Wie lassen sich hochkomplexe, teils meterlange Anlagen und Förderbänder reibungslos in bestehende Gebäudestrukturen mit ihren Versorgungssystemen integrieren? Die Antwort liegt in der intelligenten Verknüpfung zweier bislang getrennter digitaler Welten: der des Maschinenbaus und der der Gebäudeplanung. Möglich wird diese domänenübergreifende Zusammenarbeit durch eine Datenschnittstelle von XPLM, die eine passgenaue Fertigung, Installation und Wartung optimal und effizient ermöglicht.
M-iQ-Profi-Spülmaschine (hinteres Gerät) und M-iQ-Korbtransportspülmaschine (vorne).
(Bild: MEIKO Deutschland GmbH)
Meiko arbeitet seit Jahren in zwei Datenwelten: Für die Entwicklung und Fertigung seiner teils meterlangen Anlagen und Förderbänder nutzt das Unternehmen Siemens NX und verwaltet die Projektdaten in der PLM-Lösung Siemens Teamcenter. Anders die Gebäudeplaner: Sie setzen die Autodesk BIM-Software Revit für die Gebäudetechnik ein. Neben Gebäudemaßen sind darin auch Zusatzinformationen wie Leitungen, Abluftkanäle oder Materialien enthalten, zudem werden oft AutoCAD-Mechanical-Daten genutzt.
Abstimmung der Datenwelten wurde zum Problem
Lösung zur schnellen und hygienesicheren Aufbereitung von Patientengeschirren.
(Bild: MEIKO Deutschland GmbH)
Isoliert betrachtet gibt es also für beide Bereiche gute und praktikable Lösungen, zumal die Kunden von Meiko ihre Gebäudedaten meist im Revitformat liefern. Schwierigkeiten bereitete in der Vergangenheit jedoch die notwendige Abstimmung zwischen den Datenwelten. Schließlich müssen die Anlagen und Förderbänder von Meiko genau auf die Räumlichkeiten des Kunden zugeschnitten sein und unter anderem auch betriebliche Abläufe mit einbeziehen.
Für die Spültechnik gibt es im Bauwesen keine festgelegten Standards. Das erschwert die Projekte. Jede Lösung ist maßgeschneidert und muss Faktoren wie Wärmelasten sowie Wasser- und Stromversorgung berücksichtigen. Und das angepasst an die jeweiligen Ländervarianten, denn Meiko ist weltweit aktiv. Eine besondere Herausforderung für ein Unternehmen, das nicht direkt an der Planung von Gebäuden beteiligt ist, sondern meist erst beauftragt wird, wenn das Mauerwerk steht.
Austausch via Datenschnittstelle über System- und Organisationsgrenzen hinweg
Um die notwendige Datendurchgängigkeit zu erreichen, hat XPLM als Partner für Integrationslösungen zur Digitalisierung durchgängiger Prozesse in der Industrie eine Direktintegration in das PLM-System ermöglicht. Sie löst das Revit-Datenpaket in die einzelnen TGA-Projekte auf und bringt sie in Teamcenter mit den NX-Konstruktionsdaten in den Zusammenhang. Diese Schnittstelle erleichtert sowohl die Planung neuer Anlagen als auch die Wartung bestehender Maschinen. Somit ist Meiko heute in der Lage, die Projektdaten zentral zu verwalten und über die Versionskontrolle in Teamcenter zu gewährleisten, dass alle Beteiligten stets mit gültigen Daten arbeiten. Gerade bei komplexen Projekten – zum Beispiel auf Kreuzfahrtschiffen oder in historischen Gebäuden – ist dies ein großer Fortschritt.
Da die Teamcenter-Integration beim Upload der Projektinformationen auch Daten in den gewünschten Neutralformaten erzeugt, ist das eine erhebliche Erleichterung für die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen im eigenen Haus und externen Partnern, unter anderem, weil beispielsweise Gewerkepläne wie Rohrleitungs- und Fließschemata oder Schaltpläne von allen Projektbeteiligten eingesehen werden können – auch ohne Revitlizenz.
