Kunden wollen eigentlich keine Produkte, sondern sie wollen ihre Probleme gelöst haben. Für viele Unternehmen bedeutet das eine Umstellung ihres Geschäftsmodells. Die Wissenschaft kennt dabei fünf Evolutionsstufen. Die erste Stufe des reinen Produktherstellers haben die meisten Unternehmen überwunden; aber was kommt danach und wie steigt man weiter auf?
(Quelle: Lapp)
Der Stuttgarter Verbindungsspezialist Lapp stellte sich der Herausforderung, über den reinen Produkthersteller hinauszuwachsen, und bietet diverse Services für seine Kunden. Neu hinzu kommt jetzt ein Health Check Service für das Internet of Things zur Überwachung der Netzwerktechnik.
Health Check Service: Probleme lösen statt nur Produkte verkaufen
Technologie hat für Kunden noch keinen Wert für sich. Erst wenn daraus ein Nutzen entsteht, etwa, indem sie ein Problem löst oder einen Zustand verbessert, wird sie wertvoll. Christoph Loos, CEO des liechtensteinischen Werkzeugherstellers Hilti, drückt dies perfekt aus: „Der Kunde möchte Löcher anstelle von Bohrhämmern kaufen.“ Und Hersteller bekommen dies immer stärker zu spüren. Die Digitalisierung ermöglicht es Kunden zudem, Maschinen zu nutzen, ohne diese zu kaufen. X-as-a-Service-Geschäftsmodelle erfreuen sich daher immer größerer Beliebtheit, sei es in der Mobilität, Beleuchtung oder Zerspanung, denn sie bieten viele Vorteile sowohl für Kunden als auch Anbieter.
Es reicht daher heute oft nicht mehr, nur innovative, hochwertige oder günstige Produkte herzustellen; Unternehmen brauchen neue Geschäftsmodelle, innerhalb derer ihre Produkte Probleme lösen oder einen Wunsch erfüllen – oder als Service funktionieren. Auf dem Weg vom Produkthersteller zum Lösungsanbieter gibt es dabei mehrere Stufen.
(Laut dem Indusol Vortex Report fielen in 50 Prozent aller Fälle Maschinen im Jahre 2021 wegen Verbindungsproblemen an Steckern, Kabeln und Switchen aus. Bild: Lapp)
Ein Wandel in fünf Stufen
Das Forschungsinstitut FIR an der RWTH Aachen mit dem Schwerpunkt Service & Instandhaltung beschreibt den Weg vom Produkt- zum Lösungsanbieter in fünf Stufen. Auf der ersten Stufe beginnt das Unternehmen als reiner Produkthersteller. Das Produkt und seine Eigenschaften stehen im Fokus des Geschäftsmodells und des Marketings. Falls das Unternehmen in dieser Phase bereits Dienstleistungen anbietet, dann unsystematisch und nicht als Teil geplanter Geschäftseinnahmen. Beim Lapp ist darunter die Produktion und der Verkauf von Verbindungskomponenten wie Kabeln, Steckern und Switches zu verstehen.
Auf der zweiten Stufe bietet das Unternehmen dann Dienstleistungen zum Produkt an. Ein Beispiel von Lapp ist hier die zusätzliche Abwicklung von Logistikservices und Projektmanagement im Projektgeschäft.
Eine Stufe weiter folgen Dienstleistungen als Geschäftsmodell, die zusammen mit dem Produkt integraler Bestandteil des Angebots sind, etwa ein Service, mit dem das Unternehmen für seine Kunden maßgeschneiderte Lösungen und die Implementierung dieser anbietet. Lapp kann bereits bei Planungsprozessen von Maschinen involviert werden, woraufhin eine individuelle Anpassung und Implementierung entsprechender Verbindungskomponenten möglich wird. Spezielle Kabelkonfiguratoren ermöglichen dem Kunden mehr Flexibilität bei der Planung und Bestellung. Im Ölflex Connect-System bietet das Unternehmen Lösungen von der Auslegung, Zeichnung bis zur Konfektion und vormontierten Schleppkette.
