Ein kleiner Versuch hilft Sandvik Mining and Rock Solutions und dem Bergbauunternehmen Boliden, das Potenzial des 3D-Drucks auszuloten.
(Quelle: Sandvik Mining and Rock Solutions)
Sandvik kooperiert mit Boliden bei einem 3D-Druck-Versuch.
Die additive Fertigung von Bauteilen wird die weltweite Versorgung mit Komponenten voraussichtlich verändern.
Ein kleiner Versuch mit 3D-gefertigten Teilen hilft Sandvik Mining and Rock Solutions und dem Bergbauunternehmen Boliden, das Potenzial auszuloten.
Schweden blickt auf eine lange und ruhmreiche Bergbaugeschichte zurück, deren Spuren bis in die prähistorische Zeit zurückreichen. Aber alt heißt nicht primitiv, wie ein Versuch mit Spitzentechnologie zwischen Sandvik und dem schwedischen Bergbau- und Metallriesen Boliden zeigt. Die additive Fertigung - oder der 3D-Druck, wie sie allgemein genannt wird - entwickelt sich schnell weiter und hat sich vom Drucken von Kunststoffteilen zum Drucken von Keramik und Metallen entwickelt. Um das Potenzial dieser Technologie zu erkunden, hat Boliden gemeinsam mit Sandvik einen 3D-Druck-Versuch gestartet, bei dem Maschinenteile digital entstehen und auf unterirdischen Bohrgeräten zum Einsatz kommen.
Proof-of-Concept
Der Versuch mit Sandvik umfasst eine Reihe speziell neu gestalteter Komponenten, die in einer von Sandvik geleiteten Einrichtung in Italien digital gedruckt werden und deren Leistung auf Maschinen in Bolidens Bergwerken unter Tage überwacht wird - zunächst in Schweden, dann in Irland. Zumindest theoretisch könnten die 3D-Metallteile genauso gut -- oder sogar besser -- funktionieren als herkömmlich hergestellte Teile. Die ersten Komponenten wurden gerade im Bergwerk Garpenberg in Betrieb genommen, wobei die Leistung noch zu bewerten ist.
"Die additive Fertigung birgt ein großes Potenzial, sowohl was die Verringerung des CO2-Fußabdrucks in der Lieferkette angeht, da weniger oder gar keine Teile transportiert und gelagert werden müssen, als auch was die kürzeren Lieferzeiten angeht. Dieser Versuch wird uns ein tieferes Verständnis dafür vermitteln, wie wir uns weiterentwickeln und unser Geschäft wettbewerbsfähig gestalten können", sagt Ronne Hamerslag, Head of Supply Management bei Boliden.
Lokale Fertigung bei Boliden
Auch für Erstausrüster ist der 3D-Druck eine spannende Perspektive, wie Erik Lundén, President, Parts & Services bei Sandvik Mining & Rock Solutions, erklärt: "Bergbauausrüstungen können bis zu 25 Jahre halten - und müssen während dieser Zeit unterstützt werden, selbst an den entlegensten Orten. Wir haben viele verschiedene SKUs (Stock Keeping Units), und aus Sicht der Lagerhaltung können wir nicht das Kapital binden, das die Bevorratung all dieser Teile mit sich bringen würde. Der 3D-Druck von Teilen vor Ort bietet uns die Aussicht, Teile nicht nur viel schneller zum Kunden zu bringen, sondern auch viel nachhaltiger."
Obschon sich theoretisch jedes Teil in Zukunft 3D-drucken ließe, kommen wahrscheinlich zuerst die Wartungs- und Reparaturteile für den Betrieb mit der additiven Fertigung in Frage, wie zum Beispiel die Buchsen, Halterungen, Bohrteile usw., die die Kunden alle 3'000 bis 4'000 Stunden austauschen müssen. Das Drucken der Teile ist jedoch nur ein Teil des Rätsels, das der Versuch mit Boliden zu lösen versucht. Ein weiterer Teil ist die Ausarbeitung des künftigen Geschäftsmodells für 3D-gedruckte Teile. Wer druckt die Teile - der Erstausrüster, der Bergarbeiter oder ein Drittanbieter? Wie hoch fallen die Kosten aus? Wie sieht es mit geistigen Eigentumsrechten, Garantien und Haftung aus? All diese Fragen - und mehr - gilt es bei der Entwicklung einer 3D-gedruckten Zukunft zu klären.
Ein Wendepunkt für das Teilegeschäft
"Wenn Sie mich fragen, ist dies die aufregendste Sache, die in der Lieferkette passiert", sagt Hamerslag. "Aufgrund ihrer Effizienz, Geschwindigkeit und Klimafreundlichkeit müssen wir die additive Fertigung genau untersuchen. Im Moment befinden wir uns mit Sandvik erst in der Proof-of-Concept-Phase, aber es ist schon jetzt klar, dass dies das Ersatzteilgeschäft im Bergbau grundlegend verändern könnte - sowohl für Bergleute als auch für Ausrüstungshersteller."
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