Datensicherheitsmaßnahmen Cyberschutz: Die richtige Strategie für Produktentwicklung und Fertigung

Ein Gastbeitrag von Peter Stössel 5 min Lesedauer

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Zeitgemäßes Datenmanagement muss auch das Thema Datensicherheit und Cyberschutz beinhalten. Eine Lösung dafür besteht in virtuellen Datenräumen. Sie zeigen, wie sichere und gleichzeitig produktive Zusammenarbeit und Datenweitergabe gelingen können. Dabei schützen sie nicht nur, sondern sind skalierbar und damit auch für kleine und mittlere Betriebe eine gute Option.

(Bild:  Montri AdobeStock)
(Bild: Montri AdobeStock)

Immer, wenn bei der Nutzung digitaler Technologien alte und neue Systeme miteinander verschmelzen, ist das Potenzial für Sicherheitslücken groß. Besonders deutlich zeigt sich das in Fertigungsunternehmen. Dort arbeiten im Zuge von Industrie 4.0 immer mehr IoT-fähige Geräte Seite an Seite mit altgedienten CNC-Maschinen. Im Zusammenspiel werden dadurch Prozesse optimiert und die Effizienz gesteigert. Zugleich öffnet das jedoch Tür und Tor für Cyberkriminelle. Hinzu kommen für die Branche typische komplexe und verteilte IT-Infrastrukturen mit einer Vielzahl an IT-Lösungen, von CAD-Software bis hin zu Produktionssteuerungssystemen. Zugleich bewegen sich Unternehmen heute in einem hypervernetzten Ökosystem aus Lieferanten, Zulieferern und Partnerunternehmen mit regem Datenaustausch.

Cyberschutz ist eine große Aufgabe

Die Integration und Absicherung dieser Systeme ist eine große Herausforderung, eine Kompromittierung in einem Bereich hat schnell weitreichende Folgen für alle Beteiligten. Das macht die Branche für Cyberangriffe besonders interessant. Seit einigen Jahren gehören Fertigungsunternehmen zu den am stärksten von Cyberangriffen betroffenen weltweit. Allein im Jahr 2023 sind dadurch Kosten in Höhe von 4,73 Millionen US-Dollar entstanden. Neben dem inneren Ansporn, Reputation und Erfolg des eigenen Unternehmens nicht zu gefährden, müssen gewisse Standards aber auch wegen äußerer Einflussfaktoren eingehalten werden. Dazu gehören rechtliche Vorgaben wie die DSGVO und künftig NIS2.

Virtuelle Datenräume als Lösung

Um ihr Unternehmen zukunftsfähig zu machen, müssen Verantwortliche daher den Balanceakt zwischen zunehmender Digitalisierung, umfassender IT-Sicherheit und gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen meistern. Damit das gelingt und geistiges Eigentum, Produktions- und Kundendaten zuverlässig geschützt sind, sollten Unternehmen unterschiedliche Schritte ergreifen.

Problemlos Mitglieder zu Ordnern hinzufügen. (Bild:  Tresorit)
Problemlos Mitglieder zu Ordnern hinzufügen.
(Bild: Tresorit)

Dazu gehört auch die Nutzung von virtuellen Datenräumen. In ihnen lassen sich wertvolle Daten sicher aufbewahren, wie Baupläne, Konstruktionszeichnungen, Prototypen, technische Spezifikationen und andere vertrauliche Informationen, die zur Entwicklung neuer Produkte verwendet werden. Neben der sicheren Aufbewahrung und dem Schutz vor Cyberangriffen und Datenverlust bieten virtuelle Datenräume die Möglichkeit, ihren Inhalt punktuell nur genau den Nutzern freizugeben, die wirklich Zugriff benötigen. So wird der Kreis kleingehalten, und das Risiko für ein Datenleck wird minimiert. Das gewährleistet außerdem die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen, ohne dass Unternehmen auf die Angebote von externen Dienstleistern oder die Verpflichtung zusätzlicher IT-Fachkräfte angewiesen sind.

Auch für den externen Austausch von Daten mit Geschäftspartnern, Kunden oder Lieferanten bieten Datenräume eine effiziente und sichere Plattform. Verschlüsselte Übertragungswege schützen die Daten von Anfang an. Dabei ist wichtig darauf zu achten, dass die gewählte Verschlüsselungsmethode höchsten Anforderungen entspricht. Der Goldstandard ist hier die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach dem Zero-Knowledge-Prinzip. Dabei werden Dateien und ihre Metadaten direkt auf dem Gerät mit einem einzigartigen, zufällig generierten Code verschlüsselt. Der Zugriff auf die Informationen ist ausschließlich mit dem spezifischen Entschlüsselungscode des Nutzers möglich, was einen höchstmöglichen Schutz der Daten gewährleistet. Zero-Knowledge bezieht sich dabei auf das „Nicht-Wissen“ des Plattform-Hosts, denn auch dieser hat keinerlei Zugriff auf die Daten. So entsteht ein zusätzliches Sicherheitsnetz: Selbst, wenn es zum Datenklau kommt, erbeuten die Kriminellen nur Datensalat.

