23.11.2021 – Kategorie: Komponenten & Systeme

UniversalAutomation.org: Mehr Interoperabilität für die Automatisierung

Quelle: greenbutterfly - stock.adobe.com

Das neue Industriekonsortium UniversalAutomation.org will mittels Interoperabilität und Portabilität die Automatisierung vorantreiben.

  • Anbieter, Endanwender, Systemintegratoren, OEMs, Start-ups und Hochschuleinrichtungen haben sich zu UniversalAutomation.org (UAO) zusammengeschlossen.
  • Sie wollen mittels Interoperabilität und Portabilität die Welt der industriellen Automatisierung voranbringen.
  • Erstmals werden Anbieter, Endanwender, OEMs und Wissenschaftler ein gemeinsames Automatisierungssoftware-Layer für ihre Automatisierungstechnik nutzen, und zwar unabhängig von der Marke.
  • Diese Zusammenarbeit soll die Entwicklung eines Ökosystems portabler, interoperabler „Plug-and-Produce“-Lösungen vorantreiben und damit eine neue Kategorie der industriellen Automatisierung schaffen.

Die Übertragbarkeit von Softwarelösungen ist in anderen Marktsektoren bereits Realität. So werden zum Beispiel mobile Anwendungen für verschiedene Smartphone-Anbieter entwickelt, was schnelle Fortschritte durch kollektive Innovation ermöglicht. Bislang hat die industrielle Welt anders funktioniert, nämlich mit geschlossenen proprietären Architekturen und hardware-abhängiger Software. UniversalAutomation.org soll nun eine neue Ära der Offenheit und Zusammenarbeit einläuten. Dabei werden Software und Hardware durch die gemeinsame Nutzung einer Referenz-Laufzeitimplementierung der Norm IEC 61499 entkoppelt.

„Wir freuen uns, Teil von UniversalAutomation.org zu sein. Denn es verspricht, die Situation komplett zu verändern“, so Jac Opmeer, Principal Automation Engineer bei Shell Global Solutions B.V. „Es eröffnet eine neue Welt der Möglichkeiten für Unternehmen wie unseres. Die Freisetzung wertvoller Daten, derzeit in proprietären Systemen vergraben, macht Anbindung und Einsatz neuer Technologien wie KI schnell und einfach. Als Teil von UniversalAutomation.org arbeiten wir aktiv mit gleichgesinnten Organisationen zusammen. Wir unterstützen sie dabei, eine aufregende neue, offene Ära in Betrieb und Automatisierung zu schaffen.“

UniversalAutomation.org schafft Basis für interoperable Automatisierungssoftware

Die Organisation wird die Grundlage für interoperable und portable Automatisierungssoftware bilden. Eine solche Software lässt sich mit nahezu jeder Universal Automation-kompatiblen Hardware betreiben. Dabei entsteht ein völlig herstellerunabhängiges Ökosystem für die Entwicklung von Automatisierungssoftware . Durch die Verschmelzung der Informationstechnologie (IT) und der Betriebstechnologie (OT) will die Organisation das Potenzial von Industrie 4.0 freisetzen.

„Die Gründung von UniversalAutomation.org ist der Beginn einer neuen Ära in der Automatisierungstechnologie. Sie wird in den nächsten fünf Jahren die Zukunft der Entwicklung von Automatisierungssoftware grundlegend verändern“, so Dmitrii Drozdov, Chief Technology Officer bei Flexbridge. „Wir freuen uns, Teil von UniversalAutomation.org zu sein und die Entwicklung eines Plug-and-Produce“-Systems voranzutreiben, das der Branche helfen wird, mit den steigenden Anforderungen der flexiblen Fertigung Schritt zu halten. Es besteht kein Zweifel daran, dass mit dem weiteren Beitritt der Mitglieder zur Organisation und der Nutzung der Vorteile von Zusammenarbeit und Offenheit ein branchenweiter Wandel folgen wird.“

