Baugruppen fertigen Mit Know-how gegen versteckte Flaschenhälse

Ein Gastbeitrag von Christoph Lenhard 5 min Lesedauer

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Die Software A2N (Assembly to Nesting) von Lantek wickelt 3D-Baugruppen automatisch ab und macht daraus in Minuten valide Produktionsdaten. 

A2N reduziert Fehler, beschleunigt die Produktion und optimiert die Kostenkalkulation.(Bild:  Lantek)
A2N reduziert Fehler, beschleunigt die Produktion und optimiert die Kostenkalkulation.
(Bild: Lantek)

Baugruppen stellen für Blechfertiger eine komplexe Herausforderung dar. In bereitgestellten 3D-Konstruktionen sollen die Komponenten aus unterschiedlichen Materialien gefertigt und für die Fertigung kalkuliert werden – einige davon mit komplizierten Fasen, spezifischen Biegeanforderungen und speziellen Materialien. Das erfolgt meist manuell. Verzögerungen und Ineffizienzen sind absehbar. Wofür Blechfertiger oft Stunden brauchen, erledigt das das Software-Modul A2N (Assembly to Nesting) in Minuten.

Baugruppen sind individuelle Herausforderungen

Jede gelieferte 3D-Baugruppe eines Kunden stellt eine individuelle Herausforderung dar: ihre Umwandlung in umsetzbare, produktionsreife Formate, ohne dabei an Präzision einzubüßen. Die Schwierigkeit liegt nicht allein im Entwurf. Sie besteht auch in der Überwindung der Kluft zwischen verschiedenen CAD-Formaten, der korrekten Abwicklung der Blechteile und Sicherstellung, dass die Produktionsteams mit den daraus resultierenden Daten fehlerfrei und ohne kostspielige Verzögerungen arbeiten können.

Baugruppen: Wofür Blechfertiger oft Stunden brauchen, erledigt das das Software-Modul A2N (Assembly to Nesting) in Minuten.
Wofür Blechfertiger oft Stunden brauchen, erledigt das das Software-Modul A2N (Assembly to Nesting) in Minuten.
(Bild: Lantek)

Baugruppen manuell zerlegen, Komponenten identifizieren und sie zu 2D-Dateien abwickeln – dieser herkömmliche Ansatz ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch anfällig für menschliche Irrtümer. Dabei steht viel auf dem Spiel: Ein einziger Fehler bei der Abwicklung oder der Interpretation von Biegeradien kann Produktionsengpässe, Ausschuss oder teure Nacharbeit nach sich ziehen. Da lohnt sich ein genauer Blick auf die Schwierigkeiten und wie sie die Effizienz von Blechfertigungsprozessen beeinträchtigen.

Fehlerquelle und Hemmschuh: manuelle Bearbeitung

3D-Baugruppen werden oft in konstruktionsorientierten Formaten geliefert, die nicht für die Produktion optimiert sind. Die Ingenieure müssen manuell einzelne Komponenten wie Biegeteile, Platten, Schrauben, Halterungen oder Strukturteile identifizieren und sie in brauchbare Daten umwandeln. Das umfasst:

•Zerlegen des 3D-Modells: Aufspalten der Baugruppe in ihre Einzelteile und Unterbaugruppen

•Abwicklung der Komponenten: Umwandlung der 3D-Strukturen in ebene 2D-Layouts, die zum Schneiden und Biegen geeignet sind

•Handhabung von Biegeparametern: Berücksichtigung kritischer Elemente wie Biegezugaben, Materialschrumpfung und Konfiguration der Abkantpresse

Jeder dieser Schritte ist arbeitsintensiv und in hohem Maße abhängig vom gesammelten Wissen über Materialien, Dicken und Biegeverhalten. Viele Fertiger haben interne Tabellen und Formeln für Biegeabzüge oder K-Faktoren, die oft aufgrund jahrelanger Produktionserfahrung entstanden sind. Aber selbst mit diesem Fachwissen bergen manuelle Prozesse Risiken – vor allem, wenn die CAD-Formate variieren oder spezifische Biegeeigenschaften nicht vollständig dokumentiert sind.

Formatvielfalt– das Dilemma der CAD-Kompatibilität

Ein großes Hindernis bei der Erstellung von 3D-Baugruppen ist die Vielfalt der CAD-Formate. Fertiger erhalten häufig Modelle, die mit verschiedenen Softwareprogrammen entworfen wurden, mit jeweils eigenen Spezifikationen und Attributen. Ohne ein einheitliches Format müssen sie ihre Kunden häufig bitten, die Konstruktionen neu zu formatieren oder manuell zu konvertieren. Dadurch gehen wichtige Informationen verloren, wertvolle Produktionszeit verstreicht, das Risiko von Interpretationsfehlern steigt. Enthalten Baugruppen außerdem eine Mischung aus Strukturmaterialien und Verbindungselementen wie Schrauben oder Muttern, kann die falsche Identifizierung dieser Komponenten zu Fehlern bei der Verschachtelung, Bearbeitung, Produktionsplanung oder auch Kostenschätzung führen.

