Hannover Messe Diese Software macht optische Fertigungsmaschinen intelligenter

Verantwortliche:r Redakteur:in: Andreas Müller 3 min Lesedauer

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Der Maschinenhersteller OptoTech, eine Tochter der Schunk Group, hat eine KI-gestützte Software für die optische Industrie entwickelt. Sie macht Fertigungsmaschinen effizienter und benutzerfreundlicher.

KI-gestützte Software OptoSight.(Bild:  OptoTech)
KI-gestützte Software OptoSight.
(Bild: OptoTech)

OptoSight erkennt in Echtzeit Fehler im Produktionsablauf und bietet im Dialog mit dem Nutzer Lösungen zu deren Behebung an. Die KI verhindert Ausfallzeiten, reduziert den Serviceaufwand und verbessert die Gesamtanlageneffektivität. Die optischen Fertigungsmaschinen von OptoTech werden dadurch intelligenter, effizienter und benutzerfreundlicher. Vorgestellt wird das Produkt auf der Hannover Messe 2025.

Fertigungsmaschinen für die optische Industrie

Das zur Schunk Group gehörende Unternehmen OptoTech stellt Maschinen für die optische Industrie her, mit denen Brillengläser ebenso wie Teile für die Fein- und Präzisionsoptik gefertigt werden. Das Produktspektrum umfasst über 140 verschiedene Maschinentypen, darunter Schleifmaschinen, Poliermaschinen und Zentriermaschinen, aber auch Messgeräte und Beschichtungsanlagen. Damit deckt OptoTech alle Anwendungsbereiche ab, von Brillengläsern und der Endoskop-Optik über Kamera- und Mikroskop-Optiken sowie großen Spiegeln für die Halbleiterherstellung bis hin zu Astro-Optiken, die in Weltraumteleskopen eingebaut werden.

KI überwacht Produktionsprozess in Echtzeit

OptoSight soll zunächst vorrangig in der Fein- und Präzisionsoptik zum Einsatz kommen. Maschinen in diesem sensiblen Anwendungsbereich müssen äußerst präzise und zuverlässig arbeiten und extremen Anforderungen genügen. Die in OptoSight verbaute Software mit generativer KI überwacht in Echtzeit alle für den Produktionsprozess wichtigen Parameter. Die Steuerungstechnik erkennt kleinste Abweichungen von der Norm: Sei es, dass die Spindeldrehzahl nicht der Sollgröße entspricht oder die Temperatur einen Schwellenwert übersteigt. Dabei meldet die Software, die mit den Daten der Steuerungstechnik arbeitet, nicht nur Fehler oder Störungen, sondern macht dank integrierter KI gleichzeitig Vorschläge, wie sie behoben und künftig vermieden werden können. OptoSight nutzt zu diesem Zweck vortrainierte und neueste KI-Modelle, die mit maschinenspezifischen Informationen ergänzt werden.

KI-Assistent verbessert Benutzerfreundlichkeit der Fertiungsmaschinen

Ein KI-Assistent, der via Chat mit dem Anwender kommuniziert, hebt die Customer Experience, also Benutzerfreundlichkeit und Service, auf ein neues Niveau. Er beantwortet Fragen und gibt aktiv Lösungsvorschläge für alle denkbaren Anwendungsfälle, die den Service oder die Bedienung der Maschine betreffen. So kann der Nutzer auch komplexere Störungen selbst beheben, zumal er jederzeit auf ergänzende Informationen in Betriebsanleitungen oder Servicedokumenten zurückgreifen kann, die der KI-Assistent automatisiert zur Verfügung stellt. Hilft auch das nicht weiter, kann der Nutzer ein Serviceticket erstellen und dessen Bearbeitungsstand jederzeit nachverfolgen.

Dashboard bietet Zugriff auf alle Funktionen

Zentrales Element von OptoSight ist ein Dashboard, das den Betriebszustand aller mit der Software verknüpften Fertigungsmaschinen zeigt. Die Benutzeroberfläche gewährt Zugriff auf sämtliche Funktionen, inklusive des KI-Assistenten. Auf Wunsch können Nutzer auch einen neuen Remote-Service in Anspruch nehmen, der OptoTech-Servicetechniker über eine Cloud-Verbindung auf die OptoTech-Maschinen und die dazu gehörende Steuerungstechnik zugreifen lässt. Dabei ist die Cybersicherheit jederzeit gewährleistet. OptoSight ist nach der internationalen IT-Sicherheitsnorm IEC 62443 zertifiziert und erfüllt alle Anforderungen an Datenschutz und Datenhoheit. Als offenes digitales Ökosystem kann die Software auch an Fremdanlagen angebunden werden. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Industrie, da die Schunk Group, und damit auch OptoTech, auf die Stärke offener Ökosysteme im digitalen Umfeld setzt.

Vollautomatisierte KI als nächste Entwicklungsstufe

OptoSight ermöglicht dadurch sehr effiziente Wartungszyklen vor Ort für den Kunden und bietet sicher über Fernzugriffs-Lösungen die Behebung von Fehlern an. OptoTech will seine optischen Fertigungsmaschinen weiter digitalisieren und mit zunehmender Verbreitung noch intelligentere Ausbaustufen folgen lassen. „Wir haben sehr viel in die Digitalisierung unserer Technologie investiert und sind mit OptoSight in der Branche die Ersten, die KI in den Produktionsprozessen einsetzen“, sagt Dr. Alireza Tavakoli, CDO und Managing Director Digital der Schunk Group. Je mehr intelligente Maschinen in Betrieb sind und je mehr Daten und Anwendungsfälle dadurch generiert werden, desto leistungsstärker werde die KI. „Irgendwann wird sie selbstständig Maßnahmen zur Fehlerbehebung an die Steuerungstechnik kommunizieren.“ Dr. Stefan Seifried, Managing Director der OptoTech Optikmaschinen GmbH, ergänzt: „Dieser Schritt zur vollautomatisierten vorausschauenden Wartung ist die nächste Entwicklungsstufe unserer integrierten Maschinen-Intelligenz.“

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OptoTech Schleifmaschine SM 80 CNC mit automatischer Beladung.(Bild:  OptoTech)
OptoTech Schleifmaschine SM 80 CNC mit automatischer Beladung.
(Bild: OptoTech)

OptoSight ist ab sofort für alle neuen optischen Fertigungsmaschinen von OptoTech sowie für Bestandsmodelle ab dem Herstellungsjahr 2017 verfügbar. Die Schunk Group und OptoTech präsentieren die Software erstmals auf der Hannover Messe am Stand von Entwicklungspartner Softserve (Halle 15, Stand E14).

Schunk Group und OptoTech auf der Hannover Messe: Halle 15, Stand E14

Weitere Informationen: https://www.optotech.net/