Datenzugriff im gesamten Lebenszyklus
Dies verbessert auch die Kommunikation und Transparenz gegenüber dem Auftraggeber. Unstimmigkeiten oder Planungsfehler werden frühzeitig erkannt und korrigiert. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen „digitalen Showroom“ zu besuchen. Der Kunde kann sich quasi in einer Simulation ein realitätsnahes Bild von der Anlage machen, was die Abstimmungsprozesse im Kundengespräch erheblich erleichtert.
Diese transparente Darstellung aller Projektdaten kann über den gesamten Lebenszyklus verfolgt werden und unterstützt somit nicht nur die Planung und den Bau der Anlage, sondern auch den betrieblichen Ablauf. Benötigt ein Monteur vor Ort an der Maschine genauere Informationen zu Abluft, Standort, Verrohrung oder Wasserversorgung, kann er alle benötigten Daten aus dem Montageplan abrufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Originaldateien in Revit oder NX gespeichert sind.
Die automatische Bandmaschine BTA 160 spült bis zu 16 Tabletts pro Minute.
(Bild: MEIKO Deutschland GmbH)
Diese Datenverwaltung und -visualisierung bietet Meiko auch strategische und vertriebliche Vorteile. Im Vertrieb ermöglicht sie eine präzisere Vorstellung dessen, was tatsächlich geliefert werden soll. Dies reduziert Missverständnisse und potenzielle Konflikte mit den Kunden. Der gesamte Projektablauf wird optimiert und spart sowohl Zeit als auch Kosten.
Die Qualität der Daten spielt eine wesentliche Rolle. Eine weitere Herausforderung stellt die Heterogenität der Daten dar. Denn Projektbeteiligte und Kunden bringen unterschiedliche Datenformate und -strukturen mit, deren Integration und Harmonisierung oft mit erheblichem Aufwand verbunden ist. In einem Nischenmarkt wie hochspezialisierten Geschirrspülern fehlen häufig Standards, und es existieren unterschiedliche Formate. Dies betrifft vor allem die Darstellung spezifischer Daten wie Wärmelasten, Luftfeuchtigkeit, Wasser-, Abwasser- und Stromverbrauch. Der Fragmentierung der verschiedenen Disziplinen – Elektrotechnik, Maschinenbau, Bau- und Gebäudetechnik – begegnet Meiko mit der von XPLM ermöglichten Datenintegration.
Stand: 16.12.2025
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Datenschnittstelle als Grundlage für Digital Twin
Durch die Datenschnittstelle entsteht auch die Grundlage für den digitalen Zwilling, ein virtuelles Abbild des physischen Systems. Damit erhält das Integrationsprojekt eine strategische Komponente. Die bisher getrennten Informationswelten wachsen zusammen und können für die Überwachung und Steuerung der Anlagen weiter genutzt werden. Zumindest bei kleineren Maschinen ist dies in einem ersten Schritt bereits heute realisierbar. Bei größeren Anlagen ist der digitale Zwilling wegen der Variantenvielfalt noch Zukunftsmusik.
Aufbau einer mit Meiko-Geräten ausstaffierten Atemschutzwerkstatt für die Reinigung von Feuerwehrschutzbekleidung.
(Bild: MEIKO Deutschland GmbH)
Die Integration von Gebäudetechnik und Maschinenbau eröffnet neue Möglichkeiten für das Lifecycle Management von Anlagen. Mit der Datenschnittstelle hat Meiko kürzere Projektlaufzeiten sowie schlanke, agile und transparente Prozesse erreicht. Die Heterogenität der Daten aus unterschiedlichen Gewerken, Anlagen- und Gebäudetypen stellt ebenso wenig ein Problem dar wie die Frage nach der Herkunft der Daten. Die Verknüpfung von Elektrotechnik, Maschinenbau und Bauingenieurwesen ist gelungen.