Die Softwarelösung: Präzision, Geschwindigkeit und Integration

Das Modul Assembly to Nesting (A2N) von Lantek setzt direkt an diesen Problemen an. In ihm stecken die herstellerunabhängige und technologieübergreifende Denkweise von Lantek und die langjährige Erfahrung seiner Experten in der Digitalisierung der Blechfertigung. Das Ergebnis: ein automatisierter Arbeitsablauf für die effiziente Verarbeitung von 3D-Baugruppen mit minimalem Fehlerrisiko. Der Hauptvorteil von A2N liegt darin, dass damit 3D-Dateien von führenden CAD-Plattformen direkt importiert werden können. Das macht eine manuelle Formatkonvertierungen überflüssig und eine fehlerfreie Produktion möglich.

Baugruppen fertigen: A2N optimiert Schnitte, Ecken und Schlitze, um die Kompatibilität mit Schneid- und Biegeprozessen zu gewährleisten.
A2N optimiert Schnitte, Ecken und Schlitze, um die Kompatibilität mit Schneid- und Biegeprozessen zu gewährleisten.
(Bild: Lantek)

A2N unterstützt Standard-CAD-Formate wie IGES, STEP und ACIS sowie native Formate der branchenweit am häufigsten verwendeten 3D-CAD-Systeme, darunter SolidWorks, Solid Edge, Inventor, Catia, Creo und Siemens NX. Die direkte Importfunktion erfordert keine Zwischenschritte. Sie wickelt die Blechteile automatisch ab und wandelt sie in 2D-Dateien um, wobei für jedes Material vorkonfigurierte Biegeabzugstabellen oder K-Faktoren angewendet werden. Historische Produktionsdaten und benutzerdefinierte Formeln können ins System integriert werden, sodass hochpräzise Ergebnisse in einer Geschwindigkeit vorliegen, die manuelle Methoden bei Weitem übertrifft.

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Das System erkennt auch automatisch Fasen in 3D-Modellen und bereitet deren Informationen für die Bearbeitung auf Laser- oder Brennschneidmaschinen auf. Ebenso werden Rohre und Profile erkannt, analysiert und gearbeitet. Darüber hinaus optimiert A2N Schnitte, Ecken und Schlitze, um die Kompatibilität mit Schneid- und Biegeprozessen zu gewährleisten. Die nahtlose Integration mit anderen Systemen, wie Lantek Expert und Lantek Flex3D, ermöglicht eine einfache Übergabe von abgewickelten Baugruppen in bestehende Schachtel- und Produktionsabläufe für eine effiziente und Ressourcen schonende Fertigung.

Spezifische Anforderungen der Industrie erfüllen

A2N löst die wichtigsten Herausforderungen in der Blechfertigung, indem es Fehler reduziert, die Produktion beschleunigt und die Kostenkalkulation optimiert. Die Automatisierung komplexer Aufgaben mit A2N, wie etwa die Abwicklung mit spezifischem Biegeabzug und Materialkompensation, minimiert Ungenauigkeiten, die ansonsten Probleme in der Fertigung bereiten und unerwünschte Materialverschwendung bedeuten würden. Aufgaben, die früher stundenlange manuelle Bearbeitung erforderten – Abwicklung, Neuberechnung von Toleranzen und Neuformatierung von Dateien – können jetzt in wenigen Minuten erledigt werden. Die Hersteller sind damit in der Lage, knappe Terminvorgaben einzuhalten, ohne die laufende Produktion zu unterbrechen.

A2N und automatischer Import von Standardfasen

Lantek hat seine Komponente A2N (Assembly to Nesting) durch den automatischen Import von Standardfasen aus 3D-Modellen wesentlich erweitert. Diese neue Funktion – in der Version 44 verfügbar – wurde entwickelt, um die Arbeitsabläufe für Anwender zu rationalisieren, die mit schrägkantigen Blechteilen arbeiten, die typischerweise in der Schweißvorbereitung verwendet werden. Zu sehen ist sie auf der Schweißen & Schneiden 2025, Weltleitmesse für Fügen, Trennen und Beschichten vom 15. bis 19. September in Essen, in Halle 6, Stand 6C19. Das Unternehmen stellt diese neue Funktion zusammen mit anderen aktuellen Entwicklungen vor, die den Übergang von der Konstruktion zur Fertigung.

Beschleunigte Kalkulation

Darüber hinaus kooperiert A2N nahtlos mit dem Angebotsmodul Lantek Integra Quotes, sodass seine soliden Fertigungsdaten automatisch in die Kalkulation einfließen und die Kunden schnell Rückmeldung auf ihre Anfragen bekommen. Automatisierung ist keine Option mehr, sie ist ein Muss in einem Umfeld, in dem es auf Effizienz und Kostenkontrolle ankommt.

Ein Werkzeug wie A2N erfüllt die heutigen Anforderungen und bereitet Hersteller auf eine digitale, datengesteuerte Zukunft vor. A2N kann ihre Verarbeitungsgeschwindigkeit steigern, Produktionszeiten verkürzen und verschiedene CAD-Systeme zu einem kohärenten Produktionsprozess vereinen. Eine skalierbare Lösung, die Produktivität und Präzision vereint. 

Der Autor, Christoph Lenhard, ist Leiter des deutschen Lantek-Büros.