02 2014

AUTOCAD & Inventor Magazin 2014/02

Liebe Leser,

3D-Drucktechnologien erleben derzeit einen unglaublichen Boom. Besucher der Fachmesse EuroMold konnten dies Anfang Dezember live erleben. Die Halle 11.0, wo das Gros der Aussteller aus dem Umfeld der generativen Fertigung und der 3D-Drucktechnologien ihre Stände hatte, entwickelte sich vom Messestart weg zu einem wahren Publikumsmagneten. Die teilweise riesigen Messestände und die vielen Besucher, die staunend die Geräte in Aktion begutachteten, erinnerten mich an boomende Messen aus vergangenen Tagen. Damals standen natürlich andere Lösungen im Fokus der Fachbesucher, zum Beispiel 3D-CAD oder Großformatdrucker.

Die Aussteller zeigten auf der Frankfurter EuroMold zahlreiche neue Modelle und Materialien. Es ist schon beeindruckend, wie leistungsfähig die 3D-Drucktechnologien bereits heutzutage sind und wie 3D-Drucker wahrscheinlich in absehbarer Zukunft ihren Weg in den Alltag finden werden. Man kann sich gut vorstellen, dass der 3D-Druck die Industrie stark verändern wird. Die Technologie erlaubt unter anderem Formen, die sich mit herkömmlichen Prozessen nicht herstellen lassen. 3D-Drucker produzieren darüber hinaus Gegenstände aus unterschiedlichsten Materialien, zum Beispiel Keramik oder Nylon, und sind prädestiniert für kleine Stückzahlen.
So faszinierend der 3D-Druck auch sein mag, die Technologie birgt auch Gefahren für Urheberrechtsverletzungen. 3D-Druck ermöglicht es nämlich, Gegenstände zu kopieren. Marktforscher warnen bereits davor, dass Raubkopien, erzeugt durch 3D-Drucker, den Rechteinhabern einen großen Schaden zufügen könnten. Die Analysten des Marktforschungsunternehmens Gartner rechnen damit, dass die Einbußen für Rechteinhaber zum Jahr 2018 bei mindestens 100 Milliarden US-Dollar jährlich liegen. Aufgrund der derzeit noch höheren Kosten von 3D-Kopien wird sich die Piraterie in diesem Bereich allerdings zunächst einmal langsam entwickeln. Die Industrie sollte sich aber bereits jetzt Gedanken darüber machen und rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen.

Blicken wir auf ein anderes Thema: Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe ist BIM (Building Information Modeling). Dass sich BIM bisher in Deutschland nur schleppend durchsetzen konnte, ist kein Geheimnis. Jetzt könnte aber – zumindest im öffentlichen Bereich – Bewegung aufkommen. Denn mit einer Richtlinie zur Vergabe von öffentlichen Bau- und Infrastrukturprojekten will nun das Europäische Parlament die Nutzung von Building Information Modeling im Baualltag beschleunigen und empfiehlt für öffentliche Bau- und Infrastruktur-Vorhaben den Einsatz von Verfahren des Building Information Modeling. Welche Gründe es dafür gibt und wie das in der Realität aussehen könnte, erläuterte uns Roland Zelles, Vice President EMEA bei Autodesk. Das Interview finden Sie auf den Seiten 8 bis 10. Mehr Informationen zu BIM lesen Sie dann im Special ab Seite 34.

Viel Spaß beim Lesen!

Rainer Trummer, Chefredakteur    

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