Robert Van der Waal von Sandvik Mining and Rock erklärt, wie sich Lieferketten für Ersatzteile in der Krise robuster gestalten lassen.
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Langfristiger Marktboom gepaart mit dem Zusammenbruch der globalen Lieferketten -- wer wäre da schon gern der Logistikleiter eines Bergbauunternehmens?
Robert Van der Waal von Sandvik erklärt, warum es noch nie so anspruchsvoll war, Teile an ihren Bestimmungsort zu bringen.
Mangel an Schlüsselkomponenten, Transportengpässe, Covid-19, steigende Materialpreise und ein schief gelaufenes Software-Upgrade in einem wichtigen Vertriebszentrum -- ein Wunder, kann Robert Van der Waal noch schlafen. Van der Waal ist der noch neue Vizepräsident für Logistik bei der Parts & Services Division von Sandvik Mining and Rock Solutions. Seine Aufgabe ist es, den Wahnsinn in der Logistikbranche zu durchschauen. Er soll dafür sorgen, dass die Kunden die benötigten Teile bekommen, wo und wann sie sie brauchen. Glücklicherweise kann Van der Waal auf eine lange Tätigkeit bei DHL zurückblicken, und in den letzten zwölf Jahren war er in leitender Position bei Samsung tätig -- beides Unternehmen, die sich mit effizienten Lieferketten auskennen.
(Robert Van der Waal ist der neue Vizepräsident für Logistik bei der Parts & Services Division von Sandvik Mining and Rock. Bild: Sandvik Mining and Rock)
"In 20 Jahren habe ich so etwas noch nie gesehen, die ganze Welt der Logistik ist auf den Kopf gestellt worden. Wir müssen nur herausfinden, wie wir in dieser neuen Dynamik am besten arbeiten können", sagt Van der Waal. "Einige der Probleme liegen nicht in unserer Hand. Aber andere haben wir uns selbst zuzuschreiben -- wie die notwendige, aber schwierige Einführung eines neuen Lagerverwaltungssystems in unserem zentralen Distributionszentrum in Eindhoven, Niederlande, wo die meisten unserer Teile gelagert werden. Unsere Kunden waren zweifellos von den Unannehmlichkeiten betroffen, hatten aber zum Glück bemerkenswert viel Verständnis. Jetzt, da wir wieder auf dem richtigen Weg sind, können wir unsere Lieferketten mit Hilfe moderner Systeme auf die neuen Gegebenheiten abstimmen."
Engpässe in den Häfen
Dies ist bereits geschehen. Denn die Anlage in Eindhoven liefert jetzt 40 Prozent mehr Volumen aus als vor der Systemaufrüstung. Selbst Produkte, die in Häfen wie Long Beach in Kalifornien und Yantian in China festsitzen, werden langsam durch die Lieferkette befördert. Auch geopolitische Faktoren bereiten Kopfzerbrechen, wie zum Beispiel die Schließung der Grenzen Malis nach der jüngsten Machtübernahme durch das Militär. Das bedeutet, dass sich Minen nicht über die üblichen Routen beliefern lassen. Und die Covid-19-Regeln ändern sich mit der Entwicklung der Pandemie weiter…
"Man braucht nur eine Verzögerung bei der Lieferung von Teilen zu sehen, um zu erkennen, wie wichtig sie für die Kunden sind", sagt Van der Waal. "Sie brauchen Ersatzteile, um den Betrieb ihrer Minen aufrechtzuerhalten - und das ist ein Problem, das man nicht ignorieren kann. Deshalb haben wir unsere Versandmethoden geändert. Früher haben wir 40 Prozent auf dem Luftweg, 40 Prozent auf dem Seeweg und 20 Prozent auf der Straße verschickt. Jetzt lassen wir sogar 70 Prozent der Teile einfliegen. Das ist zwar schneller, aber die Kosten sind enorm. Aber wir haben keine andere Wahl -- das ist ein Preis, den wir zahlen müssen, um die Kunden zufrieden zu stellen."
Lieferketten: Verzögerung und Kosten steigen, Verfügbarkeit sinkt
Es sind nicht nur die Frachtkosten, die steigen. Sondern es wird alles teurer, von einfachen Schrauben und Bolzen bis hin zum Holz für die Verpackung. Vor allem die Preise für Seefracht sind in die Höhe geschnellt. Ein Mangel an Schiffen bedeutet, dass die Containerpreise gestiegen sind, und zwar von etwa 2'000 Dollar pro Container vor ein paar Jahren auf heute bis zu 18'000 Dollar. Sandvik fängt einen Großteil dieser Erhöhungen auf, aber der Kostendruck ist groß.
Allerdings gibt es einige Probleme, die sich auch mit Geld nicht lösen lassen. Der weltweite Mangel an Halbleitern trifft die Zulieferer elektronischer Komponenten. Er führe zu Verzögerungen in der gesamten Branche. Es sei unwahrscheinlich, dass sich dies in absehbarer Zeit bessern werde, meint Van der Waal.
Was bedeutet das alles für die Lieferfristen? "Ich denke, die grobe Schätzung ist, dass die Dinge jetzt doppelt so lange dauern wie früher", sagt Van der Waal. "Selbst Express-Kurierdienste, die früher eine Zustellung am nächsten Tag garantierten, brauchen jetzt zwei Tage.
Lieferketten robuster gestalten
Bedeutet dies aber das Ende der Just-in-Time-Logistik? "Nicht unbedingt", sagt er. "Wir müssen nur unsere Lieferkette so anpassen, dass wir immer noch mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit für den Kunden da sind. Während eine Lieferkette in der Vergangenheit auf Effizienz ausgelegt war, zwingen die Unterbrechungen durch die Pandemie und die neue Marktdynamik die Unternehmen, einschließlich Sandvik, dazu, ihre Lieferstrukturen so umzugestalten, dass sie wesentlich robuster sind. Solche, die besser in der Lage sind, Unterbrechungen und unerwartete Störungen zu bewältigen."
Stand: 16.12.2025
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Zurück zu den Grundlagen: Schlüssel zum Erfolg
Neue Technologien und Prozesse spielen zweifellos eine Rolle, wenn es darum geht, sicherzustellen, dass die Teile und Ausrüstungen von Sandvik dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Doch anstatt allzu großes Vertrauen in neue Technologien (wie zum Beispiel künstliche Intelligenz) zu setzen, rät Van der Waal zur Vorsicht und zu einem "Zurück zu den Grundlagen"-Ansatz. Es sei besser, kurzfristig einen Schritt zurück zu machen, um in Zukunft zwei Schritte vorwärts zu gehen.