04 2013

AUTOCAD & Inventor Magazin 2013/04

Liebe Leser,

Bayern München und Borussia Dortmund versetzen ihre Anhänger dieses Jahr in der Champions League regelrecht in Ekstase. Zwar haben beide Vereine beim Verfassen dieses Editorials erst ihr Halbfinal-Hinspiel mit 4:0 (Bayern gegen Barcelona) beziehungsweise 4:1 (Dortmund gegen Real Madrid) erfolgreich absolviert. Aber das Tor zum Champions-League-Finale in London steht für beide Clubs bereits nach dem ersten Spiel offen. Natürlich drücke ich beiden deutschen Mannschaften die Daumen, dass es zu einem rein deutschen Endspiel im wichtigsten europäischen Club-Wettbewerb kommt.
Warum läuft es bei beiden Vereinen in der Champions League dieses Jahr so rund? Sicherlich ist ein wichtiger Faktor die Effizienz im Spiel. Nicht der rechnerisch dominante Ballbesitz über 90 Minuten hinweg steht im Vordergrund, wie dies beispielsweise der FC Barcelona seit Jahren praktiziert, sondern die effiziente Auswertung der herausgespielten Torchancen.
Zum Thema Effizienz passt auch eine Analyse der Unternehmensberatung ROI, die zeigt, dass viel zu wenig Fertigungsunternehmen die Effizienzvorteile von Simultaneous Engineering (SE) konsequent nutzen. Und das, obwohl sich mithilfe dieser Ansätze messbare Einsparungen in den Projektlaufzeiten und beim Änderungsmanagement erzielen lassen.
Die hohe Anzahl an Produktneuheiten in vielen Branchen führt zu einem zunehmenden Zeit- und Kostendruck in den Wertschöpfungsketten der Industrie. Entlastung könnte Simultaneous Engineering schaffen, die parallele Entwicklung und Implementierung von Produkten und Prozessen über interdisziplinäre Teams hinweg. Aktuell setzen jedoch weniger als ein Drittel aller Fertigungsunternehmen Simultaneous Engineering  noch gar nicht oder nur mangelhaft ein – obwohl sich damit Projektlaufzeiten mehr als halbieren und bis zu einem Drittel der bislang benötigten Ressourcen einsparen lassen.
In den meisten Fertigungsunternehmen ist eine messbare Umsetzung abteilungsübergreifender Zusammenarbeit aber noch immer die Ausnahme. Die simultane Zusammenarbeit von Produktentwicklern, Einkäufern und Produktionsplanern ist zwar in vielen Dokumentationen des Produktentstehungsprozesses bereits festgelegt. Tatsächlich sind SE-Verantwortliche wie Industrial Engineers oder Einkäufer aber meist derart mit laufenden Projekten ausgelastet, dass für einen konzentrierten, analytischen Blick auf das Schnittstellenmanagement oft keine Zeit mehr bleibt.
Entsprechend schnell und spürbar rechnet sich das Investment in einen strukturierten Simultaneous-Engineering-Prozess. Jedes der in der Analyse von ROI betrachteten Fertigungsunternehmen senkte die Zahl später Änderungen im Entwicklungsprozess und von Qualitätsproblemen im Anlauf um mehr als 30 Prozent und verbesserte gleichzeitig sein Risikomanagement erheblich. Sie sehen, ein erfolgreiches Simultaneous Engineering zahlt sich aus.
 
Rainer Trummer, Chefredakteur
rt@win-verlag.de

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