Luft- und Raumfahrt Welche digitalen Entwicklungen die Branche neu definieren

Verantwortliche:r Redakteur:in: Andreas Müller 5 min Lesedauer

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Die TCS Future-Ready Skies Study 2025 zeigt, dass 60 Prozent der Führungskräfte in der Luft- und Raumfahrt meinen, menschliches Fachwissen bleibe auch in einer von KI geprägten Fertigungszukunft zentral. Fast zwei Drittel der Befragten aus der Luft- und Raumfahrt sind offen dafür, Agentic AI für den Betrieb ihrer Lieferketten einzusetzen.

Symbolbild.(Bild:  © Roman/stock.adobe.com)
Symbolbild.
(Bild: © Roman/stock.adobe.com)

Eine Studie von Tata Consultancy Services (TCS), einem Anbieter von IT-Dienstleistungen, Beratung und Businesslösungen, zeigt, welche Trends die Luft- und Raumfahrt prägen könnten. Jede dritte Führungskraft in der Luft- und Raumfahrt glaubt, dass künstliche Intelligenz (KI) für Echtzeit-Entscheidungen bis 2035 der größte Treiber für Veränderungen in der Flugzeugherstellung sein wird. Die TCS Future-Ready Skies Study 2025 untersucht, wie sich Luft- und Raumfahrtunternehmen auf eine digitalisierte und KI-gestützte Zukunft in den Bereichen Fertigung, Wartung, Mobilität und Lieferketten vorbereiten.

Luft- und Raumfahrt im Wandel

Der Bericht beschreibt eine Branche im Wandel, in der Unternehmen zunehmend in intelligente, nachhaltige Betriebsabläufe investieren. Hersteller, so geht aus der Studie hervor, halten menschliches Engagement in durchschnittlich 60 Prozent ihrer Produktionsprozesse weiterhin für unerlässlich. Das präfiguriert eine hybride Zukunft, in der menschliches Fachwissen und KI Hand in Hand arbeiten. Während KI eine Vorreiterrolle einnimmt, nannten Führungskräfte aus der Luft- und Raumfahrt auch digitale Zwillinge und Robotik als wichtige Faktoren für den Wandel.

Die Analysten befragten über 323 Führungskräfte aus der Luft- und Raumfahrt, darunter Hersteller, Unternehmen aus dem Bereich Advanced Air Mobility (AAM), Anbieter von Fertigungs-, Reparatur- und Überholungsdienstleistungen (MRO) sowie Unternehmen für elektrische Senkrechtstarter (eVTOL) in Europa und Nordamerika. Angesichts der Prognose, dass der Luft- und Raumfahrtmarkt bis 2030 die Marke von 1 Billion US-Dollar überschreiten wird und allein das MRO-Segment ein Volumen von 137 Milliarden US-Dollar erreichen soll, bietet die Studie eine wichtige Übersicht zur aktuellen Lage der Branche und einen Ausblick in die Zukunft. Sie steht auch im Kontext wichtiger Entwicklungen wie der erwarteten Zertifizierung von eVTOL-Flugzeugen und der zunehmenden regulatorischen und operativen Komplexität in globalen Lieferketten.

Steve Lucas, CEO von Boomi, einem Anbieter von KI-gestützten Automationslösungen, sieht die Luft- und Raumfahrt-Industrie in Anbetracht der Future-Ready Skies-Studie an einem Wendepunkt angelangt. Agentenbasierte KI könne nur dann erfolgreich sein, wenn sie auf einer soliden Grundlage aus vernetzten, zuverlässigen Daten aufbaue. Durch die Integration und Vernetzung aller Elemente ihrer komplexen Ökosysteme können Unternehmen Entscheidungen beschleunigen, Innovationen skalieren und Komplexität in einen echten Wettbewerbsvorteil verwandeln, so Lucas weiter.

Wichtige Erkenntnisse aus der Umfrage

63 % der Führungskräfte in der Luft- und Raumfahrt sind offen für den Einsatz von agentenbasierter KI zur Verwaltung von Lieferketten, aber nur 6 % tun dies derzeit schon, was sowohl die Bereitschaft als auch die Innovationslücke unterstreicht.

Im Durchschnitt gehen die Befragten davon aus, dass innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre nur 40 Prozent ihrer Fertigungsprozesse „lights out” (ein Fertigungsprozess mit hohem Automatisierungsgrad) sein werden, der nur minimale menschliche Eingriffe erfordert.

Über die Hälfte (51 %) der MRO-Anbieter rechnet im Durchschnitt mit einer Rendite ihrer Investitionen in fortschrittliche Technologien innerhalb von fünf Jahren oder früher, wobei fast zwei Drittel (64 %) davon ausgehen, dass Predictive Analytics und agentenbasierte KI in diesem Zeitraum einen messbaren ROI liefern werden.

