Eine aktuelle Studie von Protolabs, einem Unternehmen im Bereich der digitalen Fertigung, zeigt die gegenwärtigen Herausforderungen der Luft- und Raumfahrtindustrie auf.
(Bild: aapsky/stock.adobe.com)
Die neue Studie von Protolabs hat untersucht, wie die Branche Probleme wie zunehmende Kohlenstoffemissionen oder Lieferkettenschwierigkeiten durch neuartige Lösungsansätze überwinden könnte. Dazu hat man über 150 Führungskräfte aus der der gesamten Branche zu ihrer Meinung befragt.
Innovation und Fortschritt
Vor dem Hintergrund geopolitscher Unsicherheiten und weiteren unvorhersehbaren Ereignissen, ist bekannt, dass schnelle Anpassung für die Existenz von Unternehmen überlebenswichtig ist. Durch zunehmende Herausforderungen innerhalb der Lieferketten, den Klimawandel und der damit einhergehenden Relevanz und Bedeutung nachhaltiger Produktinnovationen – aber auch aufgrund des schnellen digitalen Fortschritts – sehen sich immer mehr Unternehmen einem starken Innovationsdruck ausgesetzt. Schneller, innovativer und bahnbrechender lauten hier die Schlagworte.Insbesondere die Industrie- und die Automobilbranche, aber auch die Luft- und Raumfahrttechnologie sehen den Innovationsdruck als große Herausforderung. Der Luft- und Raumfahrtsektor ist einer der innovativsten Sektoren der Industrie. Ob und wie er unter den schwierigen Bedingungen mit der Innovation noch Schritt halten kann, hat der digitale Fertigungshersteller Protolabs in seiner aktuellen Studie zusammengefasst.
Klimawandel: Der Hauptantrieb für Innovation
„Dass der Klimawandel einen immer stärkeren Einfluss auf die Industrie hat, ist nicht mehr von der Hand zu weisen, berichtet Florian Matt, Sales Director Central Europe bei Protolabs. „Die Industrie wird unter den anhaltenden Herausforderungen, wie die der Lieferunterbrechungen, ihren derzeitigen Zustand nicht aufrechterhalten können. Klar ist daher: Wenn kein Umdenken in Punkto Klimaschutz passiert, wird der Innovationsdruck für die Luft- und Raumfahrtbranche immer größer“, führt Florian Matt weiter aus. Diese Einstellung spiegelt sich auch in der von Protolabs durchgeführten Studie wider: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der befragten Führungskräfte ist der Meinung, dass die europäische Luft- und Raumfahrtindustrie deutlich wettbewerbsfähiger werden kann, wenn sie sich um eine weltweit führende Position im Bereich Nachhaltigkeit bemüht. Diese Triebkraft und Einsicht braucht es, wenn bis 2050 das Netto-Null-Ziel – also das Ziel, in 26 Jahren sehr geringe oder gar keine Treibhausgasemissionen mehr zu verursachen – erreicht werden soll.
Fachpersonal als treibende Innovationskraft
Während eine zentrale Herausforderung ist, Wettbewerbsfähigkeit durch nachhaltige Innovationen zu erreichen, bereitet auch der weiter anhaltende Fachkräftemangel Sorgen. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben im Rahmen der Studie an, dass sie Schwierigkeiten haben, ihre innovativsten Mitarbeiter zu halten. Ein Grund dafür sei das mangelnde Angebot an flexiblen Arbeitsformen wie Homeoffice. In einigen Bereichen werden so zwar bereits Konzepte wie verkürzte Arbeitswochen getestet, doch die Führungskräfte in der Luft- und Raumfahrttechnologie sind hier geteilter Meinung: Bei der Frage, wie viele Tage die Woche gearbeitet werden müsste, um ein optimales Umfeld für Ideenfindungen zu haben, bekennen sich knapp 60 Prozent zur 5-Tage Woche, nur 30 Prozent bevorzugen eine 4-Tage Woche. „Auch wenn viele Unternehmen alternativen Arbeitsmodellen, wie hybriden Arbeitsformen oder einer 4-Tage-Woche derzeit noch skeptisch gegenüberstehen, muss sich die Branche mittel- und langfristig damit befassen, wie sie den Bedürfnissen ihrer Arbeitskräfte gerecht werden will“, erklärt Florian Matt. „Wer hier nicht rechtzeitig handelt, geht das Risiko ein, hochqualifizierte Mitarbeitende zu verlieren und somit auch den Innovationsprozess zu verlangsamen“, prognostiziert der Sales Director.
