Textilmaschinen: Oerlikon Textile präsentiert mit Virtual Reality

Auf den Messen ITMA in Barcelona und India ITME hat sich der Virtual Showroom schon bewährt, mit dem Oerlikon Textile, Marktführer in der Chemiefaserherstellung, den Besuchern seine Anlagen und Prozesse demonstriert. Virtual Reality eröffnet dem Publikum die Möglichkeit, die Lösungen nicht nur zu betrachten, sondern in die Funktionsweise der Anlagen und die Prozesse vom Rohmaterial bis zur fertigen Garnspule regelrecht einzutauchen.

Die Informationsschwerpunkte beispielsweise auf der India ITME lagen sowohl bei den Oerlikon Barmag Filamentgarnanlagen als auch bei den Spinnvliesanlagen aus dem Oerlikon-Neumag-Nonwoven-Portfolio auf technischen Textilien. Mögliche Anwendungen sind zum Beispiel Geotextilien, Roofing, Carpet Backing, Filtrations oder automobile Anwendungen wie Seatbelt, Airbag und Reifencord. Besonders im Nonwoven-Bereich zeigt der Markt eine deutlich größere Dynamik und wird künftig in Bezug auf Wachstumsraten den der Hygieneprodukte überholen. Angesichts der zahlreichen Infrastrukturprojekte bietet der indische Markt speziell für Geotextilien ein großes Potenzial.

Nachhaltigkeit, zum Beispiel beim Färbeprozess, und Energieeffizienz waren für die Chemiefaserspezialisten ebenfalls wichtige Messethemen. So bietet die 300-Tagestonnen-Stapelfaseranlage von Oerlikon Neumag eine höhere Profitabilität pro Tonne Faser gegenüber kleineren Anlagen, Resultat der Energieeffizienz der neuen Großanlage. Erfahrungswerte eines chinesischen Kunden zeigen um mindestens 25 Prozent reduzierte Produktionskosten bei der Erhöhung des Outputs um das Dreifache.

Einsatz von VR-Lösungen

Zunächst wurden die Anlagen von Oerlikon Neumag wie BCF-, Stapelfaser- und Meltblown-Anlagen visualisiert, im vergangenen Jahr kamen dann FDY- (Full-Draw-Yarn-) und Polykondensationsanlagen von Oerlikon Barmag hinzu. Geplant ist die Virtual-Reality-Präsentation von Technisch-Garn-Anlagen und Nonwoven-Prozesse wie Airlaid und Spunbond. Rickey Steele, Multimedia-Experte bei Oerlikon Neumag, erläutert: „Virtual Reality hat erstmalig die Visualisierung von Gesamtanlagen mit allen Komponenten ermöglicht; das kann das CAD-System aufgrund der enormen Datenmenge so gar nicht leisten.“

Interaktiv in allen Dimensionen

Bisher war es sehr aufwändig, den Kunden die Funktionsweise einer großen Produktionsanlage zu zeigen. Referenzprojektanlagen zu besuchen, erwies sich andererseits nicht immer als praktikabel. Die Präsentation war zweidimensional oder bezog sich nur auf Ausschnitte und einzelne Komponenten einer Gesamtanlage. Die Visualisierung am PC konnte die Größenverhältnisse und räumliche Ausdehnung nicht wirklichkeitsgetreu wiedergeben. Somit ergab sich für den Betrachter kein realistischer Eindruck. Mit dem Einsatz von Virtual-Reality-Lösungen hat sich das geändert. „Das Besondere in der virtuellen Realität ist die Realgrößenprojektion“, sagt Michael Fritsch, Key Account Manager bei IC.IDO Virtual Reality. „Hierdurch kann die ganze Anlage in ihrer gesamten Dimension interaktiv erlebt werden.“ So könne man beispielsweise Abstände realistisch einschätzen oder in Komponenten hineinschauen und Abdeckungen entfernen.

Der Einsatz einer Virtual-Reality-Lösung lag auch deshalb nahe, weil die 3D-Konstruktionsdaten bereits in digitaler Form vorhanden sind und sich für die Visualisierung aufbereiten lassen.

