05 2014

AUTOCAD & Inventor Magazin 2014/05

Liebe Leser,

in den vergangenen Ausgaben haben wir bereits auf das neue Subscription-Modell von Autodesk hingewiesen (siehe auch Editorial im AUTOCAD & Inventor Magazin 3/2014). Nun erklärte uns Andrew Anagnost, Senior Vice President Industry Strategy & Marketing bei Autodesk, in einem Gespräch die Hintergründe der geänderten Lizenzstrategie (siehe Seite 10). Und die sieht unter anderem vor, dass es ab dem 1. Februar 2015 nicht mehr möglich sein wird, für Stand-alone-Lizenzen (Lizenzen ohne Wartungsvertrag) Upgrades zu kaufen. Wer also bis dahin kein Subscription-Kunde ist, muss ab diesem Zeitpunkt mit seiner installierten Version weiterarbeiten. Autodesk spekuliert hier natürlich darauf, dass viele dieser Kunden einen Wartungsvertrag abschließen.

Mit den neuen 2015er-Versionen sind drei Subscription-Modelle verfügbar: Main­tenance, Desktop und Cloud Service. Die Maintenance Subscription entspricht dem bisherigen Wartungsvertrag, hier hat sich eigentlich nur der Name verändert. Die Desktop Subscription richtet sich hingegen an Unternehmen, die mehr Flexibilität wünschen – sei es hinsichtlich der Anzahl von Lizenzen oder der genutzten Software. Denn die Desktop Subscription bietet die Möglichkeit, Software-Lizenzen monatlich, quartalsweise oder jährlich zu mieten. Damit lassen sich beispielsweise für einen kurzen Zeitraum im Rahmen eines Projekts weitere CAD-Arbeitsplätze einrichten und nutzen. Über dieses Modell sollen die Unternehmen spürbar Geld sparen können.
Wer also auch künftig die neuen Versionen von Autodesk nutzen möchte und noch keinen Wartungsvertrag abgeschlossen hat, ist jetzt gefordert.

Mal sehen, ob die Strategie von Autodesk aufgehen wird. Denn einige Anwender sind nicht besonders glücklich mit der Einstellung der Upgrade-Möglichkeit ohne Wartungsvertrag. Für mich wäre es keine Überraschung, wenn die Anbieter von günstigeren CAD-Programmen versuchen würden, dies auszunutzen und um neue Kunden zu buhlen. Ob dies allerdings der richtige Weg für die Anwender wäre, darüber lässt sich streiten. Denn Autodesk inves­tiert viel Geld in Forschung und Entwicklung und kann so seinen Anwendern kontinuier­liche Weiterentwicklung bieten mit neuen Lösungen und Technologien.

Ein Beispiel dafür ist das angekündigte Engagement von Autodesk im Bereich 3D-Druck mit der offenen Softwareplattform Spark, die eine optimierte Verbindung zwischen 3D-Software und 3D-Drucker herstellen soll. Der Grundgedanke ist vergleichbar mit dem Android-Betriebssystem für Smartphones und Tablets: Die Hersteller von 3D-Druckern können die Plattform als Basis für ihre Entwicklungen nutzen, ohne sich dabei Gedanken über eigene Software oder Kompatibilitäts­probleme machen zu müssen.

Außerdem möchte Autodesk einen eigenen 3D-Drucker auf den Markt bringen, der als Referenz für die Nutzung von Spark dienen soll. Durch Offenlegung der Konstruktion soll die Erforschung neuer Möglichkeiten des 3D-Drucks weiter beschleunigt werden.
Ich bin jedenfalls gespannt, wie Autodesk den 3D-Druck-Markt beflügeln wird.

Ihr Rainer Trummer, Chefredakteur

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