Nur ein Drittel (34 %) der AAM-Unternehmen nannten die „Akzeptanz in der Öffentlichkeit” als Hindernis für Dienstleistungen wie städtische Lufttaxis; tatsächlich bauen 70 % bereits kommerzielle Plattformen auf, was die Dynamik der Branche widerspiegelt.

Nur 5 % der MRO-Führungskräfte geben an, dass ihre digitale MRO-Strategie bereits ausreichend für die nächste Phase der Branche skaliert ist. Die übrigen 80 % rechnen mit negativen Auswirkungen durch steigende Betriebskosten, längere Ausfallzeiten, Umsatzrückgänge und Kundenabwanderung, wenn ihre digitalen MRO-Strategien in den nächsten drei Jahren nicht skaliert werden können.

Die Integration digitaler Threads ist im Gange, wobei 59 % der Hersteller eine zumindest teilweise Umsetzung melden, obwohl eine vollständige Lebenszyklusintegration nach wie vor schwer zu erreichen ist.

Anupam Singhal, President, Manufacturing, TCS, sagte, dass TCS Luft- und Raumfahrtunternehmen dabei unterstützen wolle, widerstandsfähige, anpassungsfähige Ökosysteme aufzubauen und einen mutigen, transformativen und zukunftsweisenden Luftverkehr zu gestalten.

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Anfällige Lieferketten

Da immer mehr Unternehmen in grundlegende Fähigkeiten investieren, sind die Voraussetzungen erfüllt, bessere Entscheidungen in Echtzeit zu treffen und mehr operative Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erzielen. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass weniger als ein Drittel (28 %) der Luft- und Raumfahrtunternehmen angibt, innerhalb von 30 Tagen nach einer Störung der ersten Lieferstufe ihre Beschaffung umstellen zu können. Das macht die Anfälligkeit der heutigen Lieferketten deutlich. Im MRO-Segment beginnen die führenden Unternehmen damit, die Grundlagen für eine fortschrittliche Automatisierung zu schaffen. Allerdings rechnen nur 2 % der befragten Führungskräfte damit, bis 2030 über vollständig autonome Prozesse verfügen zu können – von der Erkennung bis zu Reparaturentscheidungen. Im schnell wachsenden Bereich der fortschrittlichen Luftmobilität, einschließlich Elektroflugzeugen, bauen 70 % der befragten Unternehmen aktiv kommerzielle Plattformen auf. Somit positioniert die Branche klar für die Mobilität der nächsten Generation. Zwar bestehen weiterhin Herausforderungen in Bezug auf Regulierung, Wirtschaftlichkeit und Infrastruktur, doch werden diese Hindernisse im Zuge der zunehmenden Verbreitung in diesem Sektor kontinuierlich angegangen.

Beschleunigte Digitalisierung als Wettbewerbsfaktor

Entscheidend ist, dass sich die Dynamik der digitalen Transformation in messbaren Erwartungen niederschlägt: 32 % der Führungskräfte in der Luft- und Raumfahrt erwarten innerhalb von drei Jahren einen Return on Investment für MRO-Technologien, und 80 % erkennen an, dass eine beschleunigte Digitalisierung ein zentraler Baustein ist, geht es darum, zukünftige Risiken und Ineffizienzen zu reduzieren. Diese zunehmende Übereinstimmung zwischen Investitionen und Auswirkungen deutet auf einen Sektor hin, der sich nicht nur auf eine Weiterentwicklung vorbereitet, sondern auch darauf, mit Intelligenz, Agilität und Widerstandsfähigkeit eine Führungsrolle zu übernehmen.

Info: Tata Consultancy Services (TCS)

Mit mehreren Jahrzehnten Erfahrung ist TCS ein zuverlässiger Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie und unterstützt OEMs, Zulieferer, Fluggesellschaften, Flughäfen und MROs. Die End-to-End-Kompetenzen von TCS umfassen Beratung, Engineering, IT-Modernisierung und digitale Lösungen, die Innovationen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg vorantreiben und Unternehmen in die Lage versetzen, stets für die Zukunft gerüstet zu sein. Mit drei Jahrzehnten Führungserfahrung in der Luftfahrt arbeitet TCS mit den wichtigen Fluggesellschaften zusammen und bietet beratungsorientierte Innovationen, ein kognitiv gestütztes Geschäftsportfolio sowie Technologie- und Engineering-Dienstleistungen. TCS nutzt branchenspezifische Lösungen wie TCS Aviana, eine einheitliche, autonome, digitale und cloud-fähige Lösung für den intelligenten Flugbetrieb.

Weitere Informationen: https://www.tcs.com/