Berghütte in 3D: Wo Humboldt sein Basislager aufschlug

Verantwortlicher Redakteur:in: Andreas Müller 2 min Lesedauer

Im Humboldt-Jahr 2019 haben Bamberger Bauforscher eine ecuadorianische Berghütte des Entdeckers Alexander von Humboldt untersucht und dokumentiert.

(Quelle:  Anna Nöbauer/Universität Bamberg)
(Quelle: Anna Nöbauer/Universität Bamberg)

Im Humboldt-Jahr 2019 haben Bamberger Bauforscher eine ecuadorianische Berghütte des Entdeckers Alexander von Humboldt untersucht und dokumentiert.

Einer der Höhepunkte von Humboldts Reise durch Südamerika war die Erforschung der sogenannten „Allee der Vulkane“ in Ecuador. Für einen Besteigungsversuch schlug er am Fuße des Vulkans Antisana sein Basislager in einer historischen Hütte in 4'000 Metern Höhe auf. Ein Projektteam der Universität Bamberg hat die Hütte im Juni 2019 mit digitalen Denkmaltechnologien erfasst. Das Team arbeitet unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Breitling für den Bereich Bauforschung am Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT).

3D-Modell des Gebäudes und seiner Umgebung

„Die Berghütte gehört zu den wenigen authentischen Zeugnissen, die von Humboldts Anwesenheit in Südamerika geblieben sind“, ordnet Projektleiter Dr. Tobias Arera-Rütenik die Bedeutung des Gebäudes ein. Es gehe darum, das wichtige Erbe für Deutschland und Ecuador zu erhalten. Die freiberufliche Denkmalpflegerin Dr. des. Annegret Haseley hat den Bauforscher für die Dokumentation des Gebäudes um Unterstützung gebeten. Die Bamberger Projektmitarbeitenden Anna Nöbauer und Leonhard Salzer verwendeten dafür unter anderem sogenannte „Structure-from-Motion-Verfahren“. Mit diesen digitalen Methoden lassen sich Oberflächen so dokumentieren und vermessen, dass ein dreidimensionales Modell des Gebäudes in seiner Umgebung entsteht.

(Die Berghütte Humboldts liegt am Fuße des Vulkans Antisana in Ecuador. Foto: Anna Nöbauer/Universität Bamberg)
(Die Berghütte Humboldts liegt am Fuße des Vulkans Antisana in Ecuador. Foto: Anna Nöbauer/Universität Bamberg)

Berghütte zeigt Bautraditionen in den Anden

„Zum einen dienen unsere Ergebnisse dazu, die Baugeschichte des mehrfach erweiterten und reparierten Gebäudes zu klären“, sagt Arera-Rütenik. „So können wir rekonstruieren, welchen Zustand es zu Humboldts Zeiten hatte.“ Die Forschenden seien interessiert an den Bautechniken, die auf Bautraditionen der Andenregion zurückgehen. „Zum anderen übergeben wir die Unterlagen den Verantwortlichen in Ecuador, damit sie behutsame Reparaturen durchführen und den langfristigen Erhalt des Denkmals für die Zukunft sichern können.“ Gerade durch das raue Bergklima und die seismische Aktivität, also kleine Erderschütterungen, werde die Bausubstanz deutlich beeinträchtigt.

Besondere Aufmerksamkeit bekommt die Berghütte im Humboldt-Jahr 2019, in dem der 250. Geburtstag des Universalgelehrten gefeiert wird. Zu Jahresbeginn besuchte etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das kulturelle Erbe in Ecuador.

Weitere Informationen unter: www.uni-bamberg.de

Hier erfahren Sie mehr zu bildgebenden Verfahren in der Denkmalpflege.

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