Kalkulationssoftware für den Maschinen- und Anlagenbau Wie man die Projektkosten in den Griff bekommt

Ein Gastbeitrag von Dr. Thomas Tosse 4 min Lesedauer

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Man muss nicht an die explodierenden Kosten von Großprojekten denken – auch in der Produktentwicklung des Maschinen- und Anlagenbaus werden Budgets für Projekt- und Herstellkosten oft überzogen. Die neue Kalkulationssoftware Classmate Costpilot von Simus systems soll dies beenden. 

(Bild:  ©seventyfour/stock.adobe.com und Simus systems GmbH)
(Bild: ©seventyfour/stock.adobe.com und Simus systems GmbH)

In kleinen wie großen Unternehmen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau verfehlen vier von zehn Entwicklungsprojekten ihre Ziele – viele davon gleich mehrfach. In einer Studie des VDMA und der Unternehmensberatung Staufen werden mit der Überschreitung des Entwicklungsbudgets (32 Prozent), und der geplanten Herstellkosten (59 Porzent), gleich zweimal Kostengründe genannt. In einem Markt mit globalem Wettbewerb müssen die Deckungsbeiträge stimmen. Warum liegen Unternehmen trotz ihrer Erfahrungen so oft daneben?

Die Werkzeuge fehlen

Einen Grund sehen Experten darin, dass die Kostendimension in den üblichen Entwicklungstools kaum verankert ist und sich die kostenrelevanten Informationen in ERP-Systemen befinden, die für Entwickler eher unzugänglich sind. Die Lücke dazwischen schließt meist eine Tabellenkalkulation, was an dieser Stelle nur eine graduelle Verbesserung gegenüber der Zettelwirtschaft darstellt: Fehlende Schnittstellen, fehleranfällige Handarbeit in unübersichtlichen Tabellen, Inkonsistenz und mangelnde Dokumentation der Daten, fehlende Kontrolle über Projektstände, Aktualisierungen und Varianten sind nur einige der damit verbundenen Probleme. Spezielle Software für Target Costing und Herstellkosten-Kalkulation spielt nur eine Nischenrolle, weil sie dem zunächst provisorischen, später dynamischen Charakter von Entwicklungsprojekten wenig gerecht wird. Mit Classmate Plan bietet Simus systems seit 2012 ein solches Produkt an, das von CAD-Modellen Arbeitspläne für die eigene Fertigung ableitet und auf dieser Basis frühzeitig die voraussichtlichen Herstellkosten von Zeichnungsteilen oder mögliche Beschaffungspreise von Fremdvergaben kalkuliert.

Kalkulationssoftware mit umfassenden Schnittstellen

Mit Classmate Costpilot setzt der Spezialist in Karlsruhe nun noch eins drauf: Die neue Lösung für das Kosten-Controlling umfangreicher Entwicklungsprojekte akzeptiert Preisinformationen aus Classmate Plan neben ERP-Systemen wie SAP und weiteren Austauschformaten als dynamische Datenquellen. Mit umfassenden Schnittstellen verbindet Classmate Costpilot die von Entwicklungsprojekten betroffenen Bereiche auf komfortable Weise und eröffnet als browser-basiertes Produkt einen einfachen Zugang. Projektleitung, Controlling, Beschaffung und Fertigung gewinnen damit eine Plattform, die Überblick und direkte Zugriffsmöglichkeiten auf eine gemeinsame Datenbasis verbindet. Wie Projektorganisation und Zusammenarbeit aussehen sollen, entscheidet jedes Unternehmen selbst. Die Projektverwaltung von Costpilot bietet eine zentrale Benutzerverwaltung für alle Projekte, Projektvorlagen und den Einstieg in die jeweilige Projektumgebung.

Einfacher Projektstart

Neue Produkte beginnen nicht mit dem ersten Strich, sondern setzen oft auf einem Vorläufer auf. Sie enthalten Subsysteme und Module, die verändert werden. Entsprechend liest das neue Kalkulationswerkzeug vorhandene Stücklisten aus Excel, SAP, CAD-Modellen oder JT-Dateien ein. Ebenso können Projektstrukturen manuell angelegt und dann mit Daten ergänzt werden. Sie lassen sich in einem übersichtlichen Explorer-Baum anzeigen. Angereichert durch Bauteilbilder und flexibel erweiterbare Datenfelder, einen 3D-Viewer und Dateianhänge lassen sich die Informationen in der Benutzeroberfläche mit Mengen- und Kostenspalten darstellen. Durch unterschiedliche „Preisqualitäten“ vereinfacht sich der Start: Anfangs können Baugruppen und Bauteile mit Schätzpreisen belegt werden, die man im weiteren Projektverlauf verfeinern und absichern kann. Die verwendeten Preisquellen wie Schätzung, Einkaufsinfosatz oder Kontraktpreis werden übersichtlich dargestellt.

