In einer kürzlich durchgeführten Studie in 17 Montagewerken in sieben Ländern, untersuchte Trigo, Anbieter für Qualitätskontrolle und -management für die Transportindustrie, die Kosten verschiedener Qualitätsmängel, die Automobilhersteller bei der Markteinführung von Fahrzeugen betreffen.
Dieses Diagramm zeigt die typischen Hauptquellen für Qualitätsmängel in der Automobilindustrie.
(Bild: TRIGO)
Die Ergebnisse der Studie von Trigo zeigten, dass die Mehrheit der Qualitätsmängel Außenkomponenten (27,2 %) und Innenkomponenten (23 %) betreffen, gefolgt von generischen Montageteilen wie Befestigungselementen, Klebstoffen und Schrauben (13,6 %).
Qualitätsansprüche auf die Probe gestellt
Die Analyse von Daten von 229 Lieferanten ergab, dass bestimmte „Legacy“-Komponenten, insbesondere Innenverkleidungsteile wie Decken, Paneele und Bodenbeläge, 23 Prozent der beobachteten Qualitätsmängel ausmachen und damit eine der problematischsten Kategorien darstellen. Andere Baugruppen wie Sitze, Mittelkonsole, Sicherheitssysteme (Airbags, Sicherheitsgurte), Innenzubehör (Rückspiegel, Beleuchtung und Schlüssel), Schalldämmung und Pedalsysteme weisen ebenfalls häufig Mängel auf, die sich direkt auf das Kundenerlebnis auswirken.
Fahrzeugelektronik: Anstieg von Kosten und Komplexität
Die Bordelektronik bereitet zunehmend Sorgen. Die Kosten für elektronische Steuergeräte (ECUs), die für die Steuerung moderner Fahrzeuge zentral sind, sind stark gestiegen. Obwohl sie nur an 8,2 % der untersuchten Vorfälle beteiligt waren, machten sie bis zu 11,2 % der Kosten für die Qualitätssicherung aus. Fahrzeuge können bis zu 50 elektronische Steuergeräte (ECUs) enthalten, die für die Steuerung kritischer Funktionen wie Motorleistung, Servolenkung und Sicherheitssysteme sowie Komfortfunktionen verantwortlich sind. Die zunehmende Bereitstellung von Software-Updates durch Reflashing erfordert spezielle Ausrüstung und fortgeschrittene technische Fähigkeiten, was häufig zu Produktionsunterbrechungen führt.
Ricard Lou, Direktor für Datenlösungen bei Trigo, erklärt: „Wir erleben eine Verschiebung der Qualitätsprobleme hin zu hochwertigen Teilen, insbesondere elektronischen Systemen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz stellt eine vielversprechende Lösung dar, um industrielle Prozesse an diese neuen Qualitätsanforderungen anzupassen und die industrielle Leistung zu optimieren.“
Zwei Hauptbereiche für Qualitätsmängel
Die Studie beleuchtet zwei Hauptquellen für Qualitätsmängel.
Einerseits erfordern ECU-Updates eine Ausrüstung, die oft nicht mit den industriellen Produktionsraten kompatibel ist, was zu erheblichen zusätzlichen Kosten führt. Vier Einheiten bilden die Mehrheit der Vorfälle im Zusammenhang mit Neuprogrammierungen: das Motorsteuergerät, das Getriebesteuergerät, das Karosseriesteuergerät und das Infotainment-Steuergerät. Updates werden durch Anbieterbindung weiter erschwert.
Mängel im Fahrgastraum wie eine schlechte Passform oder eine minderwertige visuelle oder haptische Verarbeitung können das Markenimage direkt beeinträchtigen. Obwohl sie die Fahrzeugfunktionalität nicht direkt beeinträchtigen, können sie Kunden vom Kauf abhalten. In einem wettbewerbsintensiven Markt, in dem das Fahrerlebnis zunehmend ein wichtiger Differenzierungsfaktor ist, erweisen sich solche Diskrepanzen nun als ebenso strategisch wichtig, wie die technische Leistung.
KI – ein Werkzeug für die Qualität der nächsten Generation
Die Identifizierung, Korrektur und schrittweise Beseitigung der Qualitätsmängel in der Automobilindustrie erfordert laut Trigo einen pragmatischen Einsatz von Technologien auf mehreren Ebenen. Zunächst müssen traditionelle Qualitätskontrollen für alle Arten von Komponenten beibehalten werden. Diese Kontrollen lassen sich jedoch durch technische Mittel verbessern. Die wachsende Ausfallrate elektronischer Systeme muss zunehmend durch ausgefeilte Diagnose- und Reflashing-Fähigkeiten angegangen werden. Schließlich wird künstliche Intelligenz schnell zu einem strategischen Hebel zur Optimierung der Qualitätskontrolle bei einer immer breiteren Palette von Komponenten, einschließlich Elektronik.
Automatisierte optische Inspektion
Auf technologischer Ebene integriert Trigo zunehmend disruptive Neuentwicklungen: Automatisierte optische Inspektion mit künstlicher Intelligenz, bekannt als Spark. Diese Technologie, die von Trigos Tochtergesellschaft Scortex entwickelt wurde, analysiert bis zu 3 Teile pro Sekunde in Echtzeit mit konstanter Präzision. Neben der genauen und einheitlichen Erkennung visueller Mängel zeichnet sich Spark durch die Fähigkeit aus, Qualitätskontrolldaten zu generieren und zu nutzen, um den Inspektionsprozess zu optimieren und langfristige Mängel zu beheben.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Über die Fehlererkennung hinaus erleichtert die strukturierte Erfassung von Qualitätsdaten die Analyse von Fehlermustern, ermöglicht es die Fertigungsprozesse zu optimieren und die Compliance-Risiken proaktiv zu minimieren. Das datengesteuerte Management, das Scortex Spark bietet, hilft uns, langfristige Verbesserungen der Qualitätsleistung zu erzielen und gleichzeitig die Kosten für Qualitätsmängel erheblich zu senken.
Qualitätskontrollen am Anfang der Wertschöpfungskette
Augustin Brochot, Executive VicePresident von Trigo WEMEA, schließt: „Um die Qualität der Komponenten zu sichern, empfehlen wir, die Qualitätskontrollen am Anfang der Wertschöpfungskette zu verstärken. KI ist ein strategischer Hebel zur Verbesserung der Erkennung und Behebung von Oberflächenfehlern bei allen Arten von Komponenten durch automatisierte optische Inspektion. KI ermöglicht uns auch die Antizipation von Nichtkonformitäten dank prädiktiver Lösungen."