Werkstoffe: Marode Verkehrsinfrastruktur — Chancen für CFK

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Zulieferer von Faserverbundwerkstoff-Lösungen für die Bauwirtschaft im Fokus der Composites Europe: Der Bausektor bietet aufgrund seiner spezifischen Anforderungen noch viele Möglichkeiten, Anwendungsbereiche und damit Märkte für Faserverbundwerkstoffe zu erschließen.
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Zulieferer von Faserverbundwerkstoff-Lösungen für die Bauwirtschaft im Fokus der Composites Europe: Der Bausektor bietet aufgrund seiner spezifischen Anforderungen noch viele Möglichkeiten, Anwendungsbereiche und damit Märkte für Faserverbundwerkstoffe zu erschließen. Bislang gilt beispielsweise das Brandverhalten der Composites wegen der normalerweise verwendeten organischen Harze als Entwicklungshemmnis. Hierfür hat die Gustav Gerster GmbH & Co. KG aus Biberach/Riss zusammen mit Keraguss Technische Keramik aus Engstingen eine Lösung entwickelt, die erstmals auf der COMPOSITES EUROPE vorgestellt wird. Auf der internationalen Fachmesse, die vom 22. bis 24. September 2015 in Stuttgart stattfindet, werden Lösungen für den Bereich Bau und Konstruktion gezeigt.

Gustav Gerster: Hitzebeständige Verbundwerkstoffe erfüllen Brandschutznorm

„Der Nichtbrennbare Faserverbundwerkstoff NFW erfüllt die Anforderungen an den Brandschutz. Er besteht aus einem speziellen Glasgewebe, dessen Oberfläche exakt auf die flüssige keramische Matrix abgestimmt ist. Da keine organischen Bestandteile enthalten sind, ist schon rein technisch gesehen weder Rauchentwicklung, noch Brennen, noch Abtropfen möglich“, erklärt Gerd Rauenbusch, Sales Manager Composites Gerster. Die Dauertemperaturbeständigkeit des NFW liegt nach Angaben von Keraguss bei 600 Grad Celsius, ab dieser Temperatur verliert das Glasgewebe seine Festigkeit. Die keramische Matrix hält demnach bis zu 1’100 Grad Celsius aus und erfüllt daher alle Anforderungen der Einheitstemperaturkurve (ETK) nach DIN 4102 im Brandschutz.

Durch ein Prüfzeugnis der Klasse A1 nach DIN EN 13501-1 und die Nichtbrennbarkeit mit dem IMO-FTP Code Teil 1 sei es möglich, Bauteile unter anderem für Architektur, Design und Schiffsbau herzustellen. „Bei der Installation einer neuen Bar im Sicherheitsbereich des Abflug-Terminals B am Flughafen Düsseldorf kam der NFW bereits erfolgreich zum Einsatz“, so Rauenbusch. „Es war schnell klar, dass hier kein brennbares Material zum Einsatz kommen darf – denn die Bar steht im Fluchtweg. Mit der nichtbrennbaren Laminiermatrix Keraguss P wurde unser Spezialgewebe mittels einer Form in dreidimensionale Bauteile laminiert. Das Finish war ein spezieller Lack ganz in Orange, der alle Wünsche des Designers erfüllte.“

Stükerjürgen Aerospace Composites: Unikate für den Bausektor

Ebenfalls im Auftrag von Designern arbeitet die Stükerjürgen Aerospace Composites GmbH & Co. KG. aus Rietberg-Varensell. Das Unternehmen, das vor allem als Partner der Flugzeughersteller bekannt ist, präsentiert auf der COMPOSITES EUROPE auch sein Know-how im Bereich Industrieanwendungen. „Ob Dachverkleidungen, Kunstobjekte, Abdeckungen für Silos, oder Parkbänke – das Spektrum ist sehr vielfältig. Jedoch gibt es die meisten Produkte nur einmal, denn es sind Unikate, die für Kunden entstehen, die wiederum Designer für die Gestaltung beauftragen“, erläutert Verkaufsleiter Raphael Vostatnicky. „Dabei handelt es sich meist um sehr anspruchsvolle Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen, gepaart mit einer hochtechnologischen Fertigungskette in unserem Unternehmen.“

