07/2013
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AUTOCAD & Inventor Magazin 2013/07

Liebe Leser,

die Revolution fällt aus, zumindest im Maschinen- und Anlagenbau. Nach einer von Freudenberg IT in Auftrag gegebenen Studie von Pierre Audoin Consultants stößt Industrie 4.0 in diesen Branchen nur auf verhaltene Gegenliebe. Selbststeuernde, dezentral vernetzte Produktionsprozesse seien für die eigene Wettbewerbsfähigkeit eher uninteressant, meinten 61 Prozent der befragten Unternehmen. Nur 9 Prozent der Maschinenbauer setzten Selbststeuerung und Vernetzung bereits in ihrer Fertigung ein. Anders dagegen der Automobilbau: Dort nutzten doppelt so viele Firmen die aufgeführten Industrie-4.0-Technologien. In dieser Branche, so die Marktforscher, seien die Lieferketten engmaschiger und die großen Abnehmer übten auf die Zulieferer einen hohen Innovationsdruck aus. Vielleicht kann es sich der mittelständische Maschinenbau mit seiner sehr anderen Struktur also leisten, den Industrie-4.0-Technologien zu entraten. Aber erinnern wir uns: Auch PLM hat in der Autobranche seinen Anfang genommen. Andernorts mag man das erst als Marketingmasche belächelt haben. Heute gilt eine durchdachte PLM-Strategie aber selbst in den kleinen Maschinenbauunternehmen als unausweichlich.

Die standardisierten 3D-Datenmodelle und durchgängigen Prozesse einer PLM-Lösung – das hätten viele Architekten, Bauingenieure, Planer und Bauherren wohl auch gerne. Building Information Modeling ist schon ein erster Schritt auf dem Weg dahin. Aber wenn es nicht nur um die Architektur einzelner Gebäude geht, sondern gleichzeitig um die Stadtplanung, sehr oft also in großen Infrastrukturprojekten oder beim Hochwasserschutz, dann zeigt sich schnell: Die Formate passen nicht zusammen, der Datenaustausch zwischen den Welten CAD, BIM und GIS funktioniert selten reibungslos. Das hat Wissenschaftler der Technischen Universität München dazu inspiriert, die verschiedenen Fachrichtungen, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln der bebauten Umwelt widmen, durch die Gründung des Leonhard Obermeyer Centers an einem Punkt zusammenzuführen, um so über die Skalen hinweg Modelle für den Datenaustausch zu entwickeln. Prof. Dr. Thomas Kolbe vom Lehrstuhl für Geoinformatik an der TU München erläutert die Ziele der interdisziplinären Einrichtung. Weitere Beiträge zum Thema GIS und Infrastruktur finden Sie in unserem Spezial auf den Seiten 34 bis 53, denn die INTERGEO ist nicht mehr fern.

Andreas Müller, Leitender  Redakteur
anm@win-verlag.de

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