In keiner anderen Branche in Deutschland dauert es so lange, bis nach erfolgter Leistung gezahlt wird, wie im Bauwesen. Ein hohes Insolvenzrisiko für kleine Betriebe. Ein automatisches Zahlungsmanagement soll das ändern.
In einem neuen Verbundprojekt entwickeln Partner aus Forschung und Industrie ein automatisches Zahlungsmanagement für die Baubranche. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben "BIM contracts" mit 2,46 Millionen Euro für drei Jahre; 602'000 Euro davon fließen an den Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum, 610'000 Euro an das Softwaretechnik-Institut paluno an der Universität Duisburg-Essen. Der IT-Dienstleister Adesso leitet das Konsortium. Basis für das Zahlungsmanagement sollen digitale Bauwerksmodelle (Building Information Modeling, BIM) und die Blockchain-Technologie in Verbindung mit Smart Contracts sein.
Zahlungsmanagement: Derzeit hohes Risiko für kleine Betriebe
In der Bauindustrie arbeiten häufig viele Dienstleister -- Ingenieure, Baufirmen, Handwerker, Subunternehmer, Gutachter, Projektmanager, Rechtsanwälte -- gemeinsam an einem Auftrag, und es kommt zu komplexen Vertragskonstellationen. Hakt es irgendwo im Prozess an einem Detail, kann sich die gesamte Zahlungskette verzögern. Durch das Verknüpfen verschiedener digitaler Technologien soll künftig gewährleistet werden, dass erbrachte Dienstleistungen umgehend bezahlt werden. "Das ist gerade für kleine und mittlere Betriebe wichtig, die sonst ein hohes Risiko tragen, bei ausbleibenden Zahlungen ihre Liquidität zu verlieren oder insolvent zu gehen", sagt Prof. Dr. Markus König, Leiter des Bochumer Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen.
Digitale Transaktionskette für Zahlungsmanagement
Alle am Bau beteiligten Akteure sollen Teil einer Blockchain sein. Dabei handelt es sich um eine digital abgebildete Transaktionskette, wobei einzelne hintereinander hängende Blöcke den einzelnen Transaktionen entsprechen. Jede dieser Transaktionen ist durch einen Smart Contract geregelt, also durch einen digitalen Vertrag, in dem die Leistungen vereinbart sind, die die beteiligten Akteure erbringen müssen, um ihr Geld zu erhalten. Die Akteure sind über eine ID in dem digitalen System registriert und können auf einem mobilen Gerät direkt auf der Baustelle bestätigen, wenn sie eine Leistung erbracht haben. Das System benachrichtigt dann automatisch die Bauabnahme und der Prüfer kann den Auftrag als erledigt markieren oder Mängel melden -- ebenfalls mit einer mobilen Anwendung. Fällige Rechnungen können dann automatisch zur Zahlung angewiesen werden.
Nach dem Blockchain-Prinzip bauen die einzelnen Transaktionen aufeinander auf. Eine spätere Transaktion ist nur möglich, wenn die vorausgehenden früheren Transaktionen als richtig bestätigt wurden.
Das Bochumer Forschungsteam vom Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen entwickelt in dem Projekt digitale Abrechnungsmodelle für ein automatisiertes Zahlungs- und Vertragsmanagement. Die Kollegen aus Essen erarbeiten die Software-Architektur der "BIM Contracts" und Prozesse zur automatisierten Erstellung von projektspezifischen Smart-Contract-Netzwerken.
Kooperationspartner
Neben Adesso, der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen sind die Freundlieb Bauunternehmung sowie die Rechtsanwälte Kapellmann und Partner beteiligt.
Die Universitätsallianz Ruhr
Seit 2007 arbeiten die drei Ruhrgebietsuniversitäten unter dem Dach der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) strategisch eng zusammen. Durch Bündelung der Kräfte werden die Leistungen der Partneruniversitäten systematisch ausgebaut. Unter dem Motto "gemeinsam besser" gibt es inzwischen über 100 Kooperationen in Forschung, Lehre und Verwaltung. Mit mehr als 120'000 Studierenden und nahezu 1'300 Professorinnen und Professoren gehört die UA Ruhr zu den größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstandorten Deutschlands.
Förderung
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt unter dem Förderkennzeichen 01MD19006A.
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