08 2012

AUTOCAD & Inventor Magazin 2012/08

Liebe Leser,

in den letzten Wochen und Monaten hat sich das Übernahme-Karussell bei den großen Engineering-Softwareanbietern wieder schneller gedreht. Autodesk, ­Dassault Systèmes und Siemens PLM übertrafen sich fast gegenseitig im Lancieren von Meldungen über Firmen- oder Technologie-Übernahmen.

So hat Autodesk Anfang September einige Vermögenswerte von Inforbix übernommen. Inforbix ist ein Softwareunternehmen mit dem Schwerpunkt Cloud-basierter Lösungen für „Software as a Service“ (SaaS). Autodesk möchte die Technologie von Inforbix in seiner Cloud-Lösung PLM 360 für Indizierung, Suchfunktionen, Personalisierung und Datenvisualisierung einsetzen und so sein Cloud-basiertes PLM-System weiter verbessern.

Mit der nächsten Übernahme füllt Autodesk gezielt eine Lücke in seinem Lösungsportfolio – und zwar im CAM-Bereich. Der Erwerb der Technologie von HSMWorks ergänzt die Manufacturing-Anwendungen von Autodesk um einen wichtigen Baustein. Ein geschickter Zug: Denn HSMWorks wird als CAM-Software für SolidWorks-Anwender angeboten. Die wird Autodesk sicher nicht im Regen stehen lassen. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, dass bestehende SolidWorks-Kunden für HSMWorks weiterhin Support und Produkt-Updates erhalten sollen. Aber irgendwie ungewohnt klingt es schon, was man auf der Webseite von HSMWorks lesen kann: „Autodesk HSMWorks – The CAM solution for SolidWorks“. Fakt ist jedenfalls, dass Autodesk nun auch über eine CAM-Technologie verfügt und diese, so darf man annehmen, zügig in seine MCAD-Lösungen integrieren wird. Mich würde
es jedenfalls nicht wundern, wenn ­HSMWorks-Technologie bald in der einen oder anderen Software-Suite wiederzufinden wäre, eng verzahnt mit den übrigen Manufacturing-Anwendungen.

Ob bereits etwas in Sachen HSMWorks auf der Autodesk University gezeigt wird, die am 13. November in Darmstadt stattfindet, lässt sich nicht versprechen. Aber auch so dürfte sich der Besuch der Autodesk University 2012 lohnen. Sie löst die bisherigen Branchentreffen der letzten Jahre, das „Digital Prototyping Forum“ und die „BIM Konferenz“ ab und führt sie in einer Tagesveranstaltung zusammen. Mit dem neuen Konzept möchte Autodesk die Grenzen zwischen den verschiedenen Disziplinen auflösen. Denn den Angaben des Unternehmens zufolge gibt es immer mehr Überschneidungen in den einzelnen Bereichen und die Anwender lassen sich nicht nur einem einzigen zuordnen. So nutzen beispielsweise Automobilhersteller die Animationssoftware Autodesk Maya für die Visualisierung ihrer Projekte. Auf der Autodesk University werden die Bereiche Mechanik und Maschinenbau, Architektur, Bauwesen und Infrastruktur sowie digitale Medien und Entertainment nun zu einer einzigen Veranstaltung zusammengefasst. In den USA haben dieses Konzept und die Autodesk University bereits eine lange Tradition. Ich bin jedenfalls gespannt, ob die Rechnung mit dem University-Konzept auch in Deutschland aufgehen wird.
 
Rainer Trummer, Chefredakteur
rt@win-verlag.de

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