Das Gebäudeenergiegesetz verpflichtet Immobilienbesitzer zur Nachhaltigkeit. Auch im Bestand werden umfangreiche Maßnahmen nötig. Dabei rückt nicht nur die in der Öffentlichkeit breit diskutierte Versorgungsseite in den Fokus, also die Wärme- und Kälteerzeuger. Vielmehr geht es jetzt auch verstärkt um Optimierungen auf der Verbrauchsseite. Hier tritt nun die Gebäudeautomation in den Vordergrund.
(Bild: Siemens AG)
Der Weg zur Klimaneutralität führt über den Gebäudesektor. Mit rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen ist er in der EU ein zentraler Hebel zur Erreichung der Klimaziele. Die Weichen für klimaneutrale Gebäude stellt nun die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Es ist die lange erwartete nationale Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie EPBD (Energy Performance Buildings Directive) von 2018. Die neuen Regelungen in diesen Bereichen gelten auch für bestehende Nichtwohngebäude und müssen teilweise bereits bis zum 31. Dezember 2024 erfüllt werden.
Nachhaltigkeit wird im Gebäudesektor somit von einem „Nice to have“ zur Pflicht. Als erstes müssen Akteure dabei beachten, dass sich die Anforderungen des GEG bei weitem nicht nur auf die genutzte Energie für Wärme und Elektrizität beziehen. Die wichtigsten Vorgaben umfassen eine Verpflichtung zur Nutzung von mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien für Heizungsanlagen, den Einbau von Gebäudeautomation in Nichtwohngebäuden und Maßnahmen für mehr Effizienz im Betrieb.
Gebäudeautomation mit Automatisierungsgrad B
Die Vorgaben des GEG betreffen also nicht nur die Versorgung mit regenerativen Energien. Das Gesetz stellt auch klare qualitative Anforderungen an die gebäudetechnischen Anlagen zur Wärme- und Kälteerzeugung, deren Automatisierungsfunktionen sowie deren Inbetriebnahme und Einregulierung. In der Praxis bedeutet das: Nichtwohngebäude mit einer Nennleistung der Heizungsanlage, Klimaanlage oder kombinierten Raumheizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage von über 290 Kilowatt müssen künftig mit digitaler Gebäudeautomatisierung und -steuerung sowie Energieüberwachungstechnik ausgerüstet sein.
Diese gesetzliche Vorgabe kombiniert die beiden Aspekte digitale Energieüberwachungstechnik und Gebäudeautomatisierung. Letztere muss dabei vielschichtige Aufgaben übernehmen. Konkret muss ein Gebäudeautomationssystem nach GEG für neu zu errichtende Gebäude mit Funktionen gemäß Automatisierungsgrad B (nach DIN V 18599-11: 2018-09) ausgestattet sein. Das bedeutet, dass Erzeuger und Verbraucher miteinander kommunizieren und die Erzeuger Wärme und Kälte für die Gebäudebereiche nur so „bedarfsgerecht“ erzeugen, wie sie von den Verbrauchern aktuell benötigt werden.
Regenerative Energien effizient einsetzen
Selbst wenn Gebäude mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien versorgt und automatisiert betrieben werden, kann der Verbrauch immer noch ineffizient sein. Vor diesem Hintergrund umfasst das GEG auch Maßnahmen, den Betrieb von Heizungsanlagen effizient zu gestalten und den Energieverbrauch des Gebäudes zu minimieren. Zu den verpflichtenden betriebsoptimierenden Maßnahmen gehören Prüfungen und Optimierungen in regelmäßigen Abständen. Sie betreffen neu eingebaute Wärmepumpen ebenso wie ältere Heizungsanlagen. Hinzu kommt der verpflichtende hydraulische Abgleich von Heizungsanlagen mit Wasser als Wärmeträger beim Einbau.
Nichtwohngebäude mit einer Nennleistung der HLK-Anlagen von über 290 Kilowatt müssen künftig mit digitaler Gebäudeautomatisierung und -steuerung ausgerüstet sein.
(Bild: Siemens AG)
So umfangreich die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes auch sind – Eigentümer und weitere Akteure im Gebäudebereich sollten das GEG als Chance sehen. Denn als einheitliches Regelwerk über die energetischen Anforderungen bietet es Orientierung und schafft die Voraussetzung für ein aufeinander abgestimmtes Maßnahmenpaket, um Gebäude ganzheitlich nachhaltig zu gestalten.
Einen 360-Grad-Blick auf alle relevanten Bereiche von der Versorgung über die Automatisierung bis zu den einzelnen Verbrauchern bieten auch Anbieter von Lösungskonzepten und Services für den Gebäudesektor. Siemens verfügt über die Technologien und Knowhow zur Erfüllung aller gesetzlichen Anforderungen an Nichtwohngebäude, die die Elektrifizierung der Wärmeversorgung, digitale Energieüberwachungstechnik und Gebäudeautomatisierung umfassen.
