Umfrage zur kollaborativen Produktentwicklung

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Im November führten der Verein Deutscher Ingenieure (VDI), das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) und CONTACT Software eine Online-Umfrage zum Thema kollaborative Produktentwicklung und digitale Werkzeuge durch. Insgesamt beantworteten über 1.400 Ingenieure den Fragebogen und lieferten damit eine hervorragende statistische Basis für eine der auch international größten Erhebungen in diesem Umfeld in den letzten 10 Jahren. Die Antworten werden nun vom Fraunhofer IPK wissenschaftlich ausgewertet und die Ergebnisse in einer Studie dokumentiert, die im kommenden Frühjahr erscheinen soll.


Die Produktentwicklung charakterisieren heute vor allem Teamwork, Partnernetzwerke und ein intensiver Austausch von Produktdaten. Die Bestandsaufnahme zeigt, wie Ingenieure ihre heutige Situation wahrnehmen, was vorrangige Anforderungen und Problemstellungen in der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Unternehmen sind und wo digitale Werkzeuge eine bessere Unterstützung als bisher leisten müssten.


Über 350 Entwicklungsingenieure und mehr als 400 Projektleiter haben ihre Praxiserfahrungen bewertet; ebenso wie GeschäftsführerTeam- und Abteilungsleiter und Mitarbeiter aus den Bereichen IT und Prozesse. Mehr als 50 Prozent der Rücklaufer kamen zu etwa gleichen Teilen aus den Branchen Automobilbau und Transport sowie Maschinen- und Anlagenbau. Über die Branchen Luft- und Raumfahrt, Energietechnik, Elektrotechnik / Elektroindustrie, Verfahrenstechnik, Chemische Industrie, Kunststofftechnik, Medizintechnik, IT-Dienstleitungen im Ingenieurwesen und Ingenieurdienstleister ergab sich eine ausgewogene Verteilung.


Die Aufarbeitung der Ergebnisse erfolgt in den Themenfeldern Informationslogistik, Prozessmanagement, Produktdaten- und Product Lifecycle Management (PDM/PLM) sowie neue Medien in der Produktentwicklung. Ein erstes Fazit aus den erhobenen Daten kann Dipl.-Ing. Patrick Müller vom IPK-Geschäftsfeld Virtuelle Produktentstehung schon jetzt ziehen: „Für das Lösen technischer Problemstellungen, eigentlich die Kernaufgabe von Ingenieuren, haben mehr als die Hälfte der Befragten ihrer Einschätzung nach nicht genügend Zeit.“ Weitere Teilergebnisse der Umfrage werden im Januar 2012 veröffentlicht, eine detaillierte Auswertung in Form einer umfassenden Studie wird dann im März 2012 vorgestellt werden.


Das Fraunhofer IPK betreibt in sieben Geschäftsfeldern und zahlreichen Dienstleistungszentren angewandte Forschung und Entwicklung für den industriellen Produktionsprozess. Das Institut erarbeitet Methoden und Technologien für das Management, die Produktentwicklung, den Produktionsprozess und die Gestaltung industrieller Fabrikbetriebe. Neben eigenen Beiträgen zur anwendungsorientierten Forschung werden neue Lösungen in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft entwickelt. Die im Rahmen von Forschungsprojekten erzielten Basisinnovationen überführen unsere Fachleute gemeinsam mit Industriepartnern in funktionsfähige Anwendungen, deren Erprobung im Versuchsfeld des Produktionstechnischen Zentrums (PTZ) Berlin oder direkt vor Ort bei unseren Kunden erfolgt.


Im Geschäftsfeld Virtuelle Produktentstehung entstehen unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. R. Stark neue Vorgehensmodelle, Entwicklungsmethoden und digitale Werkzeuge für die Informations- und Prozesssteuerung sowie das modellbasierte Entwickeln. Die Entwicklung der digitalen Engineering-Werkzeuge wird begleitet von Studien und industriellen Forschungsprojekten.


Der VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. ist Sprecher der Ingenieure und der Technik. Mit seinen über 140.000 Mitgliedern ist der VDI der größte technisch-wissenschaftliche Verein Europas. Als gemeinnützige und unabhängige Organisation ist er zentraler Ansprechpartner für technische, berufliche und politische Fragen. Sein starkes Netzwerk unterstützt den Austausch zwischen Industrie, Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Ingenieuren. Der Fachbereich Informationstechnik in der VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung widmet sich diesem Themenfeld in einer interdisziplinären, querschnittsorientierten Vorgehensweise. Betrachtet wird insbesondere die anwendungsnahe Informationstechnik. Es werden aktuelle Themen aufgegriffen und neue Aktivitäten initiiert. Verschiedene Fachausschüsse beschäftigen sich derzeit vor allem mit den Themen Wissensmanagement im Engineering, Wissensbasierte Konstruktion sowie MES (Manufacturing Execution Systems).

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