Igus hat auf der Eurobike 2023 recyclebare und teils recycelte Komponenten für Fahrradhersteller gezeigt, darunter einen recyclebaren Lenker für Advanced.
(Quelle: Igus)
Von Recycling zu Bicycling: Igus entwickelt Fahrradkomponenten für die Mobilität von morgen.
Der Kunststoffspezialist hat auf der Eurobike 2023 recycelbare und teils recycelte Komponenten für Fahrradhersteller gezeigt. Dazu gehört auch ein Lenker, der kurz vor der Serienproduktion steht.
Erster Kunde für die Fahrradkomponenten ist Advanced.
Nach der Vorstellung des vollständig aus Kunststoff gefertigten Igus:bike im vergangenen Jahr, präsentiert der Motion-Plastics-Spezialist jetzt eine zusätzliche Produktlinie aus Hochleistungskunststoffen für Fahrradhersteller. Rahmen aus einem Guss oder mehreren Komponenten, Laufräder und Kurbeln gehören genauso dazu wie ein Lenker, der kurz vor der Serienproduktion steht und beim Reco Bike von Advanced zum Einsatz kommen wird.
Die Herstellung erfolgt mit selbst entwickelten und compoundierten Polymeren, getestet im stark erweiterten Fahrradlabor von Igus. Die Produkte sind sowohl recycelbar als auch zum Teil aus recyceltem Material gefertigt. Die Produktion startet in Köln und wird auf Asien sowie Nordamerika ausgeweitet. Somit entstehen lokale Supply Chains für Bike-OEMs lokale Supply Chains.
Die Ressourcenschonung gewinnt auch in der Konstruktion und Produktion von Fahrrädern immer mehr an Bedeutung. Der Transport, die energieintensive Produktion und die spätere Entsorgung von Fahrrädern und Komponenten machen den größten Anteil des CO2-Fußabdrucks aus.
Lokale Lieferketten für Bike-OEMs
„Wir sehen die Kunststoff-Technologie als neue Option für die Branche, perspektivisch für alle Bauteile in einem Rad. CO2-Reduzierung, Recycelbarkeit, Langlebigkeit und lokale Supply Chains werden immer mehr von unseren Kunden gefordert”, sagt Jan Philipp Hollmann, Leiter der Sparte Bicycle Components bei Igus.
Als neue Katalogprodukte für Fahrradhersteller präsentiert Igus Kugellager, Kurbeln, Steuerkopflager und einen Freilauf aus speziell für die Bewegung entwickelten Hochleistungskunststoffen. Bald lieferbar sind Rahmen, Laufräder und Lenker. Auch Sattelstütze und Sattelgestell sind bereits in Arbeit. Das Besondere: Igus bietet OEM-Kunden alles aus einer Hand. Forschung und Produktentwicklung, Tests im hauseigenen Labor auf bald 25 Prüfständen nur für Fahrradkomponenten, Herstellung von Werkzeugen sowie die Fertigung mit eigens entwickelten und compoundierten Kunststoffen. Gleitlager und andere bewegte Bauteile liefert igus bereits seit über 30 Jahren an zahlreiche namhafte Hersteller von Fahrrädern und hochwertigen Komponenten. Die lokale Versorgung für Bike-OEMs soll künftig über 12 Fabriken auf vier Kontinenten erfolgen.
Advanced als erster Kunde: Recyclebarer Lenker für das Reco-Bike
Das erste Kundenprojekt hat Igus jetzt mit dem Fahrradhersteller Advanced realisiert. Dieser hat als Pionier erfolgreich ein E-Bike der nächsten Generation auf den Markt gebracht. Der Clou liegt dabei im Rahmen mit dem Namen Reco. Denn er besteht aus Kunststoff und ist zu 100 Prozent recycelbar. Um diesen Ansatz konsequent weiterzuverfolgen, kommt im Reco-Bike nun zudem ein von Igus neu entwickelter Lenker zum Einsatz. Er entsteht in einem speziellen Fertigungsverfahren aus Hochleistungspolymeren und besitzt dadurch eine genauso hohe Stabilität wie sein Pendant aus Aluminium.
Fahrrad aus Recycling-Kunststoff als „Testlabor” für die Branche
Allerdings benötigt die Produktion deutlich weniger Energie und findet lokal bei Igus in Köln statt. Auch der Lenker ist zu 100 Prozent recycelbar. Dank der Fertigung im Spritzgussverfahren ist er aus einem Guss, ohne störende Schweißnähte. „Diesen Herstellungsprozess für solche gebogenen Teile mit hoher Stabilität und Hohlräumen haben wir ganz neu entwickelt. Wir sind dadurch frei in der Wahl der Kunststoffe, können unterschiedliche Farben realisieren und sogar innen Durchführungen für Kabel und Züge schaffen”, erklärt Jan Philipp Hollmann.
Die Entwicklung des Vollkunststoffahrrads, dem Igus:bike, das auf der Hannover Messe 2022 vorgestellt wurde, schreitet in Kooperation mit dem Co-Entwickler mtrl aus den Niederlanden ebenfalls erfolgreich voran. Ein Vollkunststofffahrrad mit Rahmen und Rädern aus Post-Consumer-Waste wie Shampooflaschen und Fischernetze aus den Meeren. Sämtliche Verschleißteile des Fahrrades bestehen aus den langlebigen Tribo-Polymeren von Igus.
Das Ziel ist ein rost-, schmier- und wartungsfreies Rad, das komplett recycelt werden kann. igus bezeichnet das Projekt als „Live-Testlabor für die Fahrradindustrie”. Anfang September 2023 sollen die ersten Räder in Köln auf den Markt kommen.
Rost-, schmier- und wartungsfreies Fahrrad als Ziel
„Alles, was wir hier lernen und erfolgreich umsetzen, stellen wir den Bike-OEMs als Katalogprodukte oder Sonderanfertigungen zur Verfügung”, so Jan Philipp Hollmann. Ebenso Teil des Projekts ist die Igus:bike Plattform, welche die Türen für weitere Partnerschaften, Impulse und den Wissensaustausch öffnet. Das Ziel von igus ist es, das Know-how rund um Kunststoffe in der Fahrradindustrie zu fördern und das Konzept mit vielen anderen Herstellern gemeinsam weiterzuentwickeln, um so die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe weltweit voranzutreiben.
Stand: 16.12.2025
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Bild oben: „Auf der Eurobike stellen wir unseren neuen Lenker vor. Den Herstellungsprozess für solche gebogenen Teile mit hoher Stabilität und Hohlräumen haben wir ganz neu entwickelt. Wir sind dadurch frei in der Wahl der Kunststoffe, können unterschiedliche Farben realisieren und sogar innen Durchführungen für Kabel und Züge schaffen”, erklärt Jan Philipp Hollmann, Leiter der Sparte Bicycle Components bei igus