 

Michael Fritsch, Key Account Manager bei IC.IDO Virtual Reality:

„Gerade in Blick auf die virtuelle Sicherheitsbegehung von Anlagen bietet die virtuelle Welt ein ideales Maß an Realismus.“

 

Hard- und Software

Im Showroom werden die Lösungen an einer mobilen High-End-Powerwall visualisiert. Leistungsfähiger PC-Cluster, Trackingsystem, Active-Stereo-Projektor und integriertes Multimedia-System übernehmen die Aufbereitung der Daten und die Ansteuerung der Powerwall. Die ESI Group hat die Hardware entwickelt und für den Betrieb mit der hauseigenen VR-Software IC.IDO angepasst. Mit einer Direktschnittstelle ausgestattet, kann die Software Daten vom CAD-System SolidWorks importieren.

Das Consulting-Team  der ESI Group hat die erste Virtual-Reality-Session für die Messe ITMA Barcelona 2011 umgesetzt und dabei vorhandene CAD-Daten von Oerlikon Neumag genutzt. Nach einer Schulung im Umgang mit der Software konnten die Spezialisten von Oerlikon Neumag eigenständige VR-Sessions erstellen.

Die Präsentationen lassen sich individuell den  Anforderungen der Betrachter anpassen, das System ist vollständig interaktiv. Es ist möglich, beliebig viele Datensätze für unterschiedliche Kunden aufzubereiten und zu zeigen. Rickey Steele erklärt: „So können wir unsere Kunden individuell ansprechen und die Anlage sogar relativ schnell im Showroom nach Kundenwunsch umbauen.“

Rickey Steele, Multimedia-Experte bei Oerlikon Neumag:

„Virtual Reality bietet ein großes Potenzial; wir haben noch gar nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.“

 Fazit und Ausblick

Derzeit nutzt Oerlikon Textile Virtual-Reality-Lösungen hauptsächlich für Messepräsentationen und ist damit eines der ganz wenigen Unternehmen in der Textilmaschinenbranche, das seine Anlagen auf diese Weise visualisiert. Bei den Kunden kommt das gut an, sie nutzen besonders die Möglichkeiten zur Interaktion. „Virtual Reality bietet ein großes Potenzial; wir haben noch gar nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft“, resümiert Rickey Steele, „Unser eigenes Engineering zum Beispiel hat an einer noch intensiveren Nutzung dieser innovativen Darstellungsform ein großes Interesse.“ (anm)

 

info: Der Anwender: Oerlikon Textile

Oerlikon Textile mit seinen Marken Oerlikon Barmag und Oerlikon Neumag ist Weltmarktführer im Bereich Filamentspinnanlagen für Chemiefasern, Texturiermaschinen, BCF-Anlagen, Stapelfaserspinnanlagen sowie Kunstrasenanlagen und bietet als Dienstleister im Bereich Engineering Lösungen entlang der textilen Wertschöpfungskette. Als zukunftsorientiertes Unternehmen legt das Segment des Oerlikon-Konzerns bei all seinen Entwicklungen großen Wert auf Energieeffizienz und nachhaltige Technologien. Mit der Erweiterung der Produktpalette um Polykondensationsanlagen und deren Schlüsselkomponenten betreut das Unternehmen den gesamten Prozess vom Monomer bis zum texturierten Garn. Die Hauptmärkte für Oerlikon Barmag liegen in Asien, für Oerlikon Neumag in den USA, der Türkei und in China. Entsprechend sind Oerlikon Barmag und Oerlikon Neumag mit knapp 2.300 Mitarbeitern weltweit im Netzwerk von Oerlikon Textile in 120 Ländern mit Produktions-, Vertriebs- und Serviceorganisationen präsent. In den Forschungszentren in Remscheid, Neumünster und Chemnitz entwickeln gut ausgebildete Ingenieure und Techniker innovative und technologisch führende Produkte für die Welt von morgen.

Weitere Informationen: www.oerlikontextile.com

 

  • Der Betrachter kann Größenverhältnisse realistisch abschätzen oder einen Blick in die Komponenten werfen.
  • Im Showroom werden die Lösungen an einer mobilen High-End-Powerwall visualisiert.
  • Die Visualisierung ermöglicht den Überblick über die gesamte Anlage.
  • Es ist möglich, beliebig viele Datensätze für unterschiedliche Kunden aufzubereiten.
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