„UniversalAutomation.org bringt Anbieter und Anwender von Technologien zusammen und eröffnet die Möglichkeit eines kontinuierlichen Dialogs zwischen den Mitgliedern, um ihr Wissen zu teilen. Wir freuen uns darauf, mit anderen Mitgliedern zusammenzuarbeiten. Somit können wir unsere Forschung verbessern und weiterentwickeln und dabei helfen, die Herausforderungen zu bewältigen, mit denen die Industrie derzeit konfrontiert ist“, sagte Valeriy Vyatkin, Professor für Elektrotechnik an der Aalto-Universität. „Die Norm IEC 61499 wird der Industrie helfen, eine gemeinsame Plattform für verschiedene Arten von Softwarefunktionalitäten in der Automatisierung zu haben, die es Unternehmen ermöglicht, ein bestimmtes Maß an Zuverlässigkeit und Vorhersagbarkeit zu erreichen und die Flexibilität von Produktionsanlagen zu erhöhen.“

Mit offenen Lösungen für die Zukunft gerüstet

„Wood freut sich darauf, die Zukunft der Automatisierung mitzugestalten und die Rentabilität und Produktivität der Kunden in unseren Industriemärkten zu verbessern. Die UAO-Technologie wird mit ihren offenen, interoperablen und portablen Lösungen Geschäftsinnovationen, eine verstärkte digitale Akzeptanz und Agilität ermöglichen, die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen stärken und unsere Kunden in die Lage versetzen, für die Zukunft gerüstet zu sein“, sagt German Carmona, Präsident von Woods Geschäftsbereich Applied Intelligence.

Zu den derzeitigen und künftigen Mitgliedern gehören: Aalto University, Advantech, Asus, Belden, Cargill, eaw Relaistechnik GmbH, ESA, ETP, Flexbridge, Georgia-Pacific, GR3N, Hirschmann, HTW Berlin, Intel, Jetter, Johannes Kepler Universität Linz, Kongsberg Maritime, Lawrence Technological University, Lumberg Automation, Phoenix Contact, ProSoft, R. Stahl, Schneider Electric, Shell, VP Process, Wilo, Wood und Yokogawa. Weitere Mitglieder dürften bald beitreten, zumal die Organisation aktiv neue Mitglieder anwirbt.

Die Mitglieder arbeiten zusammen, um die nächste Generation von Universal Automation-Lösungen zu entwickeln und einzuführen. Dabei entwickeln sie gemeinsam eine Laufzeitumgebung nach den Grundsätzen der Shared Source weiter. Die Mitglieder haben Zugang und zudem die Möglichkeit, die nächste Generation der Automatisierung zu gestalten.

Alle Unternehmen, die die industrielle Automatisierung vorantreiben wollen, können Mitglied werden.

Industrieller Fortschritt mit interoperabler Automatisierungssoftware

Die Einführung einer gemeinsamen Laufzeitumgebung, die von allen Anbietern genutzt wird, bietet Möglichkeiten für Wachstum und Modernisierung in der Industrie. Die ARC Advisory Group hat herausgefunden, dass ein solcher Schritt dem Industriemarkt jedes Jahr 30 Milliarden US-Dollar einsparen könnte. Diese Summe fällt nämlich derzeit allein für die Wartung und Instandhaltung der installierten Basis proprietärer Systeme an.

Die Mitglieder von UniversalAutomation.org gehen davon aus, dass die Einführung dieses auf Referenzimplementierungen basierenden Ansatzes diese Vorteile hat:

  • Portabilität und Wiederverwendung von Softwarekomponenten auf verschiedenen Systemen, Verbesserung der Investitionsrentabilität für geistiges Eigentum (IP);
  • höhere Innovationskraft durch schnellere Integration neuer Technologien und Systeme, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, einfachere Konnektivität und Flexibilität zur schnelleren Erfüllung von Kundenanforderungen;
  • Verlängerung der Lebensdauer bestehender industrieller Werkzeuge, Geräte und Systeme und einfachere Aufrüstung von Systemen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben;
  • vereinfachte Schulung und Qualifizierung (Teams müssen nur ein gemeinsames System erlernen). Dadurch gestaltet sich dder Einstieg in die Automatisierungsbranche für IT-Fachleute und die neue Generation von Automatisierungsfachleuten leichter.
  • Entwicklung von AppStore-ähnlichen Plattformen zur gemeinsamen Nutzung von Apps rund um Automatisierungsanwendungen

Weitere Informationen finden Sie hier.

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