Auf Stufe vier ist das Unternehmen bei einer Gesamtlösung angekommen. Das Produkt ist dabei nicht mehr Kernbestandteil des Geschäftsmodells. Es geht hier nun um umfassende Dienstleistungen für die Entwicklung, Herstellung, den Betrieb und die Optimierung. Dafür bietet Lapp nun den Health Check Service für Maschinen- und Anlagenbereiche an.
Auf der fünften Stufe, auf dem Gipfel, steht ein Unternehmen, das eine Gesamtlösung als Dienstleistung in einem Betreibermodell anbietet – als sogenanntes As-a-Service-Modell.
Sowohl Anbieter als auch Kunden profitieren
Für Hersteller und ihre Kunden bedeutet der Wandel über die fünf Stufen viele Vorteile. Die Anschaffung neuer Maschinen ist oft eine bedeutende Investition; gerade in Branchen wie der Holz- oder Metallbearbeitung ist das mitunter schwer zu schultern. Und wenn die Maschinen angeschafft sind, besteht der Druck, diese 24/7 auszulasten, um die Kosten zu rechtfertigen – doch das ist nicht immer möglich.
Ein Metallbearbeitungsunternehmen, das seine Maschinen nicht mehr selbst kauft und betreibt, sondern Zerspanung als Service einkauft, kann diesen wirtschaftlichen Druck deutlich reduzieren – die nutzungsbasierte Abrechnung nimmt die Sorge vor auftragsbedingtem Maschinenstillstand und kann sogar die Produktion von Kleinserien und Einzelstücken wirtschaftlich machen. Die Anbieter der Gesamtlösung im Betreibermodell, hier der Zerspanung, profitieren derweil davon, dass ihre Maschinen maximal ausgenutzt werden, weil verschiedene Kunden auf sie zugreifen.
(Stufe vier: Umfassende Dienstleistungen für die Entwicklung, Herstellung, den Betrieb und die Optimierung. Hierfür bietet Lapp nun den Health Check Service an. Bild: Lapp)
Netzwerktechnik mit Health Check Service
Damit das funktioniert, müssen Anbieter und Kunden viele Daten austauschen – wenn der Kunde eine Leistung beauftragt oder bezahlt und wenn der Anbieter die Nutzung verfolgt, abrechnet oder Prozesse überwacht und optimiert. Hohe Anlagenverfügbarkeit und die Vernetzung der Maschine mit übergeordneten Geschäftsprozessen und deren Produktionsdaten sind Voraussetzung für die Transformation im Sinne des Industrial Internet of Things (IIoT) – da setzt Lapp mit seinem Servicemodell an. Der Hintergrund: Laut dem Indusol Vortex Report fielen in 50 Prozent aller Fälle Maschinen im Jahre 2021 wegen Verbindungsproblemen an Steckern, Kabeln und Switchen aus, etwa durch mechanische Belastung, Alterung, minderwertige Produkte oder falsche Erdung. Und wenn Industriemaschinen und ihre Datenverbindungen ausfallen, wird das schnell kostspielig – und schädlich für nutzungsbasierte Geschäftsmodelle.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Der Health-Check-Service hilft, dies zu vermeiden. Er analysiert Ethernet- und Profinet-Systeme, spürt aktuelle und drohende Fehler oder Schwachstellen auf und bietet Verbesserungsvorschläge. Lapp unterstützt hier nicht nur bei Bestandsmaschinen, sondern kann schon bei der Maschinenplanung und -Inbetriebnahme hinzugezogen werden, um wahrscheinliche Stör- und Ausfallfaktoren bereits im Vorfeld zu erkennen. Kunden erhalten eine verlässliche Zustandsanalyse ihrer Netzwerktechnik, die eine höhere Verfügbarkeit der Maschinen und Produktionseffizienz ermöglicht; und Lapp stellt sicher, dass die passenden und zuverlässigen Komponenten eingesetzt werden – und erkennt bei individuellen Kundenanforderungen auch den Bedarf an Weiterentwicklungen im eigenen Produktportfolio.
Mit Angeboten wie dem Health Check Service hat Lapp auf dem Weg zum Serviceanbieter bereits die vierte Stufe erklommen. Denn auch Lapp weiß: Kunden wollen nicht mehr einzelne Komponenten, sondern effiziente Produktionsprozesse.