Recycling-Projekt Tornado 2 Tempest Mit 3D-Druck vom alten zum neuen Kampfjet-Bauteil

Verantwortliche:r Redakteur:in: Andreas Müller 3 min Lesedauer

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Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat sich an einer ungewöhnlichen Initiative für das Recycling beteiligt, die unter dem Namen Tornado 2 Tempest firmiert. Dabei wurden alte Tornado-Komponenten der Royal Air Force (RAF) in Metallpulver umgewandelt, das dann für den 3D-Druck neuer Teile für das Orpheus-Kleinmotorenkonzept verwendet wurde.

(Bild:  Rolls-Royce plc)
(Bild: Rolls-Royce plc)

Da Orpheus Teil des Future Combat Air System (FCAS)-Programms ist, zeigt das Projekt, dass sich die Technik potenziell für die nächste Generation der Tempest-Kampfflugzeugplattform einsetzen lässt -- ein Eckpfeiler der strategischen Initiative Grow Combat von Rolls-Royce. Viele der überschüssigen Bestände des Verteidigungsministeriums (MOD), wie zum Beispiel Ersatzteile und defekte Komponenten, enthalten strategische Metalle wie hochwertigen Stahl, Aluminium und Titan. Das Tornado-2-Tempest-Projektteam hat sich zusammengetan, um herauszufinden, ob einige dieser Komponenten zu Pulvern zerstäubt werden können, die als „Ausgangsmaterial“ für die additive Fertigung neuer Teile dienen. Tornado-Bauteile, die große Mengen an Titan enthalten, darunter Kompressorschaufeln eines Niederdruckluftkompressors, wurden gereinigt und erfolgreich zerstäubt, so dass ein 3D-gedruckter Nasenkonus und Kompressorschaufeln aus recycelten Teilen hergestellt werden konnten. In Teamarbeit installierte Rolls-Royce den 3D-gedruckten Nasenkonus an einem Orpheus-Testtriebwerk und ließ dieses unter Testbedingungen laufen, um die Eignung und Sicherheit des Teils für den künftigen Einsatz nachzuweisen -- mit positiven Ergebnissen.

Strategische Metalle werden durch Recycling zugänglich gemacht

Das Projekt wurde vom Defence Equipment and Support (DE&S) Defence Recycling & Disposals Team (DRDT) in Zusammenarbeit mit dem FCAS-Team des Verteidigungsministeriums, Rolls-Royce und Additive Manufacturing Solutions Limited (AMS) mit Sitz in Burscough, Lancashire, geleitet. Die von der UK Strategic Command's Defence Support Organisation im Rahmen ihrer Circular Economics for Defence Concept Note finanzierte Studie zeigt, dass die Umwandlung von Altteilen in Neuteile machbar ist und dem Verteidigungsministerium und dem gesamten Verteidigungsbereich enorme Vorteile bringen könnte, insbesondere durch die Verbesserung der Zugänglichkeit strategischer Metalle für die britische Verteidigungsindustrie und ihre Zulieferer.

Andrew Eady, Rolls-Royce VP FCAS Sustainability, sagt, dass das Tornado 2 Tempest-Projekt ein Beispiel für die zukunftsweisenden Nachhaltigkeitsprinzipien sei, die in der FCAS-Nachhaltigkeitsstrategie und der MOD Defence Support Strategy verankert seien. Rolls-Royce sieht sich dabei weiterhin führend in der Kreislaufwirtschaft und der Entwicklung neuartiger digitaler Lösungen. .“

Digitaler Produktpass gibt Auskunft über Materialien und Lebenszyklen

Das Team demonstrierte auch einen digitalen Produktpass, in dem Daten zur Materialherkunft und zum Lebenszyklus erfasst und aufgezeichnet werden. Dies kann möglicherweise fundiertere Entscheidungen über die Materialzuteilung ermöglichen und vor der Verwendung von gefälschten Materialien schützen.

Thomas Powell, DRDT's Strategic & Submarine Recycling Senior Commercial Manager, sagt, dass die Lösung nicht nur die Kosten und den Aufwand für die Beschaffung kritischer und hochwertiger Metalle verringern könne. Vielmehr lassen sich auch Komponenten herstellen, die leichter, stabiler und langlebiger seien als die mit herkömmlichen Schmiedetechniken hergestellten. An diesem Projekt war ein Team von mehr als 80 Personen beteiligt, darunter Absolventen von DRDT und Rolls-Royce-Absolventen, die aktuelle Fähigkeiten und innovative Technologien kombinieren, um zukünftige Fähigkeiten zu entwickeln und zu erhalten.

Squadron Leader Rob, FCAS' Sustainability Requirements Manager verspricht sich von Technologieinitiativen wie Tornado 2 Tempest mehr Unabhängigkeit der RAF von langwierigen und kostspieligen Lieferketten. Operationen lassen sich länger aufrechtzuerhalten, mit dem damit verbundenen Vorteil, dass weniger Emissionen und Abfälle entstehen.

Der Chief of Defence Logistics and Support (CDLS) des Verteidigungsministeriums verlieh dem Tornado 2 Tempest Rolls-Royce vor kurzem eine CDLS-Belobigung , das Engagement und der Hingabe bei der Bereitstellung und Verbesserung anerkennend,  um die vorderste Front zu unterstützen.

Robert Higham, Direktor von AMS, sagt, man sei zuversichtlich gewesen, dass die Innovationen und Ideen von AMS einen großen Einfluss auf die Zukunft einer widerstandsfähigen Versorgung haben würden. Das Projekt habe die Möglichkeit eröffnet, die eigene Fähigkeit zu zeigen, bahnbrechende Prozesse und Teile für die Kreislaufwirtschaft im Verteidigungsbereich zu liefern.

Weitere Informationen: 
https://www.rolls-royce.com/
https://www.additive-manufacturing.co.uk/about/
 

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