Wie mit 3D-Druck aus Tauchmasken Beatmungsvorrichtungen werden

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Wie mit 3D-Druck aus Tauchmasken Beatmungsvorrichtungen werden

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Eine Tauchmaske wird durch eine 3D-gedruckte Komponente zu einer funktionalen Gesichtsmaske, die sich zur künstlichen Beatmung eignet. Materia Srl aus Italien setzt dafür das 3D-Druck-System Sintratec S2 ein.
Additive Fertigung von Adaptern für Tauchmasken

Quelle: Materia Srl

  • In Italien entwickelte sich die Coronavirus-Epidemie in den letzten Wochen zunehmend kritisch.
  • Die Menge an Beatmungsgeräten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser konnte den Bedarf der schwer Erkrankten bald nicht mehr decken.
  • Der Anbieter von Taucherausrüstung Mares entwickelte in Zusammenarbeit mit Materia Srl einen Adapter für Tauchmasken.
  • Das Modell „Sea Vu Dry+“, normalerweise Teil einer Unterwasserausrüstung, kann durch eine 3D-gedruckte Komponente verwandelt das Modell Sea Vu Dry+ in eine funktionale Gesichtsmaske, die sich zur künstlichen Beatmung eignet.

Materia Srl aus Italien setzt das 3D-Druck-System Sintratec S2 erfolgreich im Kampf gegen das Coronavirus ein. Mit 3D-gedruckten Adaptern können Tauchmasken zu Beatmungsvorrichtungen umfunktioniert werden, um damit regionale Spitäler entscheidend zu entlasten. Sintratec unterstützt diese Bemühungen im Rahmen der Möglichkeiten und stellt dem Unternehmen das nötige Druckmaterial kostenlos zur Verfügung.

Das in der Nähe von Genua ansässige Unternehmen Materia Srl hat sich als eine der ersten Firmen in Italien eine Sintratec S2 für ihre Produktion angeschafft. Das SLS-Kompaktsystem sollte in erster Linie für Engineering- und Prototyping-Zwecke eingesetzt werden und beispielsweise im Schiffbau Anwendung finden. Doch dann kam alles anders: Anfang März bricht in Italien die Coronavirus-Epidemie in beispiellosem Maße aus und versetzt das ganze Land in einen bis heute andauernden Ausnahmezustand. Akute Versorgungsengpässe, insbesondere im Gesundheitswesen, haben das Team rund um den Betriebsleiter Riccardo Suriano dazu bewogen, einen Beitrag zur Bekämpfung der Krise zu leisten und ihre Arbeit auf neue 3D-Lösungen im Medizinbereich zu fokussieren. Und das mit Erfolg.

Die Modifikation der Tauchmasken ist in wenigen Minuten durchführbar.

Die Modifikation der Tauchmasken kann innerhalb von Minuten durchgeführt werden. Bildquelle: Il Secolo XIXD

3D-Adapter für Tauchmasken

In Italien entwickelte sich die Situation in den letzten Wochen zunehmend kritisch. Die Menge an   Beatmungsgeräten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser konnte den Bedarf der schwer Erkrankten bald nicht mehr decken. Dem Aufruf des nationalen Gesundheitssystems nach alternativen Mitteln folgend, entwickelte der ortsansässige Marktführer für Taucherausrüstung Mares in Zusammenarbeit mit Materia Srl einen Adapter für Schnorchelmasken. Das Modell „Sea Vu Dry+“, normalerweise Teil einer Unterwasserausrüstung, kann durch eine 3D-gedruckte Komponente zu einer funktionalen Gesichtsmaske umgewandelt werden, die sich zur künstlichen Beatmung in Fällen von Atemversagen eignet.

Maskenadapter, die Tauchmasken zu Beatmungsgeräten umfunktionieren.

Die Maskenadapter werden additiv durch selektives Lasersintern (SLS) gefertigt. Bildquelle: Materia Srl

Lebensrettende Teile aus der S2

Geschwindigkeit ist in der aktuellen Notsituationen entscheidend. Entsprechend hat Materia Srl reagiert und eine erste Ladung der Adapter in kurzer Zeit auf dem Sintratec S2-System gedruckt und an Mares zur Weiterverwendung gesendet. „Um das Projekt zeitnah zu testen und umzusetzen brauchten wir rasch Teile – die Stücke aus gesintertem PA12 erfüllten unsere Erwartungen“, so Sergio Angelini, technischer Leiter bei Mares. Der anschließende Modifikationsprozess der Tauchmasken hin zum Beatmungsgerät ist, wie es auch der Nachrichtendienst Il Secolo XIX in seiner Berichterstattung aufzeigt, schnell und unkompliziert. Mit dem erfolgreichen Einsatz dieser Beatmungsmasken wird deutlich, wie durch die lokale additive Fertigung lebensrettende Ressourcen kurzfristig bereitgestellt werden können.

Unterstützung aus der Schweiz

„Wir sind sehr stolz, mit diesem Projekt einen kleinen Beitrag in dieser schwierigen Zeit geleistet zu haben“, betont Materia Srl Betriebsleiter Riccardo Suriano. Auch Sintratec, der Schweizer Hersteller des 3D-Druck-Systems, konnte über seinen italienischen Vertriebspartner CMF Marelli seinen Teil dazu beitragen: Um das Unternehmen bei der Produktion zu unterstützen, stellte Sintratec druckfertiges Sintratec PA12-Pulver, aus welchem die Maskenadapter gefertigt werden, kostenlos zur Verfügung. „In einem der am meisten betroffenen Gebiete der Welt braucht es gerade jetzt solche kreativen Maßnahmen. Wir hoffen, dass Materia Srl zahlreiche Teile herstellen und dadurch Menschenleben retten kann“, resümiert Sintratec CEO Dominik Solenicki.

Bild oben: Das modulare Sintratec S2 System im Einsatz in der Produktion von Materia. Bildquelle: Materia Srl

Weitere Informationen: https://sintratec.com/

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie 3D-Drucker und Autodesk-Software für Atemschutz sorgen.

Lesen Sie auch: „Projekt ViRAI: Wie Konstrukteure von morgen mit Virtual Reality lernen“.

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