Projekte in sicheren Umgebungen erstellen und speichern. (Bild:  Tresorit)
Projekte in sicheren Umgebungen erstellen und speichern.
(Bild: Tresorit)

Weitere Funktionen, die viele virtuelle Datenräume bieten, sind beispielsweise die Versionskontrolle von Dokumenten, die sichtbar macht, inwieweit Änderungen vorgenommen wurden. Außerdem erleichtern Optionen wie eSign-Angebote die digitale und gleichzeitig rechtssichere Unterzeichnung wichtiger Dokumente. Diese und weitere zusätzliche Tools unterstützen eine transparente, reibungslose und ortsunabhängige Zusammenarbeit und verbessern die Produktivität von Teams innerhalb und außerhalb des eigenen Betriebes.

Damit die Datenspeicherung in virtuellen Datenräumen gleichzeitig gesetzlichen Vorschriften entspricht, ist es wichtig, bei der Auswahl eines passenden Anbieters darauf zu achten, dass er verschiedene Serverstandorte bietet. Die DSGVO schreibt vor, dass personenbezogene Daten nur auf Servern innerhalb der EU oder in einem als sicher anerkannten Drittstaat gespeichert werden dürfen. Dieser Anforderung muss der virtuelle Datenraum entsprechen.

Mischung sorgt für Cyberschutz

Virtuelle Datenräume sind ein wichtiger Teil einer umfassenden, mehrschichtigen Strategie für guten Cyberschutz. Ergänzt werden sollten sie aber durch weitere Maßnahmen wie regelmäßige Sicherheitsaudits, kontinuierliches Patch-Management und die Nutzung von sicheren Passwörtern. Außerdem müssen Verantwortliche den „Faktor Mensch“ mit einbeziehen. Das bedeutet für die Auswahl eines passenden virtuellen Datenraumes beispielsweise, dass dessen Nutzungsfreundlichkeit überzeugen muss.

Schnell und einfach Projekte mit anderen teilen. (Bild:  Tresorit)
Schnell und einfach Projekte mit anderen teilen.
(Bild: Tresorit)

Eine benutzerfreundliche Anwendung erleichtert die Implementierung im Unternehmen, sorgt dafür, dass die Angestellten sie auch wirklich im Alltag verwenden und minimiert Trainingskosten. Dabei sollte auch die Integration in gängige Programme wie Microsoft Outlook und Teams möglich sein. Außerdem sind regelmäßige Schulungen zum Thema Datensicherheit für Mitarbeiter aus mehreren Gründen unerlässlich: Sie sensibilisieren für Bedrohungen, indem die Angestellten lernen, verschiedene Arten von Cyberangriffen wie Phishing, Malware und Ransomware zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie helfen, sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter Vorschriften und Standards für Datensicherheit kennen und verankern eine sicherheitsbewusste Arbeitsweise im Alltag. Nur im Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen entsteht umfassender Datenschutz für das gesamte Unternehmen.

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Datenmanagement nur mit Datensicherheitsmaßnahmen

In der Fertigungsbranche ist das Zusammenspiel von Datenmanagement und Datensicherheit entscheidend, um sensible Daten zu schützen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Cyberbedrohungen zu vermeiden. Heute herrscht mehr denn je der Druck, Prozesse und Abläufe so effizient wie möglich zu gestalten, um Kosten und Ressourcen unter Kontrolle zu haben und dadurch langfristig im Wettbewerb mithalten zu können. Ein integrierter Ansatz, der sowohl effektives Datenmanagement als auch zuverlässige Sicherheitsmaßnahmen umfasst, versetzt Fertigungsunternehmen in die Lage, von den verfügbaren technischen Innovationen zu profitieren, ohne sich vor Cybervorfällen fürchten zu müssen. Mit Blick auf die Zusammenarbeit in diesem hypervernetzten, spezifischen Ökosystem der Branche sind virtuelle Datenräume eine wichtige Möglichkeit, Zusammenarbeit sicher und komfortabel zu gestalten, Vertrauen zu schaffen und gleichzeitig Prozesse so schlank wie möglich zu halten.