Mit dem unaufhaltsamen Voranschreiten der Elektrifizierung rücken die Herausforderungen der Elektromobilität zunehmend in das Bewusstsein der Verbraucher. Insbesondere die begrenzte Reichweite und die Notwendigkeit einer effizienten Ladeinfrastruktur für Langstreckenfahrten sind zentrale Anliegen bei der Entwicklung von Elektromotoren.
(Bild: Brastock Images, AdobeStock)
Die Batterietechnologie spielt eine entscheidende Rolle, da sie direkten Einfluss auf die Reichweite von Elektrofahrzeugen mit einer Ladung hat. Elektroautos, wie auch Hybridfahrzeuge, werden jedoch nicht von einer einzelnen Technologie angetrieben, sondern von einem harmonischen Zusammenspiel dreier wesentlicher Komponenten: Elektromotoren, Batterien und Fahrzeugsteuerung. Diese Dynamik ist entscheidend für die Zukunft der Elektromobilität.
Elektromotoren wandeln den aus den Batterien gewonnenen Strom durch elektromagnetische Kräfte in mechanische Energie um, die das Fahrzeug antreibt. Allerdings wird nicht die gesamte während des Ladevorgangs gewonnene Energie effizient genutzt: Ein Teil geht durch Wärme oder Reibung verloren. Für die Erstausrüster (Original Equipment Manufacturer, OEM) ist das Erreichen einer möglichst hohen Energieeffizienz das vorrangige Ziel bei der Entwicklung von Elektromotoren. Damit soll sichergestellt werden, dass ein möglichst großer Teil der in der Batterie gespeicherten Energie auch tatsächlich vom Elektromotor genutzt wird, um die Reichweite des Fahrzeugs zu maximieren. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein tiefes Verständnis der physikalischen Prinzipien, die dem jeweiligen Design zugrunde liegen, unerlässlich.
Simulationsgestütztes Engineering als Erfolgsfaktor
Bei der Entwicklung von Elektromotoren ermöglicht das simulationsbasierte Engineering ein tieferes Verständnis der komplexen physikalischen Zusammenhänge. Dieser automatisierte Ansatz umfasst verschiedene Bereiche wie elektromagnetische Felder, thermische Dynamik und mechanische Komponenten. Durch den ganzheitlichen Ansatz wird nicht nur eine effiziente Bereitstellung von Softwarelösungen erreicht, sondern auch eine Rationalisierung des gesamten Entwicklungsprozesses. Ein Schlüsselelement des simulationsbasierten Engineerings ist die kontinuierliche Bereitstellung standardisierter Softwarelösungen. Dieser Ansatz fördert die durchgängige Umsetzung von Entwicklungsprozessen sowohl auf der Produkt- als auch auf der Simulationsebene.
Temperaturverlauf und Strömungskurven in der induktiven Erregereinheit Zfs.
(Bild: Ansys)
Durch die automatisierte und standardisierte Vorgehensweise werden nicht nur die Entwicklungszeiten verkürzt, sondern auch die Produktqualität erhöht. Insgesamt erstreckt sich das simulationsbasierte Engineering über die gesamte Wertschöpfungskette der Entwicklung von Elektromotoren. So lassen sich verschiedene Systeme nahtlos integrieren und ein Zusammenspiel erreichen.Ziel ist es, Elektromotoren zu entwickeln, die nicht nur eine hohe Effizienz und Leistungsfähigkeit aufweisen, sondern sich auch nahtlos in die Gesamtfahrzeugarchitektur integrieren lassen. Durch den Einsatz von simulationsgestütztem Engineering wird die optimale Integration in das Gesamtfahrzeugkonzept sichergestellt.
Entwicklung von Elektromotoren: ZF zeigt die Mobilität der nächsten Generation
Impulse für die Mobilität der Zukunft kommen von Unternehmen wie der ZF Friedrichshafen AG, die sich auf die Entwicklung von Systemen konzentriert, die das „Sehen, Denken und Handeln“ im Fahrzeug ermöglichen. Der Ansatz reicht von der Fahrdynamikregelung über die integrierte Sicherheit und das autonome Fahren bis hin zur Elektromobilität. Um diese Ziele zu erreichen und eine kosteneffiziente Entwicklung für die Großserie zu gewährleisten, wird die Simulation zu einem unerlässlichen Werkzeug.
Der ZF-Elektromotor ist durch sein innovatives Rotordesign einzigartig kompakt.
(Bild: Ansys)
ZF verfolgt die Strategie, mit Hilfe der Simulation die Entwicklungsprozesse sowohl auf der Produkt- als auch auf der Simulationsseite zu standardisieren. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist die Konzeption eines modularen Baukastens. Dieser orientiert sich an den Gemeinsamkeiten verschiedener Elektromotoren. Durch den geschickten Einsatz der Simulation wird ZF der Forderung nach Standardisierung und Aufwandsreduzierung in den verschiedenen Entwicklungsabteilungen gerecht.
Durchgängiger Workflow
In der Entwicklung elektrischer Antriebe spielt Benchmarking eine zentrale Rolle. Es dient der Bewertung konkurrierender Komponenten. Simulationswerkzeuge – wie die Lösungen von Ansys – ermöglichen die Analyse und Modellierung von Schaltungen, um eine detaillierte Simulation der Schaltungsreaktionen zu erhalten. Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen wie ZF, Produkte nicht nur in einzelnen Bereichen, sondern auch im Hinblick auf Leistung, Effizienz, Kompaktheit und Kosten im Wettbewerbsvergleich zu bewerten. Zur Charakterisierung der elektromagnetischen Komponenten und ihres Einflusses auf die Gesamtkonstruktion ist ein umfassender Simulations-Workflow im Einsatz. Er umfasst die Erstellung vollparametrischer Modelle, die dann an die spezifischen Anforderungen der Komponenten angepasst werden. Um einen Vergleich mit ähnlichen Produkten auf dem Markt zu ermöglichen, werden Tausende verschiedener Designs analysiert.
Entwicklung von Elektromotoren: Fazit und Ausblick
Strömungstechnische, thermische und elektromagnetische Simulation einer induktiven Erregereinheit für den getrennt erregten Synchronmotor (SESM) von ZF.
(Bild: Ansys)
Die Implementierung von Multiphysik-Simulationen auf globaler Ebene unter Verwendung von lokalen Hochleistungs-Workstations und Clustern führt nicht nur zu einer erheblichen Beschleunigung der Entwicklungszeiten, sondern erhöht auch den Reifegrad der Produkte. Dieser innovative Ansatz gibt den Unternehmen die Flexibilität, neue Prinzipien für die Entwicklung bahnbrechender Produkte zu erforschen. Durch die Konzentration auf Benchmarking und den Einsatz von Simulationswerkzeugen während des gesamten Entwicklungsprozesses werden Unternehmen in die Lage versetzt, wettbewerbsfähige, effiziente und innovative Produkte in einer sich rasch wandelnden Industrie zu entwickeln.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen wie ZF und Simulationsspezialisten wie Ansys zeigt das Bestreben, die Entwicklung von Elektromotoren im Zeitalter der Elektrifizierung zu optimieren. Der Einsatz von Simulation ermöglicht einen Ansatz, der Energieeffizienz, Standardisierung und wettbewerbsfähige Produktdesigns gewährleistet. Die simulationsgestützte Entwicklung bleibt ein Eckpfeiler, der die Gestaltung der Zukunft des nachhaltigen Verkehrs maßgeblich beeinflusst.