Verschiedene Energieversorgungslösungen können helfen, ihre 65-Prozent-Pflicht zu erfüllen. Um unter den vielfältigen Möglichkeiten die passende nachhaltige Lösung zu finden, bietet Siemens ein Rundumpaket, das die Konzeption und Planung, die Installation und ganzheitliche Integration der Anlagen in die vorhandene Infrastruktur sowie ein übergreifendes Energie- und Lastmanagement umfasst. Zu den möglichen Maßnahmen für eine nachhaltige Wärmeversorgung gehört vor allem die Bereitstellung von thermischer Energie durch effiziente Wärmepumpen, aber etwa auch die lokale Energieerzeugung mit Power-to-Heat- und PV-Anlagen, Brennstoffzellen, der Bezug und die Speicherung von grünem Strom oder eine Erhöhung der Effizienz durch die Absenkung der Vorlauftemperatur.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Ein umfassendes Energiedatenmanagement sorgt für Transparenz im Energieverbrauch und ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Effizienz aller gebäudetechnischen Anlagen.
(Bild: Siemens AG)
Das Angebot an digitaler Energieüberwachungstechnik deckt die Bereiche Energieverbrauch und Gebäudeeffizienz ab. Ein umfassendes Energiedatenmanagement mit technischem Langzeit-Monitoring ermöglicht es, sämtliche Verbraucher jederzeit im Blick zu behalten. Das ISO-50001-konforme Energiedatenmanagement bietet nicht nur Transparenz im Energieverbrauch, sondern auch eine kontinuierliche Erfassung und Auswertung der Verbrauchswerte aller Energiezähler inklusive Energieauswertung und Kennzahlen.
Gebäudeautomation: Umfassender Einblick in die Effizienz
Durch Langzeit-Monitoring erhalten Gebäudebesitzer einen umfassenden Einblick in die Effizienz aller gebäudetechnischen Anlagen. Die kontinuierliche Analyse des Betriebsverhaltens wird automatisiert. Auf dieser Datengrundlage sind eine Effizienzbewertung und das Aufdecken von Effizienzpotenzialen schnell möglich. Zudem sind Informationen über Schwachstellen und erreichte Verbesserungen transparent verfügbar.
Ein besonderes Augenmerk auf das Potenzial der Gebäudeautomation sollten Eigentümer legen, die auf dem Weg zum nachhaltigen Gebäude möglichst schnell Ergebnisse erzielen wollen. Digitale Technologien können den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken, ohne dass aufwendige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Mit dem Gebäudeautomationssystem Desigo von Siemens erhalten Eigentümer zum Beispiel alles, was sie zur Verbesserung ihrer Gebäudeleistung benötigen – von Feldgeräten und weiterer Hardware bis hin zu Cloud-Lösungen. Durch die Anpassung von Gebäudeanwendungen an die individuellen Standortgegebenheiten lassen sich nicht nur der Energieverbrauch und die Wartungskosten reduzieren, sondern auch ideale Umgebungen für alle Nutzer des Gebäudes schaffen.
Die Dekarbonisierung des Gebäudesektors startet jetzt
Mit dem Gebäudeenergiegesetz ist der Grundstein für die umfassende Transformation des Gebäudesektors hin zur Klimaneutralität gelegt. Eine ganzheitliche Betrachtung aller relevanten Eckdaten von Gebäuden wird künftig unverzichtbar, um die Anforderungen des Gesetzes zu erfüllen. Der Eckpfeiler Versorgung ist dabei ebenso zu betrachten wie ein effizienter Betrieb und Verbrauch.
Die kontinuierliche Analyse des Betriebsverhaltens wird automatisiert. Auf dieser Datengrundlage sind eine Effizienzbewertung und das Aufdecken von Effizienzpotenzialen schnell möglich.
(Bild: Siemens AG)
Bei der Umsetzung der Vorgaben des GEG rückt die Gebäudeautomation zunehmend in den Vordergrund. Denn Lösungen wie Desigo sind auch in der inzwischen sehr kurzen Umsetzungszeit realisierbar. Automatisierungssysteme helfen, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Darüber hinaus unterstützen sie Eigentümer dabei, ihre Energie- und Betriebskosten zu reduzieren, die Energieeffizienz und Gebäudeperformance zu steigern und die CO2-Emissionen langfristig zu senken.
Die Autoren: Axel Schlarb ist Leiter Portfolio Automation, bei Siemens Smart Infrastructure, Deutschland, und Andreas Schmuderer ist Leiter Energy Performance Services, bei Siemens Smart Infrastructure, Deutschland.