Wie benutzerfreundlich sind virtuelle Welten?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Um die Benutzerfreundlichkeit von VR-Anwendungen zu untersuchen, benötigte man bisher zeit- und kostenintensive manuelle Tests. Dr. Patrick Harms vom Institut für Informatik der Universität Göttingen hat ein Verfahren entwickelt, das die Tests automatisiert. 

uni_goettingen_vr_ic_c851611f6120190521105554
Um die Benutzerfreundlichkeit von VR-Anwendungen zu untersuchen, benötigte man bisher zeit- und kostenintensive manuelle Tests. Dr. Patrick Harms vom Institut für Informatik der Universität Göttingen hat ein Verfahren entwickelt, das die Tests automatisiert.  Virtual Reality, die virtuelle Welt, erobert immer mehr Anwendungsgebiete. Daher ist es wichtig, dass auch virtuelle Welten benutzerfreundlich sind. Um dies zu überprüfen, waren bisher manuelle Tests mit Probandinnen und Probanden nötig, die sowohl zeit-, als auch kostenintensiv sein können. Dr. Patrick Harms vom Institut für Informatik der Universität Göttingen hat eine Technologie entwickelt, die viele Probleme bei der Benutzerfreundlichkeit im virtuellen Raum automatisiert erkennt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift ACM Journal „Transactions on Computer-Human Interaction“ erschienen. Um sein neues Verfahren zu überprüfen, wählte Harms zwei virtuelle Szenarien: Bei der „Kaffee-Szene“ sollte der Benutzer eine Tasse holen, sie genau unter die Kaffeemaschine platzieren und den passenden Knopf drücken. In einem anderen virtuellen Szenario musste der Benutzer einen Zettel kopieren. Die automatisierte Evaluation läuft in drei Schritten ab. Zunächst werden die einzelnen Aktivitäten und Bewegungen von Probanden mit einer Virtual Reality (VR) detailliert aufgezeichnet. Das Ergebnis sind Aktivitätslisten. In diesen Listen sucht das von Harms entwickelte Computerprogramm MAUSI-VR im zweiten Schritt automatisiert nach typischem Nutzerverhalten. Dieses Verhalten wird vom Programm im dritten Schritt hinsichtlich definierter Auffälligkeiten bewertet. „So ist es unter anderem möglich, festzustellen, wie gut Nutzerinnen und Nutzer einer VR von dieser geleitet werden, und ob sie bei der Bedienung üblicherweise ergonomisch ungünstige Abläufe durchführen müssen“, sagt Harms. Zudem erkennt das Programm Interaktionsprobleme, die dazu führen, dass Nutzer bestimmte Abläufe mehrfach wiederholen oder abbrechen müssen. Das Konzept von MAUSI-VR basiert auf Vorarbeiten der Forschergruppe „Softwaretechnik für verteilte Systeme“ um Prof. Dr. Jens Grabowski, Institut für Informatik der Universität Göttingen, zur automatisierten Usability-Evaluation von Websites und Desktop-Software. Diese Arbeiten wurden von Harms in die virtuelle Welt übertragen und ergänzt. „Automatisierte Evaluationen können, anders als manuellen Evaluationen, häufiger, kostengünstiger und ohne besondere Vorbereitungen sowohl in der Entwicklung einer VR, als auch nach deren Veröffentlichung kontinuierlich stattfinden.“ Damit haben Entwickler die Möglichkeit, auch kurzfristig Verbesserungen der VR in der jeweils nächsten Überarbeitung der Software zu berücksichtigen. Originalveröffentlichung: Patrick Harms. Automated Usability Evaluation of Virtual Reality Applications.ACM Transactions on Computer-Human Interaction (2019). DOI: https://doi.org/10.1145/3301423 Bild oben: Zur Überprüfung der Benutzerfreundlichkeit bei Virtual Reality wurde ein Szenario am Kaffee-Automaten entwickelt. Foto: Patrick Harms
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken
Werbung

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.