Studie: Verärgerung über Breitbandausbau wächst

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Trotz der guten Konjunktur beurteilen die deutschen Industrieunternehmen wichtige Standortfaktoren in Deutschland kritischer als noch vor drei Jahren. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Trotz der guten Konjunktur beurteilen die deutschen Industrieunternehmen wichtige Standortfaktoren in Deutschland kritischer als noch vor drei Jahren. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Die Untersuchung beruht auf den Angaben von mehr als 1’500 Betrieben aus dem “IHK-Netzwerk Industrie”, das deutsche Industrieunternehmen und industrienahe Dienstleister umfasst. Die Umfrageteilnehmer bewerten die aktuelle Wirtschaftspolitik der Bundesregierung zwar mit einer 2,9 und damit etwas besser als bei der letzten Befragung im Jahr 2014. Allerdings stufen die Unternehmen einzelne Standortfaktoren im Sommer 2017 schlechter ein als noch vor drei Jahren. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sieht darin ein “Warnsignal für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands”.

Gegenüber den Mitgliedern des Bündnisses “Zukunft der Industrie”, denen der DIHK die Umfrage zur Verfügung gestellt hat, erläuterte Wansleben Einzelheiten. So habe sich insbesondere die Unzufriedenheit der Industrieunternehmen mit dem Breitbandausbau weiter verstärkt: “Sie bewerten diese so wichtige Anbindung an die globale Digitalisierung mit der Schulnote 3,7. Keine Bewertung hat sich damit so stark verschlechtert wie diese.”

2008 habe der Standortfaktor Breitband noch die Note 2,3 erhalten. “Das bedeutet im Klartext: Die politischen Ziele und Anstrengungen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur genügen nicht den steigenden Anforderungen der Unternehmen”, kritisierte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. “Wir müssen deshalb alles dafür tun, den Ausbau des Glasfasernetzes noch stärker voranzutreiben als bisher geplant.”

Auch die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen hat sich nach den Erfahrungen der Unternehmen verschlechtert: Die Betriebe sprechen diesem Standortfaktor jetzt die Durchschnittsnote 3,0 zu – nach einer 2,5 im Jahr 2011. Am schlechtesten schnitten jedoch mit einer Note von 4,0 die Energiekosten ab. Dabei habe sich der Ölpreis seit 2014 halbiert; Gas sei um ein Viertel billiger geworden, so Wansleben. Wegen der mit Umlagen und Stromsteuer belasteten Energiepreise sähen die Unternehmen hier ein “strukturelles, langfristiges Standortrisiko”.

Die Industrieumfrage enthält aber auch eine ganze Reihe sehr positive Rückmeldungen aus der unternehmerischen Praxis. So schätzen die Betriebe die Qualität ihrer Fachkräfte nach wie vor als überdurchschnittlich hoch ein. “Es bleibt allerdings eine Herausforderung, auch dieses Niveau zu sichern”, warnte Wansleben. “Im Interesse unserer Industrie müssen wir jetzt unsere Stärken weiter ausbauen und unsere Schwächen ausmerzen.”

Die 30 Seiten umfassende Auswertung “Industriestandort Deutschland: Zwei Schritte vor, einer zurück” steht zum Download bereit.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Das Team der Emm! solutions GmbH hat in nur vier Monaten ein eigenes Auto entwickelt und den Prototypen des „ILO 1“ auf die Räder gestellt. Über eine webbasierte Software wurde die Produktion und Entwicklung der Teile für das Konzeptleichtbaufahrzeug gesteuert, und Konstruktionsaufgaben wurden in einem Netzwerk aus Lieferanten verteilt. Mit einheitlicher digitaler Kommunikation entlang der gesamten Prozesskette ließen sich viele Teile gleichzeitig entwickeln und beispielsweise im Gewicht optimieren.

Nvidia Grid 2.0 verspricht Leistung, Effizienz und Flexibilitätsverbesserungen bei virtualisierter Grafik in Enterprise-Arbeitsabläufen. Mitarbeiter sollen von überall arbeiten können und ihre Produktivität erhöhen, ohne Verzögerungen beim Download von Dateien in Kauf nehmen zu müssen.
Werbung

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.