Post-Processing Wie Renault 3D-gedruckte Teile reinigt und nachbearbeitet

Verantwortliche:r Redakteur:in: Andreas Müller 3 min Lesedauer

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AM Solutions ermöglicht automatisches Reinigen und Oberflächenfinishen von im MJF-Verfahren gedruckten PA12 Teilen bei Renault.

Die 3D-Druckabteilung bei Renault Flins mit der S1 Maschine von AM Solutions - 3D post processing technology. (Bild:  Renault Flins)
Die 3D-Druckabteilung bei Renault Flins mit der S1 Maschine von AM Solutions - 3D post processing technology.
(Bild: Renault Flins)

Ende 2022 hat Renault Flins in eine neue S1-Anlage von AM Solutions3D post processing technology für die automatische Reinigung von pulverbasierten Polymerkomponenten investiert und diese in seinen Produktionsablauf integriert.

Mit über 20 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der additiven Fertigung betreibt der französische Automobilhersteller an seinem Standort in Flins bei Paris ein firmeninternes 3D-Druckzentrum. Auf einer Fläche von 500 Quadratmetern stehen dort 18 Polymer-3D-Drucker zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einen speziellen Post Processing-Bereich, der mit der S1 für das Oberflächenfinish und einer Färbelösung ausgestattet ist. Die 3D-Druckabteilung der „Refactory Renault“ produziert dort Prototypen, Fertigungshilfsmittel sowie in Serie gefertigte Fahrzeugteile für den internen Bedarf der Renault-Gruppe und eine Reihe externer Kunden.

Additive Fertigung bei Renault

Investieren in die Zukunft – dieses Credo ist ein wesentlicher Bestandteil der Renault-Firmenphilosophie. Deshalb befasste sich die Firma bereits vor 20 Jahren mit der additiven Fertigung als neue Produktionstechnologie. Begonnen wurde mit dem Laserauftragsschweißverfahren zur Herstellung von Werkzeugen. Seitdem wurde der Einsatz der additiven Fertigung auf verschiedene Produktionsstätten ausgeweitet. 2020 wurde das Refactory-Projekt bei Renault Flins ins Leben gerufen, das sich vorwiegend auf vier Haupttätigkeitsbereiche konzentriert: RE-trofit, RE-energy, RE-cycling sowie RE-start. Ziel ist es, dadurch die Lebensdauer der Fahrzeuge zu verlängern und Fahrzeugteile wieder aufzubereiten. Mit dem Druck von Prototypteilen und Fertigungshilfsmitteln sowie der Produktion von Fahrzeugteilen bedient das Unternehmen die Bedürfnisse der Gruppe genauso wie die externer Unternehmen.

Die Leiterin der AM Abteilung am Renault-Standort Flins, Mélanie Chevé, erklärt: „Der industrielle 3D Druck muss absolut zuverlässige und reproduzierbare Ergebnisse liefern, die durch hohe Qualität und Kosteneffizienz überzeugen.“ Genau dieser Herausforderung musste sich AM Solutions – 3D post processing technology stellen. 

Optimiertes Post-Processing dank der S1 von AM Solutions 

In der Vergangenheit wurden zahlreiche Post-Processing-Arbeitsschritte bei Renault noch manuell durchgeführt, was zeitaufwändig und arbeitsintensiv war und zu uneinheitlichen Ergebnissen führte. Um dieses Problem zu lösen, entschied sich der Automobilhersteller in Flins für die Anschaffung einer S1 von AM Solutions - 3D post processing technology für ihre „Refactory“. Diese Anlage wurde speziell entwickelt, um die Bearbeitungszeit zu verringern sowie die Lebensdauer und das optische Erscheinungsbild der gefärbten Teile zu verbessern. Die Erwartungshaltung seitens des Anwenders war dabei klar: Die gedruckten MJF PA 12-Teile müssen in der Anlage automatisch gereinigt werden, um sie dann in einem weiteren Arbeitsschritt einzufärben. 

Lösung für das Reinigen und die Oberflächenbearbeitung  

Mit der S1 konnten diese Anforderungen für die im Pulverbett gedruckten Polymerteile voll erfüllt werden. Ein besonderes Merkmal dieser 2-in-1-Anlage, dass sie die Werkstücke nicht nur reinigt, sondern gleichzeitig auch ein perfektes Oberflächenfinish erzeugt und dies nur mit einem Strahlmittel in einem Prozessschritt. Die S1 erlaubt die automatische, effektive Entfernung des Restpulvers von den gedruckten Rohteilen. 

Die kontinuierliche Rotation der Werkstücke während des Reinigungsprozesses garantiert absolut gleichbleibende, reproduzierbare Ergebnisse. Das ergonomische Design sowie die optimale Anordnung der Strahldüsen für den vollautomatischen Betrieb sind weitere technische Vorteile der S1. Durch die kompakte und robuste Bauweise lässt sich das System in jede Produktionslinie integrieren und bietet hohe Reproduzierbarkeit, Rückverfolgbarkeit und Kosteneffizienz.

Fazit

Nicolas Blondel, Leiter des 3D-Druckteams des Renault-Werkes in Flins, ist mit der Anschaffung zufrieden: „Die Möglichkeit, die S1 mit unterschiedlichen Strahlprogrammen und Rezepten sowie verschiedenen Strahlmitteln zu betreiben, war letztendlich ausschlaggebend dafür, dass wir in diese Maschine für unsere bestehenden Post Processing Herausforderungen investiert haben.“

Und auch das Abschlussfazit fällt positiv aus: „Ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung von Rösler bzw. AM Solutions bei der Montage, Inbetriebnahme und Testphase. Diese Unterstützung garantierte neben einer optimalen Maschinenleistung auch hervorragende Bearbeitungsergebnisse“. 

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