Multiphsyik-Simulation Struktursimulation: So gelingt die Optimierung der additiven Fertigung

Ein Gastbeitrag von Sebastian Stahn 3 min Lesedauer

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Die Struktursimulation als Erfolgsgarant? Additive Fertigung (AM) gewinnt in der Elektronikindustrie an Bedeutung. Die Möglichkeit, komplexe Geometrien zu erzeugen, macht AM hier zu einer Schlüsseltechnologie. Zentral für ihren Erfolg ist die Fähigkeit, die gefertigten Bauteile bereits im Vorfeld mit Simulationen zu analysieren und zu optimieren. Multiphysik-Simulation ist hier das Stichwort.

(Bild:  Ansys)
(Bild: Ansys)

Multiphysik-Simulationen ermöglichen die gleichzeitige Berücksichtigung verschiedener physikalischer Phänomene, die während der Herstellung und des Betriebs eines elektronischen Bauteils auftreten. Dies schließt sowohl mechanische als auch thermische und elektromagnetische Aspekte ein, die alle einen Einfluss auf die Qualität und die Leistung des fertigen Bauteils haben.

Multiphysik-Simulation in der Elektronikfertigung

  • Mechanische Simulationen: Mit Hilfe von mechanischen Simulationen können Ingenieure die strukturelle Integrität von 3D-gedruckten elektronischen Gehäusen und Komponenten bewerten. Dies ist besonders wichtig, wenn Materialien wie Kunststoffe und Metalle verwendet werden, die unterschiedlichen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Die Topologie-Optimierung ist hier besonders relevant, da sie ermöglicht, das Gewicht eines Bauteils zu reduzieren, ohne die Festigkeit zu beeinträchtigen.

  • Thermische Simulationen: Die thermische Analyse ist ein wichtiger Aspekt für das Verständnis der während des Druckprozesses erzeugten Wärme und ihrer Auswirkungen auf das Bauteil. Mit Hilfe dieser Simulationen können Hotspots identifiziert und die Druckparameter so angepasst werden, dass Verformungen und Spannungen minimiert werden. Dies führt zu einer höheren Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Bauteile.

  • Elektromagnetische Simulationen: Elektronische Komponenten und Gehäuse müssen elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und elektrische Leistung gewährleisten. Elektromagnetische Simulationen ermöglichen die Analyse der elektromagnetischen Eigenschaften, um sicherzustellen, dass keine unerwünschten elektromagnetischen Störungen auftreten und die elektrischen Parameter optimiert sind. Dies ist insbesondere bei der Herstellung von Antennen, Sensoren und anderen aktiven elektronischen Bauteilen wichtig.

Ein Beispiel der Struktursimulation aus der Elektronikindustrie

Die 3D Printing Corporation (3DPC), ein japanisches Unternehmen, das auf Dienstleistungen im Bereich der additiven Fertigung spezialisiert ist, setzt Multiphysik-Simulationen ein, um die Genauigkeit und Langlebigkeit seiner 3D-gedruckten Elektronikkomponenten zu gewährleisten. Ein Beispiel ist die Analyse der Wärmeableitung in einem Elek­tronikgehäuse mit Ansys Fluent. Durch die Simulation konnten die Ingenieure die Kühlung optimieren und sicherstellen, dass die elektronischen Komponenten innerhalb der sicheren Betriebstemperatur bleiben.

Fluid-Analyse für zentrifugale Luftfolie.(Bild:  Ansys)
Fluid-Analyse für zentrifugale Luftfolie.
(Bild: Ansys)

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von Ansys Maxwell zur Simulation der elektromagnetischen Verträglichkeit eines 3D-gedruckten Sensorgehäuses. Durch die Simulation konnten potenzielle Interferenzen identifiziert und das Design entsprechend angepasst werden, um eine optimale Leistung des Sensors zu gewährleisten.

Integration von multiphysikalischen Simulationen in AM

Für die Elektronikindustrie ergeben sich durch die Integration von multiphysikalischen Simulationen in AM zahlreiche Vorteile. Einer der Hauptvorteile ist die Reduzierung von Materialkosten und Abfall. Durch die genaue Vorhersage und Optimierung der Druckparameter können Ingenieure den Materialverbrauch minimieren und die Anzahl fehlerhafter Teile reduzieren. Da Materialien in der Elektronikindustrie oft teuer und schwer zu beschaffen sind, führt die Fähigkeit, genau vorherzusagen, wie viel Material benötigt wird und wie es am effizientesten eingesetzt werden kann, zu erheblichen Kosteneinsparungen und einer nachhaltigeren Produktion.

Ein weiterer Vorteil ist die Verbesserung der Bauteilqualität. Simulationen ermöglichen es, potenzielle Fehlerquellen bereits vor Beginn des Druckprozesses zu erkennen und zu korrigieren. Dadurch wird die Qualität der gefertigten Teile deutlich verbessert, was zu einer höheren Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der elektronischen Bauteile führt. Diese erhöhte Zuverlässigkeit ist vor allem in kritischen Anwendungen wie der Medizintechnik oder der Luft- und Raumfahrt von großer Bedeutung.

Fluid-Analyse für Zentrifugalpumpen.(Bild:  Ansys)
Fluid-Analyse für Zentrifugalpumpen.
(Bild: Ansys)

Durch die virtuelle Validierung der Entwürfe können die Entwicklungszyklen erheblich verkürzt und die Zeit bis zur Markteinführung reduziert werden. Dadurch können Unternehmen schneller auf Marktveränderungen reagieren und Innovationen schneller umsetzen. Die Möglichkeit, Entwürfe virtuell zu testen und zu validieren, reduziert zudem den Bedarf an physischen Prototypen, was wiederum Zeit und Kosten spart. Diese Effizienzsteigerung trägt dazu bei, dass Unternehmen wettbewerbsfähiger werden und ihre Innovationskraft stärken können.

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Struktursimulation: Fazit und Ausblick

Mit der Weiterentwicklung der Technologie und der zunehmenden Verfügbarkeit leistungsfähiger Simulationswerkzeuge wird die Bedeutung der Multiphysik-Simulation in der additiven Fertigung für die Elektronikindustrie weiter zunehmen. Unternehmen, die die Kombination von AM und Simulation nutzen, zeigen, dass diese Technologien nicht nur technische Herausforderungen lösen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Die kontinuierliche Weiterentwicklung und Integration dieser Technologien wird entscheidend sein, um die nächste Generation elektronischer Komponenten und Geräte zu realisieren.