Die Marktforscher von Peddie Research beleuchten den Markt für diskrete Grafikkarten im 2. Quartal 2020. Dabei kommt Überraschendes zutage.
(Quelle: Nattawit Khomsanit/Shutterstock.com)
Die Marktforscher von Jon Peddie Research berichten über den Markt für diskrete Grafikkarten, sogenannte Add-in-Boards, im 2. Quartal 2020.
Die Auslieferungen haben sich im genannten Zeitraum von den PC-Verkäufen entkoppelt.
Einer der beiden verbliebenen Anbieter konnte seinen Marktanteil sogar beträchtlich ausbauen.
Der Markt für diskrete Grafikkarten im 2. Quartal 2020 gegenüber dem letzten Quartal zugelegt, Grafikkarten im Wert von mehr als 3,5 Milliarden Dollar gingen über die (virtuelle) Ladentheke. Es fällt auf, dass einer der Anbieter, Nvidia, erheblich Boden gut machen konnte.
Die Auslieferungen von Grafik-Add-in-Board stiegen von Quartal zu Quartal um 6,6% und von Jahr zu Jahr um 36,7%. Auch die Marktanteile der Anbieter von diskreten Desktop-GPUs haben sich im Quartal verschoben. Nvidia steigerte seinen Marktanteil sowohl gegenüber dem letzten Quartal als auch im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
(Bildquelle: Jon Peddie Research)
Jon Peddie, Präsident von JPR, hält den Sorgen der Investoren, dass der Aufschwung im 2. zu Lasten der Verkäufe im 3. Quartal gehe, entgegen: "AMD und Nvidia prognostizieren ein robustes 3. Quartal, und die Verbraucherstimmung verbessert sich, was ihre Erwartungen stützt. Es werden neue AIBs von AMD und Nvidia auf den Markt kommen, und Intel könnte seine Grafikkarten am Ende des Quartals herausbringen".
Add-in-Boards (AIBs) mit diskreten GPUs finden sich in Desktop-PCs, Workstations und Servern, aber auch anderen Geräten wie wissenschaftlichen Instrumenten. Sie werden als Aftermarket-Produkte direkt an Kunden verkauft oder von OEMs werksseitig eingebaut. In allen Fällen markieren diese Grafikkarten mit ihren diskreten Chips und dedizierten, oft üppigen Hochgeschwindigkeitsspeichern das obere Ende der Grafikbranche. Die in CPUs integrierten GPUs müssen sich hingegen den langsameren Systemspeicher teilen.
Auf dem PC-AIB-Markt gibt es heute nur noch zwei Chip- (GPU-) Anbieter, die ebenfalls AIBs bauen und verkaufen. Die Hauptlieferanten von GPUs sind derzeit AMD und Nvidia., wobei Intel noch in diesem Jahr in den GPU-Markt eintreten könnte. Es gibt 54 AIB-Anbieter als OEM-Kunden der beiden großen GPU-Lieferanten. Einige dieser Lieferanten bieten AMD- und Nvidia-basierte Produkte an, während sich andere nur auf einen der beiden Anbieter beschränken.
Zusätzlich zu den weltweit angebotenen AIBs bieten etwa ein Dutzend PC-Lieferanten AIBs als Teil eines Systems und/oder als Option an, und einige bieten diskrete Grafikkarten als separate Aftermarket-Produkte an. Das Volumen dieser dedizierten Grafikkarten erreichte 1999 mit 114 Millionen Einheiten einen Höchststand, als jeder PC damit ausgestattet war.
Der AIB-Markt erreichte im vergangenen Jahr 14,8 Milliarden US-Dollar und soll bis 2023 auf ein Volumen von 16,7 Milliarden US-Dollar anwachsen.
Seit 1981 1,3 Milliarden Grafikkarten ausgeliefert
Das zweite Quartal erreicht normalerweise nicht das Niveau des Vorquartals. Diesmal ist alles anders: Die Auslieferungen stiegen um 6,6% höher gegenüber dem ersten Quartal. Das liegt weit über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von -6%. Dazu im Vergleich ist jedoch der Markt für Desktop-PCs in Q2 um 9% geschrumpft ist, ein Hinweis auf die Nachfrage im Aftermarket-Segment: Die Benutzer rüsten vorhandene PCs mit neuer Grafik auf.
(Bildquelle: Jon Peddie Research)
Betrachtet man das obige Diagramm, so hat die Pandemie den saisonalen Zyklus deformiert, und mit Gaming zu Hause, Home-Office und Online-Shopping wird er in seiner ursprünglichen Form möglicherweise auch nicht mehr wiederkommen.
Während die Gesamtzahl der AIB-Auslieferungen während des Quartals um 36,7 % gestiegen ist, gingen die Auslieferungen von Desktop-PCs gegenüber dem Vorjahresquartal um 9,5% zurück. Insgesamt stiegen also die Auslieferungen von Grafikkarten, während die PC-Verkäufe aufgrund von Nachrüstungen rückläufig waren. Der Zuwachs bei den AIBs ist größtenteils auf Videospiele zurückzuführen, die sich in der Pandemie stärkerer Nachfrage erfreuen konnten. Nach Ansicht der Marktforscher handelt es sich dabei um einen nachhaltigen Effekt.
Trotz der allgemeinen Abwendung vom PC, zum Teil zugunsten von Tablets und eingebetteten Grafiksystemen nimmt die Dynamik im Gaming-Markt Fahrt auf und unterstützt den AIB-Markt. Der Einfluss des E-Sports hat ebenfalls das Marktwachstum befeuert und neue Benutzer angezogen. Virtual Reality ist nach wie vor interessant, hat aber keinen messbaren Einfluss auf den AIB-Markt, wie die Analysten feststellen.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.