Amorphe Metalle sind fester als Stahl, dabei aber leichter und elastischer. Heraeus Amloy und Trumpf starten eine Kooperation zum 3D-Druck dieser Werkstoffe.
(Quelle: Trumpf)
Heraeus Amloy und Trumpf gelingt es, Prozess- und Kosteneffizienz 3D-gedruckter amorpher Bauteile für die Industrie zu steigern
Neue Bauteile sind „isotrop“ – sie behalten ihre hohe Festigkeit unabhängig von der Richtung bei, in der die Anlage die Teile aufbaut.
Hohes Potenzial für amorphe Metalle besteht bei stark belasteten Bauteilen, etwa in der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrt oder im Maschinenbau.
Die Technologieunternehmen Heraeus Amloy und Trumpf starten eine Kooperation zum 3D-Druck mit amorphen Metallen. Ziel ist, den Druck amorpher Bauteile durch gesteigerte Prozess- und Kosteneffizienz als festes Fertigungsverfahren in der Industrie zu etablieren. Amorphe Metalle sind doppelt so fest wie Stahl, dabei aber wesentlich leichter und elastischer. Sie verhalten sich „isotrop“, das heißt ihre Materialeigenschaften bleiben identisch, unabhängig davon, in welche Richtung der 3D-Drucker das Werkstück aufbaut. Das ermöglicht nicht nur besonders stabile Bauteile, sondern verschafft dem Konstrukteur auch mehr Freiheit bei der Entwicklung des Bauteils. Potenziale eröffnet der 3D-Druck amorpher Metalle vor allem bei stark belasteten Teilen und beim Leichtbau, etwa in der Luft- und Raumfahrt oder im Maschinenbau. Aufgrund der Biokompatibilität eignet sich das Material auch sehr gut für die Medizintechnik.
(v.l.n.r. Das Projektteam von Heraeus Amloyund Trumpf Additive Manufacturing: Hans-Jürgen Wachter (Leiter der Geschäftseinheit Heraeus Amloy), André Kobelt (Chief Commercial and Technology Officer der Heraeus Holding), Moritz Stolpe (Heraeus Amloy), Valeska Melde (Heraeus Amloy), Arwed Kilian (Trumpf Additive Manufacturing), Klaus Parey (Geschäftsführer Trumpf Additive Manufacturing), Jan-Christian Schauer (Trumpf Additive Manufacturing).(Quelle: Heraeus Amloy))
3D-Druck eröffnet neue Anwendungen für amorphe Metalle in der Industrie
„Der 3D-Druck von amorphen Bauteilen in der Industrie steckt bislang in den Kinderschuhen. Mit der Kooperation ermöglichen wir schnellere Druckprozesse und eine höhere Oberflächengüte – kurzum Kostenersparnisse für den Kunden. Auf diese Weise wird das Verfahren für breitere und völlig neue Anwendungen interessant“, so Jürgen Wachter, Leiter der Geschäftseinheit Heraeus Amloy.
„Amorphe Metalle bieten Potenziale für zahlreiche Industrien. Sie lassen sich beispielsweise in der Medizintechnik einsetzen, einer der wichtigsten Branchen für die additive Fertigung. Deshalb sehen wir in der Kooperation große Chancen, diesen wichtigen Markt mit unseren Anlagen für den industriellen 3D-Druck weiter zu erschließen“, sagt Klaus Parey, Managing Director bei Trumpf Additive Manufacturing.
Amorphe Metalle entstehen, wenn geschmolzenes Metall sehr schnell abkühlt. Ein 3D-Drucker kann sie zu größeren, komplexen Bauteilen verarbeiten. Anderen Verfahren gelingt das nicht. Das eröffnet neue Anwendungen für amorphe Metalle in der Industrie. Außerdem steigert 3D-Druck das Potenzial amorpher Metalle für den Leichtbau. Ein 3D-Drucker baut nur dort Strukturen auf, wo sie für das Bauteil einen Zweck erfüllen. Dadurch lässt sich Material und Gewicht einsparen. Amorphe Metalle sind wiederum von Natur aus sehr leicht. Mit der Kombination von 3D-Druck und amorphen Metallen lässt sich also bei vielen Anwendungen Gewicht einsparen. Außerdem macht 3D-Druck die Fertigung vieler amorpher Anwendungen schneller und einfacher. Die Technologie ermöglicht es, die Bauteile „am Stück“ aufzubauen, anstatt die Komponenten einzeln zu fertigen und anschließend zusammenzusetzen.
(Amorphe Dehnspannhülse. Ein Bauteil, das sich mit dem 3D-Druck amorpher Metalle verbessern lässt, ist die Dehnspannhülse. Dank der hohen Elastizität des amorphen Materials lässt sie sich besser verspannen als die konventionelle Variante. 3D-Druck ermöglicht es, das Bauteil „am Stück“ herzustellen, anstatt die Komponenten einzeln zu fertigen und anschließend zusammenzusetzen. Das macht die Fertigung einfacher. (Quelle: Heraeus Amloy))
Optimiertes Material + angepasster 3D-Drucker = hohe Qualität in Serienfertigung
Bei der Kooperation verbindet Heraeus Amloy seine Expertise in der Herstellung und Verarbeitung amorpher Metalle mit der Erfahrung von Trumpf beim 3D-Druck. Heraeus Amloy hat seine amorphen Legierungen für den 3D-Druck optimiert und das Material für die Bearbeitung auf den TruPrint-Anlagen von Trumpf angepasst. Die neue Anlage TruPrint 2000 eignet sich besonders gut für den Druck amorpher Metalle. Das Maschinenkonzept ermöglicht es, das überschüssige Pulver für den weiteren Bauprozess „inert“ aufzubereiten, also unter Schutzgas. Dies schützt das Pulver vor schädlichen Einflüssen. Für amorphe Metalle ist das ein Vorteil, da sie schnell mit Sauerstoff reagieren. Außerdem hat Trumpf bei der TruPrint 2000 die Produktivität gesteigert. Zwei 300 Watt starke Laser belichten den gesamten Bauraum der Anlage parallel. Mit einem Fokusdurchmesser der Laser von nur 55 Mikrometer lassen sich amorphe Bauteile mit besonders hoher Oberflächenqualität auch in Serie herstellen. Die Funktion „Melt Pool Monitoring“ ermöglich es, die Qualität des Schmelzbades automatisch zu prüfen. Somit lassen sich Fehler im Prozess frühzeitig erkennen.
Kunden können amorphe Bauteile bereits jetzt selbst drucken oder bestellen
Kunden, die selbst einen 3D-Drucker von Trumpf besitzen, können damit ab sofort die zirkoniumbasierten Legierungen von Heraeus Amloy verarbeiten. Es ist auch möglich, amorphe Bauteile direkt bei Heraeus Amloy drucken zu lassen. Perspektivisch wollen die Partner auch kupfer- und titanbasierte Legierungen für den 3D-Druck nutzbar machen.
Stand: 16.12.2025
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Bild oben: TruPrint 2000. Der neue 3D-Drucker TruPrint 2000 von Trumpf eignet sich ideal zur Bearbeitung amorpher Metalle von Heraeus Amloy. Bildquelle: Trumpf