Mit einem von der Reederei Wilhelmsen initiierten Programm für den 3D-Druck on demand sollen sich Kosten und Zeit bei der Wartung von Schiffen einsparen lassen.
(Quelle: Hans Fredrik Asbjørnsen)
Eine Reihe von Reedereien und Schiffsmanagement-Unternehmen haben sich dem 3DP Printing-Early-Adopter-Programm (EAP) der Reederei Wilhelmsen aus Norwegen angeschlossen. Physische Lagerhaltung, oft komplexe Verteilung und hohe Logistikkosten sollen mit dem 3D-Druck on demand der Vergangenheit angehören.
Die sechs Early Adopters Carnival Maritime, Thome Ship Management, OSM Maritime Group, Berge Bulk, Executive Ship Management und Wilhelmsen Ship Management haben den Vertrag mit Wilhelmsen’s Marine Products unterzeichnet und können so on-demand auf die additive Fertigung zugreifen.
Ersatzteile im 3D-Druck on demand
Für die Schiffe dieser sechs Unternehmen wird Wilhelmsen im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Ivaldi Group auf Anfrage Ersatzteile liefern. In einem neuartigen Digitalisierungs- und Zertifizierungsprozess entstehen die Teile on-demand, ohne es dazu zeitraubender und kostspieliger Prozesse wie Lagerung, Auslieferung, Zollformalitäten und Warenannahme bedürfte.
Hakon Ellekjaer, Head of Venture, 3D Printing, Wilhelmsen, ist davon überzeugt, dass die Einsparungen durch niedrigere Kosten, kürzere Lieferzeiten und den günstigen ökologischen Fußabdruck der additiven Fertigung den Unterzeichnern eine unglaubliche Chance eröffne, den Wettbewerbern zu enteilen. Die On-Demand-Fertigung gestalte die maritime Lieferkette gerade vollkommen neu.
Sebastian Sala, Head of Innovation and Energy Management beim Kreuzfahrtanbieter Carnival Maritime, sieht im 3D-Druck die ersten Schritte hin zu einer weltweiten Logistik in der Kreuzfahrtbranche. Carnival betreibe weltweit mehr als 100 Kreuzfahrtschiffe mit unterschiedlichen Reiserouten.
3D-Druck biete eine Alternative für die maritime Lieferkette
Die Schiffsmanagement-Gruppe Thome Group will neuartige Technologien fördern und einsetzen, die nicht nur die betriebliche Effizienz der Schiffe verbessern, sondern auch die Verwaltung der Wirtschaftsgüter. Man sei sich bewusst, dass 3D-Druck oder die additive Fertigung on-demand das Potenzial einer alternativen Lösung habe, die, im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren, einen einfacheren, schnelleren, wirtschaftlicheren und umweltfreundlicheren Ansatz für die marine Lieferkette biete. Man erkunde die Möglichkeit, die Lösung für den Aufbau einer strukturierten Lieferkette für bestimmte reguläre Lager und Ersatzteile zu nutzen.
Sicher auch ohne Approval der Klassifizierungsgesellschaften
Buzzwords in Taten umzusetzen fordert Peter Schellenberger, MD OSERV Pte Ltd - OSM Maritime Group. Besser sei es, zu gestalten, als zu folgen. Neben der Nachhaltigkeit sei der 3D-Druck eines der wichtigsten Themen in unmittelbarer Zukunft.
Ebenfalls dem Projekt angeschlossen hat sich Executive Ship Management. Stehen Lund, CCO und CDO der Grupp, sagt, man freue sich auf den Einsatz der additiv gefertigten Ersatzteile in den Schiffen, wenn sie eine sichere und kontrollierte Anwendung auch ohne die Billigung der Klassifizierungsgesellschaften erlauben. Das sei eine folgerichtige Erweiterung des von MPA, NAMIC und SSA vereinbarten Industrieprogramms, zu dem auch Wilhelmsen und Ivaldi beigetragen haben.
Mit Mikrofabriken noch näher am Endanwender
Von den sechs Unternehmen konnten Wilhelmsen Ship Management und Berge Bulk schon seit über einem Jahr Praxiserfahrungen mit dem 3D-Druck sammeln, da sie das System als Betatester vor dem offiziellen Launch erproben konnten.
Wilhelmsen kooperiert seit Anfang 2017 mit Ivaldi, um Ivaldis proprietäres virtuelles Lagerhaus und dessen On-demand-Fertigungsverfahren in die globale Lieferkette von Wilhelmsen einzubinden. Ausgehend von lokalen Mikrofabriken bringt Wilhelmsen die Fertigung noch näher an den Endnutzer. Beginnend zunächst mit kleineren Polymer- und Metallteilen für den Komfortbereich, gelangen die Ersatzteile gedruckt in wenigen Stunden zu den Schiffen, deren Betreiber sich dem Service angeschlossen haben. Diese lokalisierte Fertigung auf Anfrage führt zu einem wesentlich niedrigeren CO2-Fußabdruck, verglichen mit traditionellen Lieferketten und Logistiksystemen.
Kürzere Bearbeitung und geringere Kosten durch 3D-Druck on demand
Zu den Vorteilen gehören auch die kürzeren Bearbeitungszeiten, die erhöhte Teileverfügbarkeit, die vereinfachte Beschaffung, eine kleinere Lagerhaltung und reduzierte Transportkosten. Hinzu kommen gesunkene Hafengebühren, weil sich Wartungsarbeiten verkürzen und die vorhandene Ausrüstung länger nutzbar bleibt.
Stand: 16.12.2025
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Wilhelmsen hat vor einiger Zeit an einer Machbarkeitsstudie über die additive Fertigung für 100 der am meisten bestellten Schiffsbaukomponenten in Singapur teilgenommen, initiiert von der Maritime and Port Authority of Singapore (MPA), der Singapore Shipping Association und dem National Additive Manufacturing Innovation Cluster und durchgeführt von DNV GL.