3A Composites: PUR-Schaumkerne mit Aluminiumdeckschichten

Eine innovative Leichtstoffplatte, deren völlig neuartige Komposition aus PUR-Schaumkern und Aluminiumdeckschichten Leichtigkeit mit Stabilität vereint, zeigt die 3A Composites GmbH aus Singen auf der Stuttgarter Fachmesse. Das Produkt namens Kapa-Tech besitzt eine Brandzertifizierung für die Euroklasse B gemäß ISO 13501-1 und ist damit die erste Platte aus dem Kapa-Portfolio mit der Klassifizierung „schwer entflammbar“. Die Verbundmaterialien des Unternehmens zeichnen sich durch gute Verformbarkeit und Stabilität, brillante Farbvielfalt und Witterungsbeständigkeit, individuelles Design und einfache Verarbeitung sowie geringes Gewicht und große Formate aus. Dank vielseitiger Einsatzmöglichkeiten im Innen- und Außenbereich bieten sie Konstrukteuren, Planern und Designern breiten Raum für Ideen. Zudem lassen sie sich einfach verarbeiten und montieren.

Unter dem Namen Hylite wird zudem eine Aluminium-Verbundplatte mit einem PP-Kern und zwei Aluminium-Deckblechen vorgestellt, die sich durch höchste Gewichtsreduzierung bei hoher Biegefestigkeit durch eine Vielzahl von Verarbeitungsmöglichkeiten auszeichnet. Einzigartig ist dabei die Eigenschaft, das Material konventionell tiefziehen zu können. Darüber hinaus können durch Pulverbeschichtung fast alle Oberflächeneffekte erzielt werden. Dank der Temperaturbeständigkeit von bis zu 150 °C bietet sich Hylite für eine Vielzahl von industriellen Anwendungen an. Daneben informiert 3A Composites auch über die bewährten Verbundmaterialien Alucore und Alucobond, die in der Bauwirtschaft für Wand- und Deckenverkleidungen sowie bei Dach- oder Fassadenlösungen verwendet werden.

CG TEC: basaltfaserverstärkte Bauelemente mit überragender Zugfestigkeit

Mit einer Neuentwicklung für die Bauindustrie will auch die CG TEC GmbH aus Spalt auf sich aufmerksam machen. „Der von uns entwickelte basaltfaserverstärkte, profilierte Bewehrungsstab zeichnet sich durch sehr hohe Korrosionsbeständigkeit bei überragender Zugfestigkeit aus“, sagt Vertriebsassistentin Kerstin Zetterer. Normalerweise müssten große Mengen an Bewährungsstahl bei der Herstellung von Betonbauteilen eingebracht werden, um deren geringere Zugfestigkeit zu kompensieren. Um eine Korrosion des Stahls zu verhindern, müsse zudem eine hohe Mindestüberdeckung mit Beton gewährleistet werden, um ein langlebiges Bauteil zu fertigen. Hierfür biete der BFK-Rebar eine Alternative.

„Bei unserem Produkt ist eine geringe Betonüberdeckung ausreichend. Neben dem niedrigeren Gewicht liegt ein weiterer Vorteil im gleichen Temperaturausdehnungsverhalten des Basaltfaserstabs und der ihn umgebende Betonmatrix. Denn dadurch werden temperaturinduzierte Spannungen vermindert“, erläutert sie. „Der in einem Prozessschritt hergestellte profilierte Stab wird auf vollautomatisierten Anlagen in einem neu entwickelten Verfahren in unserem Werk produziert.“ Dadurch sei eine dem Anwendungsfall entsprechende Dimensionierung der Stangen möglich, um die gesamte Bandbreite der Anforderungen an Bewehrungssysteme abdecken zu können.  

Carbon Beton etabliert sich im Bausektor

Ob Basalt, Carbon oder Glasfaser: Verbundwerkstoffe für die Bauwirtschaft – das zeigen die von den Ausstellern der COMPOSITES EUROPE angekündigten Neuheiten – werden auch künftig prosperieren. In ihrem Marktbericht 2014 prognostiziert die Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe (AVK) dem Werkstoffe CFK gute Wachstumschancen. „Neben neuen filigranen Strukturen in der Architektur etablieren sich Verstärkungen mittels so genanntem Carbonbeton zunehmend zur Reparatur von Brücken oder anderen gealterten Gebäuden. Der im Vergleich zum Stahlbeton hohe Preis wird zum Teil durch günstigere und zeitsparende Montage, leichteren Transport und eine nachhaltige Stabilisierung von Bauwerken ausgeglichen“, so die Autoren. Sofern sich der Preis weiter reduziere, berge das Bauwesen ein sehr hohes Potenzial.

 

Foto: Verkehrsbauten von 3A Composites (Quelle: 3A Composites)

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