Konstruktionsbauteile Beschaffungsprozess optimieren: CNC-Teilebeschaffung mit Gieni AI und Partfox.com

Ein Gastbeitrag von Timur Göreci 4 min Lesedauer

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Kontinuierliche Innovationen haben die Art und Weise, wie Unternehmen CNC-Teile beschaffen und herstellen, grundlegend verändert. Vor diesem Hintergrund hat die Züricher Orderfox Schweiz AG mit ihrem CNC Netzwerk Partfox einen Weg gefunden, die Herausforderungen der modernen Fertigungsindustrie anzugehen und einen effizienten und transparenten Beschaffungsprozess für CNC-Teile zu schaffen.

(Bild:  HN Works, AdobeStock)
(Bild: HN Works, AdobeStock)

Spätestens seit dem Aufkommen von Social Media ist allgemein bekannt, wie wertvoll die richtigen Daten sind. Spezialisierte Datenbanken haben in jeder Branche ein enormes Potenzial. Deshalb hat Orderfox angefangen, im großen Stil Daten aus der Fertigungsindustrie zu sammeln. Durch die Möglichkeit für Produzenten, selbstständig Daten zum eigenen Maschinenpark hochzuladen, hat das Unternehmen verlässliche Angaben aus erster Hand. Zusätzlich wurden spezielle Algorithmen entwickelt, die vollautomatisch öffentliche Daten von den Websites der Fertigungsunternehmen ziehen. Mittlerweile hat Orderfox mit mehr als 360 Millionen Websites quasi einmal „das komplette Internet” durchforstet. Nach Abschluss wird der Prozess wiederholt. Die daraus resultierenden Daten nutzt das Unternehmen, um Einkäufer und Produzenten durch den Einsatz der eigenen KI perfekt zusammenzuführen.

Datenbasierter Ansatz im Beschaffungsprozess

Durch den automatisierten Ansatz entfällt nicht nur die zeitintensive Akquise, sondern auch die aufwändige manuelle Recherche. Dafür nutzt Partfox gleich zwei KIs: Die eine aggregiert Daten aus der Fertigungsindustrie, während die andere Metadaten der STP- und PDF-Dateien analysiert und Verfahrwege, benötigte Achsen- und das zu zerspanende Material erkennt, um somit relevante Produktionsinformationen zu identifizieren. Durch den Vergleich dieser Informationen mit den Maschinenparks der CNC-Fertiger werden Einkäufer gezielt mit passenden Herstellern verbunden. Mit aktuell bereits mehr als 120.000 Produzenten und über 250.000 Maschinen in der stetig wachsenden Datenbank bietet Partfox Einkäufern eine breite Auswahl und findet mit nur wenigen Klicks den passenden CNC-Hersteller für jede individuelle Anforderung.

Multiparts und komplexe Anforderungen

Genau wie die Datenbank entwickeln sich die Algorithmen selbst weiter. Mit der systematischen Verarbeitung von komplexen Multiparts ist ein Meilenstein in der Entwicklung von Partfox erreicht worden. Konkret heißt dies: Baugruppen lassen sich hochladen, und das System erkennt die Technologie der verschiedenen Teile selbständig. Einkäufer erwarten oft, dass ein Fertiger alle Teile einer Anfrage fertigen kann. Der Arbeitsaufwand einer herkömmlichen, manuellen Recherche ist langwierig, komplex und kostenintensiv. In der Praxis ist es dann mühselig, einen passenden Fertiger zu finden, der Dreh-, Fräs-, und Laserarbeiten in den gewünschten Dimensionen liefern und beschichten kann. Durch den Einsatz von KI und eines Large Language Models (kurz: LLM) gelingt es Partfox, passende Fertiger zu identifizieren, die dies tatsächlich können – selbst bei Anfragen mit vielen unterschiedlichen Teilen und Produktionsschritten.

