Unternehmensgründung: Wie aus der Idee ein Gewinn werden kann

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Wie gestaltet sich die Unternehmensgründung in den Bereichen alternative Energien und Informationtechnik und welche Faktoren entscheiden über den Erfolg? Damit hat sich ein Forschungsprojekt des IfM Bonn und der Universität Utrecht genauer befasst.
Unternehmensgründung

Quelle: Rawpixel.com/Shutterstock.com

  • Das IfM Bonn und die Universität Utrecht haben Unternehmensgründungen in mehreren Ländern untersucht.
  • Von der Idee bis zum Unternehmen, das Gewinne erwirtschaftet, vergehen danach in Deutschland rund 29 Monate.
  • Nur jede neunte Unternehmensgründung im Bereich der alternativen Energien und der Informationstechnik beruht auf radikalen Neuerungen.
  • Die Studie beleuchtet außerdem die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Gründungsverhalten.

Prozesse der Unternehmensgründung in den Branchen „Alternative Energien“ und „Informationstechnologien“ verlaufen in Deutschland schneller als in den USA. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forschungsprojekt des IfM Bonn und der Universität Utrecht, das eine Befragung von Gründern und Gründerinnen in Deutschland, USA, Italien und Großbritannien in diesen beiden Branchen ausgewertet hat: „Offenkundig wagen es Gründer und Gründerinnen hierzulande erst, eine sichere Beschäftigung aufzugeben, wenn ihre Gründungsidee bereits relativ ausgereift ist. Aus diesem Grund scheinen sie bei der späteren Umsetzung ihres Gründungsvorhabens auf weniger Hemmnisse zu stoßen, wodurch letztlich der Gründungsprozess von Anfang an beschleunigt wird“, erläutert Dr. Nadine Schlömer-Laufen, die gemeinsam mit Associate Prof. Dr. Andrea Herrmann (Universität Utrecht) das Forschungsprojekt geleitet hat.

Insgesamt dauert es in den untersuchten Branchen hierzulande im Durchschnitt rund 29 Monate, bis aus einer Idee ein Unternehmen entsteht, das substanzielle Gewinne erwirtschaftet: Davon entfallen durchschnittlich ungefähr 12 Monate auf die Vorgründungsphase, 6 Monate auf die Realisierungsphase und knapp 11 Monate auf die Reifungsphase.

Die Gesamtzeit der Gründung kann jedoch stark variieren: Während einige Neugründungen in den untersuchten Branchen bereits nach wenigen Monaten die Gewinnzone erreichten, dauert es in anderen Fällen mehrere Jahre. „Prinzipiell gilt: Je innovativer ein Geschäftsmodell ist, desto länger dauert der Gründungsprozess“, berichtet Dr. Nadine Schlömer-Laufen. „So weisen Gründungen, die auf radikalen Innovationen beruhen, eine fast 16 Monate längere Dauer auf als imitative Gründungen. Dies ist insofern nicht überraschend, schließlich benötigen radikale Innovationen meist mehr Zeit für die Marktetablierung, da die Produkte bzw. Dienstleistung häufig noch unbekannt sind.“

Unternehmensgründung selten mit radikaler Innovation

Allerdings basiert nur jede neunte Neugründung in den alternativen Energien bzw. in der Informationstechnologie auf einer radikalen Innovation. Rund jede dritte Gründung beruht auf einer Verbesserung eines bestehenden Produkts oder einer Dienstleistung, jedes zweite auf einer Imitation. Die aus einer Imitation oder einer Verbesserung erwachsenden Geschäftsmodelle etablieren sich entsprechend deutlich schneller auf dem Markt als solche, die auf einer radikalen Innovationen beruhen. Ihr schneller Erfolg ist ein Indiz dafür, dass der Fokus der Wirtschaftspolitik weit über die Förderung alleinig innovativer Gründungen hinausgehen sollte.

Beschleunigende Wirkung durch Krisen

„Inwieweit sich die Corona-Krise aktuell auf das Gründungsverhalten und den Gründungsprozess auswirkt, lässt sich aktuell noch nicht absehen. Zusätzliche Analysen legen nahe, dass Krisen eine beschleunigende Wirkung besitzen“, berichtet die IfM-Projektleiterin. So verkürzte sich während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in 2008/2009 der gesamte Gründungsprozess von Unternehmen im Durchschnitt um 10 Monate. Möglicherweise sind Gründer und Gründerinnen in Krisenzeiten beispielsweise aufgrund drohender Arbeitslosigkeit eher bereit, alles auf eine Karte zu setzten und die Gründung schneller voran zu treiben. „Dieser beschleunigende Effekt könnte sich bei einigen Gründungsvorhaben jetzt auch zeigen – allerdings vermutlich nur in solchen Branchen, die nicht so stark von der Pandemie betroffen sind“, so Dr. Nadine Schlömer-Laufen.

Die Studie finden Sie hier.

Weitere Informationen: https://www.ifm-bonn.org/

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie die Corona-Krise den Start-ups zu schaffen macht.

Lesen Sie auch: „Lastenfahrräder: So lassen sich Leichtbaupotenziale erkennen und nutzen“

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