfüllen können.

Zwar schreiben mittlerweile Behörden vieler Länder BIM-konforme Bauprojekte vor, und, wie die neue Studie von McGraw Hill zeigt, fordert auch der private Bausektor zunehmend BIM. Aber wird BIM in der Praxis auch richtig umgesetzt? Und ist der Begriff BIM für Anwender überhaupt greifbar? Dies und noch viel mehr haben sieben Experten von Autodesk, FIDES DV-Partner, Mensch und Maschine, Datech/Techdata, OneTools, N+P Informationssysteme und SOFiSTiK mit unserer Redaktion diskutiert. Mehr darüber lesen Sie auf den Seiten 62 bis 65.

Rainer Trummer, Chefredakteur
rt@win-verlag.de

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