Die KI bietet Antworten auf Fragen aus der Fertigungsindustrie durch fundierte Markteinblicke aufgrund einer Datenbank. (Bild:  Orderfox)
Die KI bietet Antworten auf Fragen aus der Fertigungsindustrie durch fundierte Markteinblicke aufgrund einer Datenbank.
(Bild: Orderfox)

Partfox gleicht beim Hochladen mehrerer Teile jedes Stück mit den verfügbaren Maschinen ab und berücksichtigt dabei wirtschaftliche Aspekte. Denn der Besitz einer vertikalen Drehmaschine bedeutet nicht, dass diese für kleine Stückzahlen geeignet ist. Durch umfassende Maschinen-Metadaten und ein KI-Matching spart man Zeit und gewährleistet eine optimale Maschinenauslastung.

Das Platzieren von Anfragen bei Partfox ist grundlegend einfacher als auf herkömmliche Weise. Einkäufer laden ihre CAD-Zeichnungen hoch, geben die benötigten Stückzahlen an und können den geografischen Bereich der Ausschreibung eingrenzen. Anfragen kann man dann entweder im RFQ-Feed veröffentlichen oder direkt an bestimmte Fertiger richten. Im Gegenzug werden die CNC-Fertiger automatisch durch den Algorithmus oder auf Eigeninitiative im RFQ-Feed mit Kunden verbunden, die exakt passende Teile für ihre Bauvorhaben benötigen.

Ausblick: So geht es für Partfox weiter

Als nächste Entwicklungsstufe können Einkäufer einfach Fotos von Beispielteilen hochladen. Die KI kann mittels “Image Segmentation” genau bestimmen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Teil von Fertigern hergestellt werden kann, und sogar die verwendete Technologie identifizieren. Weiterhin lässt sich die gesamte Technik auch auf andere Branchen skalieren. Partfox bietet bereits eine breite Palette an Fertigungsverfahren. Der künftige Fokus liegt auf der Erweiterung des Angebots auf Holz, Kunststoff und der Integration von 3D-Druckdiensten. Das Ziel besteht darin, eine umfassende Lösung für die Beschaffung von Fertigungsdienstleistungen anzubieten, die die Bedürfnisse von Kunden in der gesamten Fertigungsindustrie abdecken.

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Beschaffungsprozess optimieren: Chatbot Gieni liefert Marktberichte in Sekunden

Ein weiteres Produkt von Orderfox ist der B2B-Chatbot Gieni, der Benutzern branchenspezifische Informationen liefert und die Marktforschung grundlegend verändern wird. Die Open Beta von Gieni, dem weltweit ersten B2B-KI-Tool seiner Art, markiert einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung der digitalen Fertigungsindustrie. Gieni stellt auf Anfrage Branchen Insights bereit und kann in Sekunden umfassende Marktanalysen erstellen.

Die KI bietet präzise Antworten auf wichtige Fragen aus der Fertigungsindustrie durch fundierte Markteinblicke aufgrund einer umfangreichen Datenbank. Industriespezifische Aufgaben, die normalerweise Monate dauern, werden auf Knopfdruck erledigt. Ebenso kann die generative KI auch Wettbewerbsanalysen durchführen sowie Ranglisten erstellen. Überdies gibt Gieni konkrete Ratschläge zur Realisierung von Projekten mithilfe von CNC-Maschinen. Nutzer können beispielsweise nach Regionen fragen, in denen sich die Herstellung von Motorgehäusen anbietet oder ungenutztes Potenzial für bestimmte Produkte analysieren lassen.

Gieni basiert auf einem leistungsstarken KI-Modell, das Fragen und Anweisungen analysiert und durch die Kombination von spezifischen Datensätzen bearbeitet. Derzeit befindet sich das Tool in der Open Beta und ist in der Lage, sämtliche Fragen zur CNC-Technologie zu beantworten. Interessenten haben aktuell die Möglichkeit, das Tool kostenlos zu testen.

Convenience wie im B2C-Bereich

Die Convenience des B2C-Bereichs wird bald auch im B2B-Geschäft erforderlich sein, da KI das Tempo der Entscheidungsfindung zunehmend beeinflusst. Ohne KI und Spezialdatenbanken können bald nicht mehr die besten Entscheidungen getroffen werden. Der technische Fortschritt macht auch vor der Fertigungsbranche keinen Halt.

Daher ist es entscheidend, innovative Lösungen zu nutzen, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Tools wie Partfox und Gieni zeigen, wie Technologie auch die Fertigungsbranche verändert.