Eingebaute Verbesserung der Kalkulationsgrundlage

Üblicherweise nimmt die Treffsicherheit der entwicklungsbegleitenden Kalkulation ab, je länger ein Entwicklungsprojekt andauert. Die Daten veralten, volatile Marktpreise für Rohmaterial und Zukaufteile werden nicht angepasst und Voraussetzungen ändern sich gegenüber der Ausgangslage. Verzögerungen und Kostenunschärfe entfalten eine Wechselwirkung, die oft für massive Verfehlungen der Kostenziele in der Produktentwicklung verantwortlich sind.

Kalkulationssoftware von Simus systems, Cost Pilot, im Einsatz
Classmate Costpilot bezieht Daten aus den verschiedenen Quellen und aktualisiert diese bei Bedarf auf Knopfdruck.
(Bild: Simus systems GmbH)

Die Arbeitsweise mit Classmate Costpilot verbessert dagegen fortlaufend die Kalkulationsqualität. Einerseits werden Preisquellen wie beschrieben konkretisiert, andererseits werden Kosteninformationen detailliert und permanent aktualisiert. Beliebige Teilstrukturen des Projektbaumes lassen sich durch Importe aus unterschiedlichen Datenquellen wie Excel, SAP oder Classmate Plan auf den aktuellen Stand bringen. Auch komplexe Bewertungsmechanismen wie Mengenstaffeln aus Einkaufsinfosätzen werden berücksichtigt. Dabei erleichtert eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit den Umgang mit den großen Datenmengen der Gesamtkalkulation.

Kostenziele definieren und überwachen

Das flexibel anpassbare Kalkulationsschema „Kostenziele definieren und überwachen“ bildet mehrere Varianten ab, die etwa unterschiedliche Teilstrukturen enthalten können. Ebenso lassen sich beliebige Szenarien, etwa für Best oder Worst Case, Stückzahlen, verschiedene Standorte oder Währungsrisiken abbilden und vergleichen. Besonders ausgeprägt sind die Möglichkeiten zur Definition und Überwachung von Zielkosten, die mit Abweichungen, Varianzen und dem Einfluss auf die Gesamtkosten abgebildet werden. Projektstände lassen sich mit einer Snapshot-Funktion „einfrieren“, damit sie später für Vergleiche herangezogen werden können.

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Das Projekt-Reporting, das im Alltag viel Zeit der Projektbeteiligten bindet, erfährt mit den umfassenden Funktionen der Kalkulationssoftware Unterstützung. So lassen sich Informationen grafisch darstellen und Wertetabellen in Standardprogrammen exportieren. Damit kann man sogar ergänzende Informationen oder Angebote von Lieferanten einholen und die Rückläufer per Mausklick in die entsprechende Struktur importieren.

Dynamische Marktentwicklungen beherrschen

Mehr denn je steht die Produktentwicklung unter dem Druck unvorhersehbarer Marktentwicklungen. Rohstoffmangel, Lieferprobleme, Kapazitätsengpässe, Umweltauflagen und die Preisdynamik gefährden Entwicklungsprojekte, bevor sie erfolgreich abgeschlossen sind. Nur mit geeigneten Werkzeugen zur projektbegleitenden Produktkalkulation schaffen sich Projektleiter Überblick und Einblicke, um Risiken zu begrenzen, Fehlentwicklungen auszuschließen und die Entwicklungsziele einzuhalten. Der Analyst Gartner budgetiert das Marktvolumen solcher IT-Lösungen weltweit auf 4 Milliarden Euro.

Mit Classmate Costpilot beenden Entwicklungs- und Projektleiter im Maschinen- und Anlagenbau wie in verwandten Branchen den Blindflug durch Kostenturbulenzen und landen sicher im vorgegebenen Budget. (anm)

Weitere Informationen: https://www.simus-systems.com/