KI und Cobots als Mitarbeiter-Fang?
„Hochmoderne Technologien wie Soft-Robotik, KI und Co. halten vielversprechende Anwendungsbereiche bereit – und das branchenübergreifend“, erklärt Matt. „Allerdings wird die menschliche Arbeitskraft auch in Zukunft unerlässlich sein. Denn effiziente Automatisierungs- und Digitalisierungsprozesse kombinieren immer das Beste aus beiden Welten. Automatisierung lässt sich bestens für sich wiederholende Aufgaben einsetzen, so dass die Menschen die Freiheit haben, kritischer und kreativer zu denken“, so Matt weiter. Den großen Mehrwert, den die Synergie aus Mensch und Maschine bietet, scheinen auch die befragten Führungskräfte aus der Luft- und Raumfahrttechnologie zu sehen. Bereits über 70 Prozent der Unternehmen in der kommerziellen Luft- und Raumfahrtindustrie setzen Cobots ein oder planen diese in naher Zukunft zu implementieren. Insgesamt sehen die Befragten viele Möglichkeiten, innovative Technologien wie Roboter, Cobots oder KI für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen zu nutzen und damit ihre eigenen Innovationen voranzutreiben. Für rund 40 Prozent bietet der Einsatz innovativer Technologien Wettbewerbsvorteile wie flexible Betriebssteuerung und weniger Ausfallzeiten.
Friendshoring als neue Lieferketten-Möglichkeit
Aktuelle Lieferkettenschwierigkeiten halten währenddessen auch die Luft- und Raumfahrtbranche im Bann. Fast die Hälfte der befragten Führungskräfte sind der Meinung, dass die jüngste Unterbrechung der Lieferkette ein Weckruf für die europäische Luft- und Raumfahrtindustrie war. Ein Umdenken ist dementsprechend unerlässlich, gleichzeitig allerdings aufgrund der internationalen Verflechtungen zunehmend schwierig, da viele Unternehmen oftmals auf Produkte von unterschiedlichsten Zulieferern setzen.
51 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine Umstrukturierung der Lieferkette durch Verlagerung der Produktion näher an den Hauptsitz des Unternehmens die Innovation fördern würde. In der Debatte um die Lieferkettensicherung fällt aber auch oft der Begriff „Friendshoring“. Diese Verlagerung der eigenen Lieferketten auf befreundete Staaten, um so den Zugang zu wichtigen Rohstoffen und Produkte zu sichern, gewinnt immer mehr an Zustimmung unter den Verantwortlichen und Entscheidern.
Stand: 16.12.2025
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Zeit zum Beschleunigen
„Unsere Studie zeigt eines klar auf: An den kreativen Köpfen im Team scheitert die Entwicklung in Richtung einer innovativen und nachhaltigen Luft- und Raumfahrtindustrie meistens nicht, sondern eher an der Umsetzung oder an externen Einflüssen“, resümiert Florian Matt. „Aber um im Wettbewerb mithalten zu können, braucht es nicht nur gesicherte Lieferketten und ansprechende Arbeitsbedingungen für das Personal, sondern auch schlankere Innovationsprozesse und vor allem ein beschleunigtes Transformationstempo. Denn erst wenn diese internen und externen Herausforderungen gemeistert sind, können die kreativen Köpfe wieder an bahnbrechenden Innovationen arbeiten“, so Matt abschließend.