Automobilbau Geschäftskontinuität gewährleisten: Just-in-Time-Lieferketten absichern

Von Ronja Menzel 4 min Lesedauer

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Als Zulieferer in der Automobilindustrie muss die Thyssenkrupp Presta AG in der den Automotive-OEMs die bestellten Komponenten exakt zum richtigen Zeitpunkt zu liefern. Die Folgen von Produktionsausfällen sind gravierend. Für das Risikomanagement und um die Geschäftskontinuität zu gewährleisten setzt die Thyssenkrupp Presta AG deshalb auf die Version Control Software Octoplant von Auvesy-MDT.

(Bild:  Anna/stock.adobe.com)
(Bild: Anna/stock.adobe.com)

Die in der Automobilindustrie selbstverständliche „Lean Production“ mit ihren Just-in-Time-Lieferketten bedeutet vor allem für Automotive-Zulieferer ein hohes Risiko: Die OEMs lagern neben der logistischen auch die finanzielle Verantwortung für die zeitgerechte Lieferung auf ihren Zulieferer aus. Dabei ist es unerheblich, ob die Ursache etwa ein Unfall, eine Gerätestörung oder ein Cyberangriff ist.

Geschäftskontinuität statt Stillstand

Nur eine fehlende Komponente könnte bei einem Automobilhersteller die gesamte Produktion zu einem kostenintensiven Stillstand bringen. Zu den dadurch entstehenden Kosten von rund 22.000 US-Dollar pro Minute kämen empfindlich hohe Vertragsstrafen hinzu. Diese Vorgehensweise der OEMs wird verständlich, wenn man bedenkt, dass ein Automobilhersteller im Schnitt rund 250 Zulieferer hat. Nur eine einzige fehlende Komponente kann beim Hersteller die gesamte Produktion stoppen und die genannten hohen Kosten verursachen. Die Hersteller verlagern dieses Risiko daher konsequent auf ihre Zulieferer.

Komponenten für jedes vierte Auto auf der Welt

Unter diesen Bedingungen arbeitet auch die Thyssenkrupp Presta AG, die als Hidden Champion im Automotive Sektor agiert. „Jedes vierte Auto auf der Welt hat Komponenten von thyssenkrupp Presta im Einsatz“, erklärt Benjamin Kleine, Projektmanager Manufacturing Digitalization bei Thyssenkrupp Presta. „Der Fahrzeugbau ist ein hochkomplexes System und somit darauf angewiesen, dass jedes Teil zur richtigen Zeit in der passenden Qualität am vorgesehenen Ort angeliefert wird.“

Ein Automobilhersteller hat im Durchschnitt ca. 250 Zulieferer, deren Arbeit eng miteinander verzahnt ist. (Bild:  Auvesy)
Ein Automobilhersteller hat im Durchschnitt ca. 250 Zulieferer, deren Arbeit eng miteinander verzahnt ist.
(Bild: Auvesy)

Zur Komplexität trägt außerdem bei, dass Entwicklung und Produktion bei Thyssenkrupp Presta weltweit über 24 Hauptstandorte verteilt sind. Dort wiederum setzt das Unternehmen eine große Bandbreite von Produktions- und Automatisierungstechnologien ein – unter anderem SPS (Speicherprogrammierbare Steuerungen), Roboter und Imaging-Systeme. Sie werden genutzt in Kaltschmiedemaschinen, für Wärme- und Oberflächenbehandlungen von Metallteilen, in Montagelinien für mechanische und elektronische Komponenten sowie beim Kunststoffspritzguss.

Im Falle einer Störung binnen weniger Minuten betriebs- und produktionsfähig zu sein, ist deshalb ein zentraler Baustein der Strategie des Unternehmens für Risikomanagement und Geschäftskontinuität. thyssenkrupp Presta setzt dazu auf die Asset- und Device-Management- sowie Backup-Lösung Octoplant des Anbieters Auvesy-MDT.

Backup und Versionierung als Schlüssel für die Geschäftskontinuität

Die modulare Software-Plattform hilft, Downtimes auf ein Minimum zu begrenzen, indem sie im Falle einer Störung Produktionslinien innerhalb von Minuten wiederherstellt und damit wieder einsatzfähig macht. Zu diesem Zweck erstellt sie automatische Backups und dokumentiert jede Änderung an den Einstellungen und Parametrisierungen der Produktionsmaschinen. Kommt es etwa durch eine Störung zu einem Stillstand, kann die Software die letzten als sicher und funktionsfähig bekannten Steuerungs- und Produktionsdaten gezielt wiederherstellen. Auf diese Weise lassen sich Produktionsausfälle so kurz wie möglich halten und Stillstände von mehreren Stunden oder sogar Tagen ausschließen.

Das zentrale Versionierungssystem von Octoplant sorgt dabei für Rückverfolgbarkeit und ermöglicht es, ungewollte Änderungen in der Produktion schnell zu erkennen und bei Bedarf rückgängig zu machen. Mit Hilfe der Änderungshistorie lassen sich jederzeit die gewünschten Konfigurationen der Anlagen wiederherstellen.

Thyssenkrupp Presta AG 

Die Thyssenkrupp Presta AG ist ein Unternehmen des thyssenkrupp-Konzerns. Insgesamt sind weltweit etwa 10.900 Mitarbeiter in 24 Werken und Entwicklungsstandorten in Liechtenstein, Schweiz, Deutschland, Frankreich, Polen, Ungarn, Mexiko, Brasilien, USA, China und Japan beschäftigt. Mit seiner Business Unit Steering zählt der Zulieferer zu den weltweit erfolgreichsten Herstellern von Lenksystemen und ist Technologieführer auf dem Gebiet der Massivumformung. Entwickelt und produziert werden Komponenten wie insbesondere Lenksysteme für jährlich mehr als 30 Millionen Fahrzeuge. Im Detail handelt es sich bei den produzierten Teilen in erster Linie um Kaltschmiedeteile, mechanische Lenksäulen, elektrische Lenkgetriebe oder elektrische Lenksäulen.

Zusätzlich dient die Software als zentrale Quelle für die Maschinendokumentation und liefert in diesem Zusammenhang einen vollständigen Überblick über die komplette Asset-Landschaft von thyssenkrupp Presta – über alle weltweit verteilten Standorte hinweg. Dies bezieht auch Elektropläne und die beispielsweise für Audits relevanten Nachweise mit ein. Hinzu kommen ein lückenloses Compliance Management und eine zuverlässige Threat Protection, um auch die Cybersicherheit der OT- und IT-Systeme sicherzustellen.

So trägt die von Auvesy-MDT gelieferte Version Control Software dazu bei, die mit Produktionsausfällen verbundenen Risiken auf ein für Thyssenkrupp Presta akzeptables Maß reduzieren. „Octoplant ist Teil unserer Wiederherstellungsstrategie für unsere industriellen Produktionsleitsysteme. Im Notfall können wir so ganze Produktionslinien innerhalb von Minuten wiederherstellen und die Lieferkette aufrechterhalten“, fasst Projektmanager Benjamin Kleine zusammen. Dies ermögliche dem Unternehmen, trotz des komplexen Settings seiner Produktionsstandorte und -technologien seine Just-in-Time-Ziele zuverlässig zu erreichen und die Lieferkette für seine Auftraggeber sicherzustellen.

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