16.05.2012 – Kategorie: Hardware & IT, Technik

Werkstoffe: Polyurethane verbessern die Spieleigenschaften des EM-Fußballs „Tango 12“

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Unterschiedliche Schrittfolgen, mal schnell, mal langsam, abrupte Stillstände und Temperament: Das haben der aus Lateinamerika stammende Tango und das Spiel mit dem gleichnamigen offiziellen Fußball zur diesjährigen Europameisterschaft gemeinsam. Anlässlich der UEFA EURO 2012 im Juni freuen sich Fußball-Fans in Stadien, Biergärten und Wohnzimmern wieder auf spannende Spiele. Ein Gewinner steht dabei jetzt schon fest: der Ball mit dem klangvollen Namen „Tango 12“.

Der Hightech-Ball ist Ergebnis einer langjährigen und bewährten Zusammenarbeit von adidas und Bayer MaterialScience, die bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko zurückreicht. Ein besonderes Merkmal des Tango 12 ist die Textur der Oberfläche, die an die Struktur von Jeansstoff erinnert. Neben einer interessanten Optik und Haptik zeichnet sie auch für die hervorragenden Flugeigenschaften des Balls verantwortlich.

Ziel des Sportartikelherstellers war es außerdem, den Ball noch runder zu machen und sein Aussehen möglichst gut zu schützen. Weniger Schnittkanten und mehr Rundungen bedeuten auch weniger Nahtstellen und Ecken in der Außenhaut. Die Kicker treffen mit größerer Wahrscheinlichkeit auf glatte Flächen und können den Ball damit präziser steuern. Messungen des Durchmessers an 16 verschiedenen Punkten pro Ball belegen: Die Abweichung zwischen dem größten und kleinsten Durchmesser beträgt nur maximal ein Prozent.

Neues Design, bewährte Technologie


Seit synthetische Materialien ihren Einsatz in der Balltechnologie gefunden haben, wurden die Eigenschaften der runden Sportgeräte fortlaufend verbessert. „Die äußere Hülle des Tango 12 besteht aus insgesamt fünf Polyurethanschichten auf Basis von Rohstoffen unseres Impranil Sortiments“, erläutert Thomas Michaelis, Projektleiter für die Ballentwicklung bei Bayer MaterialScience. „Diese Schichten sorgen für einen optimalen Kontakt am Fuß des Spielers und für eine sehr gute Kontrolle bei allen Witterungsbedingungen.“

Die innerste Lage ist ein Haftstrich, der das textile Trägermaterial mit den darüber liegenden Schichten verbindet. Darauf folgt ein rund einen Millimeter dicker syntaktischer Schaum, in dem Millionen mit Gas gefüllter Mikrokügelchen integriert sind. Dadurch erhält der Ball nach der Verformung beim Schuss schnell wieder seine Kugelform für eine optimale Flugbahn zurück.

Den Abschluss bilden drei kompakte Polyurethan-Schichten unterschiedlicher Stärke. Sie verleihen der Oberfläche eine gute Beständigkeit gegen äußere Einflüsse und Abrieb, aber auch eine hohe Elastizität. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass der Ball sein einzigartiges Aussehen lange behält.

Die einzelnen Panels der Ballhülle werden durch eine patentierte thermische Verbindung, die Thermo-Bonding-Technologie, zusammengeklebt und nehmen dadurch so gut wie keine Feuchtigkeit auf. Das Ergebnis: Der Ball wird selbst bei starkem Regen nur um maximal 0,1 Prozent schwerer und ist nahezu wasserundurchlässig. Auch hier ist eine Rohstoffentwicklung von Bayer MaterialScience im Einsatz: Der thermo-aktivierbare Klebstoff basiert auf einer wässrigen Polyurethan-Dispersion des Dispercoll U Sortiments.

Das Design des adidas Tango 12 erinnert an den klassischen „Tango“, den Spielball der FIFA Fußball-Weltmeisterschaften und der UEFA EURO Turniere Anfang der 1980er Jahre. Neu ist jedoch der Bezug zu den beiden Gastgeberländern Polen und Ukraine, die mit ihren Flaggenfarben vertreten sind. Außerdem erinnert eine Grafik an die wichtigsten Merkmale des Fußballsports – Eintracht, Kampfgeist und Leidenschaft. Ein weiteres Bild widmet sich der ornamentalen Kunst des Papierschneidens – einer Tradition in den ländlichen Gegenden beider Gastgebernationen.

Längste Testphase in der Entwicklungsgeschichte


„Vor dem Tango 12 gab es noch keinen Ball von adidas, der einer so intensiven Testphase unterzogen wurde“, sagt Harald Körger, der im Hause adidas für die Ballprüfungen zuständig ist. Der adidas Tango 12 durchlief während seiner zweijährigen Entwicklungsphase strenge Testverfahren: Zum einen prüften sowohl Profi- als auch Amateur-Spieler unterschiedlicher Verbände und Vereine aus acht Nationen die Qualität des Spielgeräts im praktischen Einsatz, zum anderen wurde der Ball umfangreichen Labor-Tests unterzogen.

Der Tango 12 ist also im wahrsten Sinn des Wortes eine runde Sache. Nun heißt es Daumen drücken für die Mannschaft, die mit der Hightech-Kugel am besten umgehen kann.


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